Grundsicherung und Wohnrecht / Nießbrauch

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2 Antworten

Im Prinzip ist deine befürchtung richtig. Momentan wird der Nießbrauch als geldwerte Leistung angesehen mit der Folge, dass man dir den Mietzuschuss bis auf die Nebenkosten zusammenstreichen könnte. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass dein Leistungsträger von dieser Tatsache erfährt. Im Gegensatz zu Bankdaten werden Grundbücher nicht einfach so per Mausklick von den Sachbearbeitern des Sozialamtes durchforstet.

Einerseits, wenn dich keiner verpetzt und du dies selber nicht offenlegst, dann würde das Sozialamt davon nicht erfahren. Andererseits drohen dir Konsequenzen, falls du die Anträge nicht wahrheisgemäß ausfüllst.

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Beinchen 08.07.2011, 08:03

Auch ein Danke an Indy,

daß Nießbrauch eine geldwerte Leistung ist, wußte ich nicht, so war es richtig hier zu fragen. Ich verlasse mich nicht darauf, "daß mich niemand verpetzt", ich hätte bei Unehrlichkeit keine ruhige Minute mehr. Ich war immer ehrlich und möchte es auch bleiben, nur - ich möchte auch meine Grundsicherung voll weiter bekommen, es ist wenig genug. Wie sieht die Sache denn bei "lebenslangem Wohnrecht" aus? Ich würde der Behörde es natürlich nicht auf die Nase binden, aber ich möchte auch keine Angst haben, was illegales zu tun.

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Indy72 08.07.2011, 08:09
@Beinchen

Fülle die Anträge immer wahrheitsgemäß aus. Nießbrauch bedeutet allerdings, das Recht mietfrei zu wohnen. Deswegen ist es eine Geldwerte Leistung.

Ebenfalls müsstest du es melden, wenn du mit deinem Freund Zusammenziehen würdest. Das sollte man auch bei den Anträgen berücksichtigen.

Für Euch wäre es am ehesten interessant, das Wohnrecht bzw. Nießbrauch nicht sofort einzutragen, sondern es erst im Erbfall eintragen zu lassen. Also ergäbe sich bis dahin in diesem Punkt keine Änderung ergeben, die einflussrelevant auf die Leistungen wäre.

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Indy72 08.07.2011, 08:10
@Indy72

Bis dahin kannst du auch Miete an deinen freund bezahlen und er kann die Wohnung auf diese Art legal finanzieren.

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Beinchen 08.07.2011, 09:38
@Indy72

Dankeschön nochmals. :)

Mein Freund kauft die Wohnung von einer Baugesellschaft und mein Mietvertrag, den ich vor 23 Jahren mit dieser gemacht habe, kann so einfach von meinem Freund übernommen werden, mit denselben Kosten, also ändert sich in meinen "wirtschaftlichen Verhältnissen" nichts, und ich muß und werde der Behörde auch nichts mitteilen. Zusammenziehen kommt erst in Frage, wenn wohl das Rentenalter ansteht, wir sind beide über 50 und "gebrannte Kinder". Irgendetwas, um mich abzusichern, möchten wir aber machen, die Finanzierung kann ja mal schiefgehen oder ihm kann was zustoßen, (trotz Versicherung), dann bin ich plötzlich ohne Wohnung, wenn ein neuer Eigentümer gefunden ist, ich darf ja als Miteigentümer (noch) nicht in Erscheinung treten. Es muß jedenfalls eine Lösung her, die mich jetzt absichert, (später werden wir zusammenleben und dann kann uns die Behörde mal...) Und wenn ich als Erbe in Erscheinung trete, erbe ich ggf., wenn alles schiefgeht, Schulden, oder die Wohnung, die mir dann aber von der Behörde "weggenommen" werden wird, weil man als Leistungsempfänger ja nichts besitzen darf. Und dafür hat mein Freund dann jahrelang geschuftet? Nein, so auch nicht... Ist schon kompliziert... :(

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Indy72 08.07.2011, 22:02
@Beinchen

Eine Eigentumswohnung wird einem Leistungsempfänger nicht weggenommen, wenn diese "angemessen" ist. Es wird einem allerdings nur der Nebenkostenanteil an den Wohnungskosten genehmigt. Nur wenn die Wohnung "unangemessen" sein sollte, wird dem Bedürftigen empfohlen, diese zu verwerten, bevor man einen neuen Leistungsantrag stellt. Die Unterstützung würde maximal auf dir Regelleistung in Form eines zinslosen Darlehens beschränkt. So sieht es heute aus. Wie man die Sache in zig Jahren handhabt - weiß heute wohl keiner!

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wenn du das hinterschlägst kann das darauf hinaus laufen denke mal. Wäre es nicht sicher, wenn er das vielleicht beim Rechtsanwalt hinterlegt als Erbschaft sozusagen? vielleicht findest du hier was? http://www.sozialleistungen.info/hartz-iv-4-alg-ii-2/

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Beinchen 08.07.2011, 07:56

Dankeschön carina,

es ist nicht meine Absicht das zu hinterschlagen, ich habe nichts zu verbergen und war immer ehrlich mit der Behörde. Aber mein Freund möchte, falls ihm was zustößt, daß ich in dieser Wohnung bleiben kann oder ggf. in ein Heim gehen kann und dann diese Wohnung vermieten kann. (Er kann mich ja nicht als Erben einsetzen, falls was mit der Finanzierung schiefgeht, stünde ich dann mit Schulden da). Daß ich diese evtl. Einnahmen dann angeben muß, ist mir klar, aber eigentlich habe ich ja durch das Wohnrecht / den Nießbrauch keine anrechenbaren Einnahmen...

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