Grundlegende Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

9 Antworten

Dass du dich da an einen Versicherungsmenschen wenden sollst du dich von dem nochmal ausgiebig beraten lassen sollst weist du ja bereits.

Hier nochmal schnell die Antworten.

1. Der Beitrag bleibt gleich. Eine Beitragsanpassung gibt es eigentlich nicht, außer es wird so vereinbart. Je nach Vertrag kann es aber schon Erhöhungen geben. https://www.pkv-inhalte.de/pkv-bu-av-blog/163-vvg-beitragserhoehung-der-bu-ist-das/

2. Das kommt drauf an. Viele Verträge haben eine Nachversicherungsgarantie. Da kann man die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Die Erhöhung ist aber oftmals beim Zeitpunkt (Änderung Lebenssituation) und vor allem auch an die Höhe der Erhöhung beschränkt. Manchmal kann es sinnvoller sein, eine zusätzliche BU abzuschließen wenn da mehr abgesichert werden muss. Ist dann aber auch eine Frage des gesundheitszustandes und des Alters.

3. Ein BU ist dann fällig, wenn der zur Zeit ausgeübte Beruf zu 50% (kann tariflich variieren, 50% ist Standard) nicht mehr ausgeübt werden kann (oder eine Pflegestufe vorliegt). Ist Versicherungsdeutsch, gilt aber. Es sollte aber in der BU keine abstrakte Verweisung geben. Darauf zielt deine Frage ab. Egal, was da die gesetzliche Rentenkasse (Erwerbsminderungsrente) sagt, die private BU ohne abstrakte Verweisung wird ausbezahlt, wenn du deinen Beruf eben nur noch weniger als 50% ausüben kannst. Eine BU ist eine Summenversicherung. Da wird nichts abgezogen. Bei einer evtl. gesetzlichen Erwerbsminderungsrente kann das schon sein.

4. Die BU ist dazu da, um deinen Lebensstandard zu halten. Das heißt dann auch, dass die Leistung ausgesetzt werden kann, wenn du im Falle der BU einen neuen Job hast, bei dem du dann ähnlich verdienst, wie vor dem BU-Fall. Der querschnittsgelähmte Dachdecker (Fallbeispiel), der zum Finanzmakler umschult und dort gut verdient ist auf die BU nicht mehr angewiesen.

Achte eben auf die abstrakte Verweisung, die Rentenlücke die abgesichert werden sollte muss passen und errechnet werden. Bitte die BU immer bis zum "normalen" Renteintrittsalter laufen lassen, außer du hast einen konkreten Plan, wie du z.B. zwei Jahre ohne Leistung auskommen kannst. Es hilft nix, wenn die BU bis zum 65. Lebensjahr zahlt, du aber erst mit 67 die Rente bekommst und bis dahin kein Geld zur Verfügung hast. Hast du da das Geld, dann verkürz die Leistungszeit. Es muss halt passen. Überlege auch gleichzeitig über eine Pflegeversicherung nach. BU heißt oft (nicht immer) auch pflegebedürftig. Eine Pflege muss auch irgendwie bezhalt werden.

Interessant sind evtl. BU-Verträge, die eine lebenslange BU-Rente bezahlen, wenn der BU-Fall bis zu einem gewissen Alter eintritt. Da endet die die Leistung eben nicht bei der vereinbarten Laufzeit

Du solltest dich da genauestens beraten lassen. Scheu auch nicht davor zurück vermeintlich "doofe" Fragen zu stellen. Es geht um dein Geld und deine Zukunft.


@ qugart

Interessant sind evtl. BU-Verträge, die eine lebenslange BU-Rente
bezahlen, wenn der BU-Fall bis zu einem gewissen Alter eintritt. Da
endet die die Leistung eben nicht bei der vereinbarten Laufzeit.

Gibt es denn BU-Angebote mit unbegrenzter Leistungsdauer?
Falls ja - wer bietet solche BU-Verträge an?
Ist mir bisher nicht bekannt...
Danke schon mal im Voraus ;-)

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@siola55

Solche Verträge gibt es nur theoretisch. Der Staat bietet seit ein paar Jahren die staatlich Förderung von Berufsunfähigkeitsversicherungen, WENN sie lebenslang leisten. Das ist den Anbietern jedoch viel zu teuer bzw. wird für Versicherte viel zu teuer, sodass keiner bisher solch eine BU auf den Markt gebraucht hat - soweit ich weiß

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@siola55

Da sind mir schon mehrere über den Weg gelaufen. Ich kenn die u.a. von der Zurich, Generali, DBV.

Einige sind da wirklich reine BUs, andere koppeln das dann mit einer Rente (was aber nciht so rentabel sein wird). Erst letzte Woche bin ich über einen Generali-Vertrag gestolpert. Da gabs mal die Option lebenslange BU bei Eintritt Fälligkeit unter Alter 40.

Bei der DBV gibts die Starter-BU, die im Leistungsfall die Beiträge der Rente übernimmt. Kann interessant sein. Ist aber auch situationsabhängig.

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@qugart

Genau wegen des Wegfalls der Leistung hat man ja "früher" die BU als Zusatzversicherung zur LV angeboten. 

Wenn dann die BU-Leistung weg fällt kommt ja das Kapital der LV zur Auszahlung.

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@DerHans

Das kenn ich immer nur als "Beitragsfreistellung der Altersvorsorge bei BU" durch eine BUZ. Dementsprechend waren da die Verträge, die ich noch so kannte mit ziemlich niedriger Leistung.

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@qugart

bei der BU- ZUSATZversicherung wurde, Beitragsbefreiung plus rente in Höhe von 6 % bis 24 % der LV-Summe eingeschlossen.

