Grundherrschaft begriffe hilfe?

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Grundherr ist der Typ, auf dessen Boden Du Sachen anbauen darfst. Dafür (und dafür, dass er auf Dich aufpasst und Dir den Militärdienst abnimmt - wird gerne unter den Tisch gekehrt) musst Du ihm gehorchen und ab und zu (z.B. 1x die Woche einen Tag) gratis auf seinem Acker arbeiten. Heißt sich Frondienst.

N Leibeigener ist so ne Art Sklave. Der ist die Du-Form im Absatz oben, darf keinen Besitz haben, muss dem Grundherrn gehorchen, muss Steuern zahlen und Fronarbeit leisten, darf nicht wegziehen, darf nur mit Erlaubnis heiraten, ...

N Grundholder ist ne Art "halber Leibeigener". Der darf zwar Besitz erwerben, ist seinem Herrn aber trotzdem Gehorsam, Treue, Abgaben und Dienstleistungen schuldig. Interessanterweise muss er zuerst die Arbeit für den Grundherrn erledigt haben, bevor er seinen eigenen Grund bestellen darf. Wahrscheinlich deshalb, dass er nie zu viel kaufen und dem Grundherrn Konkurrenz machen kann.

Juristisch gesehen haben die Leibeigenen und Grundholden zu dem Land als Dinge dazugehört, wurden also automatisch mit dem Grund und Boden mitverkauft, falls der verkauft wurde.

Der Meier ist der Verwalter des Grundherren, der meistens den Hof bewirtschaftet, auf dem die Frondienste geleistet werden müssen (deshalb Fronhof). Hat vom Wort her den selben Ursprüng wie der mayor, der englische Bürgermeister. So am Rande. Später konnte ein Mayer auch ein Freibauer sein.

Hufe ist die Menge Grund, die eine Familie braucht um sich zu ernähren. Deswegen ist die je nach Klimazone oder Bodengüte von Gegend zu Gegend verschieden groß.

Abgaben sind die Pacht, die die Bauern dem Grundherrn für den Boden leisten müssen. Üblicherweise waren das Naturalien und die Arbeitsleistung der Frondienste. Später gerne auch Münzen, aber eher selten.


So am Rande: es wird im Geschichtsunterricht gerne unter den Tisch gekehrt, dass das Feudalsystem (also die Grundherrschaft) im Mittelalter gar nicht schlecht war. Ich als Freibauer damals hätte mich auch in die Leibeigenschaft begeben. Das wurde erst in der frühen Neuzeit unerträglich, weil das abgekühlte Klima zu geringeren Ernten und die aufwändigere Hofhaltung zu höheren Abgaben geführt hat. Ein Leibeigener hatte ne "Polizei", die ihn schützt (Freibauern wurden nicht, oder nur gegen Bezahlung geschützt, deswegen eine beliebte leichte Beute) und musste (anfangs) nicht in den Krieg ziehen (mit Sturmsense und ohne Rüstung gegen Panzerreiter, während aufgrund seiner fehlenden Arbeitskraft die Ernte auf dem Feld verfault). Also die waren damals nicht dumm weil sie unsere Form der repräsentativen Demokratie nicht kannten, es ging halt einfach nicht besser. Im Mittelalter, danach schon! Siehe dazu: https://www.gutefrage.net/frage/ist-der-feudalismus-gleichzeitig-eine-soziale-herrschaftsform?foundIn=list-answers-by-user#answer-230773731

das ist ja nett gedacht von dir. aber der/die FragestellerIn will doch nicht viel lesen und auch noch denken. denken. Da hast du dir die Mühe, fürchte ich, umsonst gemacht.

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