Grundstückskauf durch zwei Personen

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6 Antworten

Rechtlich gesehen bilden Grund und Bebauung eine Einheit.

Der Wert der Immobilie bemisst sich an beidem, die Eigentumsverhältnisse daran werden durch Anteile im Grundbuch geregelt (50/50, 60/40 oder je nach Finanzierungsanteil).

Idealerweise sollten beide Eigentümer gem. Eigentumsanteil Grund und Bebauung finanzieren: also der Zweite zahlt seinen Anteil des Grunds an den anderen zurück und der Hausbau wird ebenso geteilt finanziert.

Bei einer Trennung können die Vermögensanteile demjenigen verkauft werden, der bleibt - bei einer Erbeinsetzung wäre der Vermögensteil ebenso zu bewerten.

Bei einer Scheidung werden die Werte in das Vermögen beim Zugewinn einberechnet.

Es gilt also: nur wenn die tatsächliche Finanzierung sich an den konkreten Eigentumsanteilen lt. Grundbuch orientiert, gibt es später keinen Streit. Wer 50% hält aber zwei Drittel finanziert, wird sich, wenn es zur Aufrechnung kommt, zurecht ausgenutzt vorkommen. Beweisführung an den Grundbucheintragungen vorbei ist immer extrem schwierig, weil es meist keine ordentlichen Quittungen und Belege gibt :-(

HTH

G imager761

Von allem hier mal hier der Hinweis auf die eherechtlichen Folgen beim Vermögensausgleich, wenn beide Eigentümer sind: Arger, Kosten ohne Ende!. Bei zwei Personen ist es ebenso. Also heute regelt man das ganz nüchtern, z.B.:

Wenn ihr beide im Grundbuch eingetragen seid, bildet ihr eine Bruchteilsgemeinschaft. Entscheidungen können nur dann getroffen werden, wenn beide zustimmen. Beispiel Verkauf. Im Streitfall stimmt der eine nicht zu. Dann gibt es die üblen und kostenintensiven Folgen. Also: Nur einer ist als Eigentümer eingetragen, der andere bekommt eine Grundschuld mit Zinsen eingetragen, die aber nicht weitergereicht werden darf, z.B. im Rahmen eines Kredites an den Gläubiger, weil der dann evtl. Miteigentümer wird. Und das wäre ziemlich ungünstig, weil man dann letztlich zum Verkauf gedrängt wird. Was zusätzlich sinnvoll sein könnte: Derjenige, der das Haus finanziert, räumt dem anderen, der das Grundstück erworben hat, ein lebenslanges Wohnrecht, oder ein Wohnrecht ein, das sich darauf begrenzt, dass er tatsächlich in der Wohnung wohnt und nicht seine Tage irgendwo anders verlebt (verleben muss). Er hat dann mietrechtliche Ausgleichsansprüche und das ist nicht so günstig. Da würde man auch beim Notar nachfragen.

Wollen beide gleichberechtigt im Grundbuch stehen, dann sollte für den Trennungsfall notariell vereinbart werden, dass jeder von beiden dem Verkauf zustimmt, wenn z.B. gemäss eines Immobiliengutachtens z.B. über den marktorientierten Verkehrswert verkauft wird und beide sich jetzt bereits zur Zustimmung verpflichten.

Also- Ab zum Notar und nach Beratung den notariellen Vertrag mit Grundbucheintragungen abschliessen. Alles Anderes ist unwirksam!

Es gibt auch die Möglichkeit, dass der Grundstückseigentümer das Grundstück über eine so genannte Erbpacht "verpachtet". Der Hauseigentümer bezahlt dann an den Grundstückseigentümer eine Erbpacht. Der Erbpachtvertrag wird normalerweise auf 99 Jahre geschlossen.

Na, das Problem ist eigentlich ganz einfach: Da das Haus untrennbar mit dem Grundstück verbunden ist, wird es Teil des Grundstücks, sobald es gebaut ist. Der Grundstückseigentümer ist also dann gleichzeitig auch Eigentümer des Hauses. Nur dann ,wenn beide Personen im Grundbuch eingetragen sind, sind sie auch beide Eigentümer - dann aber wieder von Haus und Grundstück zu je 50%

falcoli 07.07.2011, 18:04

Vielen Dank, skyfly71, muss die Eigentumsfrage bei 50% liegen, wenn einer mehr finanzielle Mittel hat als der andere?

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skyfly71 07.07.2011, 18:51
@falcoli

Wem das Grundstück zu welchen Teilen gehört, kann man per Notarvertrag regeln und das wird auch entsprechend im Grundbuch eingetragen.. Das müssen nicht 50-50 sein.

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Nachschlag Erbfall:

a) Ohne Kinder und verheiratet, ohne Geschwister und noch lebende Elternteile: Der Überlebende erbt alles.

b) Mit Kindern: Kind: 25%, zu Lebzeiten: "Berliner Testament" abschliessen. Kinder aus erster Ehe zählen als Erben mit.

c) wie a), aber alle noch bei Kräften: 50% geht an die Linie des Verstorbenen, 50% bleiben beim Längstlebenden.

Wie man sieht, könnte es Verwicklungen geben bei b) und c). Empfehle Erbvertrag. Weil: Die Miterben haben einen Auszahlungsanspruch! Je nachdem, wie die familäre Konstellation ist, und wie die Vermögensverhältnisse sind auch unter steuerlicher Berücksichtigung betr. der Freibeträge usw. usw. hilft wirklich nur der Gang zum Notar und zum Steuerberater: Wichtig: Die Erklärungen des StB sollten in den Notarvertrag eingebunden werden, weil der Notar keinerlei Wirtschaftsberatung macht. Vermeidet wirtschaftliche Fehler durch die notariellen Festlegungen! Das muss vorher gemacht werden, danach zum Notar, bzw. zuerst Beratung. Viel Glück!

Keine, wenn alles vernünftig vertraglich geregelt ist. Rat bei einem Notar holen.

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