Das damit aufgebaute Kapital sollte ausreichen, dann aus der LV eine weiter zu führende Rentenversicherung finanziert werden sollte.

"klassische LV" eben.

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HAllo,

zu 1. Stabiler Versicherer der § 163 VVG unterliegt und auch eine entsprechende Solidität besitzt, damit der Beitrag nicht auf den tarifbeitrag wegen sinkender Überschüße steigt.

zu. 2. auf lange Nachversicherungsgarantien Wert legen, vor allem auch bei Einkommenserhöhungen von 10% im Jahr, dann kann man diese Optionen mehrfach nutzen (wie auch Geburt Kind, immobilienerwerb usw)

zu 3. wenn zu 50% Berufsunfähigkeit der zuletzt ausgeübte Beruf länger als 6 Monate nicht ausgeübt werden kann, gibt es die Rente, bis der Zustand aufhört oder die Leistungsdauer abgelaufen ist, oder einen Anbieter mit AU klausel (länger als 6 Monate ununterbrochen Arbeitsunfähig (Gelber Schein-krank) und weiterhin, wird nicht die BU geprüft, sondern die Rente wird wegen dem Zustand befristet erst mal gezahlt

zu4.  Beratung bei Makler generell, das gibt eine Chatberatung nicht her

Beste Grüße

Dickie59

Ich werde zwar ein paar Antworten zu deinen Fragen schreiben, empfehle dir aber dennoch einen Versicherungsmakler zu kontaktieren und auf keinen Fall eine BU auf eigene Faust abzuschließen! 

Das ist eine der wichtigsten Versicherung überhaupt bei der es einer umfassenden Beratung bedarf, die hier im Internet nicht geliefert werden kann!

1. Eine planmäßige Steigerung des Beitrags gibt es nicht. Als Überschussverwendung wählt man aber meist die Beitragsverrechnung, wenn die Überschüsse dann mal geringer ausfallen, kann der Zahlbeitrag höher ausfallen. Nach Vertragsabschluss eintretende Erkrankungen haben keinen Einfluss auf die Prämie. Gott sei Dank.

2. Es sollte auf jeden Fall eine sog. Nachversicherungsgarantie im Vertrag enthalten sein. Dadurch kann man zu gewissen Anlässen die BU Rente erhöhen ohne eine erneute Gesundheitsprüfung machen zu müssen. Ansonsten ist eine Erhöhung der Absicherung grundsätzlich mit einer neuen Gesundheitsprüfung verbunden.

3. Dafür schließt du ja eine Berufs- und keine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ab. Geprüft wird ob du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kannst. Auf die abstrakte Verweisung sollte im Tarif verzichtet werden. Auf die konkrete Verweisung hingegen wird kaum verzichtet werden. Diese besagt, dass du nicht (mehr) BU bist, wenn du einen anderen Job konkret ausübst. Wobei an diesen Job diverse Anforderungen gestellt werden. Üblich sind Formulierungen wie "eine der bisherigen Lebensstellung entsprechende berufliche Tätigkeit" welche "in ihrer Vergütung und Wertschätzung nicht spürbar unter dem Niveau der bislang ausgeübten beruflichen Tätigkeit liegt". Ein Gehaltsverzicht von bis zu 20% gilt hier meist noch als angemessen. Soll heißen wenn du in dem Job in dem du BU bist 2.000€ pro Monat verdient hast, wird die BU Rente NICHT wegfallen, wenn du auf 450€ Basis in einem anderen Job arbeitest. Das bezieht sich dann auch gleich auf deine Frage 4

Was du mit "zahlen keine Rentenbeiträge" meinst erschließt sich mir nicht ganz. 



Kleiner Nachtrag zu 1.)

Du kannst natürlich eine dynamische Anpassung im Vertrag vereinbaren. Dadurch steigt die versicherte Rente und im selben Verhältnis die zu zahlende Prämie. 

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Vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort. Und ich werde mich natürlich mindestens an einem Makler wenden.


Ich hätte vielleicht noch eine kurze Frage. Ich wohne aktuell direkt an der Grenze zur Schweiz (keine 2 Km entfernt) und spiele mit dem Gedanken dort einige Jahre zu verbringen (Hauptwohnsitz in CH). Kann ich dann die Versicherung einfach weiterlaufen lassen oder muss ich sie später in Deutschland erneut abschließen inkl. Prüfung der Gesundheit? Falls sie weiter laufen würde und mir in der CH etwas passieren sollte, zahlt dann die Versicherung trotzdem, vermutlich nicht oder?

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@SexySingle93

Der Geltungsbereich der Police sollte grundsätzlich weltweit sein. Sonst wärst du ja auch nicht versichert wenn dir im Urlaub im Ausland etwas passiert. 

Wie genau dann die Umsetzung erfolgt kommt auf den Anbieter an. Manch einer besteht auf eine deutsche Korrespondenzanschrift, manchem reicht es wenn die Beiträge von einem deutschen Konto abgebucht werden können und ein wiederum anderer hat damit gar kein Problem und führt den Vertrag mit einer Schweizer Anschrift weiter. 

Grundsätzlich wird dem Vertrag aber bedingungsgemäß weiterhin deutsches Recht zugrunde liegen und der Gerichtsstand wird ebenfalls Deutschland bleiben. 

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@NamenSindSchwer

Oft verweigern Versicherer den Schutz, wenn man in den folgenden Monaten in das Ausland geht. Ausnahmen sind Grenzgänger. Ich hatte einen Fall mit einer Köchin aus Lübeck, die in der Schweiz Saisonarbeit in einem Hotel als Küchenleiterin machte, interessant war, das es sogar die Swiss life war, die den Versicherungsschutz verweigerte.

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