Grund für die Seekriege zwischen den Niederlanden und England damals?

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8 Antworten

Es ging um die Vorherrschaft im überseeischen Handel und die dazu notwendige Vorherrschaft auf See.

Die Niederlande kontrollierten damals ungefähr die Hälfte (!) des weltweiten Handelsaufkommens. Jedes zweite Handelsschifft auf der Welt, sagen einschlägige Historiker, fuhr unter der Flagge der Republik. Es ging also beileibe nicht nur den Handel aus ihrem Land, sondern auch Handel zwischen allen möglichen anderen Ländern und deren Kolonien.

In England hatten Bürger Ambitionen, auch im Handel reich zu werden, das war aber nicht möglich, solange niemand mit den Niederländern konkurrieren konnte. Sie machten überall die besseren Preise.

Entsprechend machten sie Druck auf den König, eine merkantilistische Politik einzuführen, die die Niederländer aus dem Handel mit England und seinen Kolonien heraus drängte. Ein wichtiger Schritt war das navigation act.

Es war hier unvermeidlich, dass es früher oder später zum Krieg kommen würde, solange bis einer der beiden Kontrahenten klar abgehängt wäre. Ebenso, dass sich auch die anderen atlantischen Grossmächte Frankreich und Spanien einmischen würden.

Bei den Grössenverhältnissen zwischen den beiden Ländern war es m.E. klar, dass der Gewinner England sein würde, wenn es nur entschlossen genug durchhalten würde.

Letztlich war das vorläufige Ende und die scheinbar friedliche Lösung dann ja die Berufung von Willem van Oranje nach England als König. Ein Trick, mit dem England ja fast ein Jahrhundert vorher schon Schottland friedlich erledigt hatte.

Aber warum kann man einfach diese Navigationsgesetze so durchziehen? Ich meine das betrifft ja alle anderen Mächte auch, warum konnte das England einfach so bestimmen?

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@TUAKA

Jeder Staat kann in seinem Land Gesetze erlassen. Das ist heute immer noch so und niemand findet das seltsam.

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dem ist noch anzufügen, dass die Niederländer zu diesem Zeitpunkt handelstechnisch in Südostasien (vor allem heutiges Indonesien) die Nase vorn hatten, womit sie quasi ein Monopol auf den Handel mit dort vorkommenden Gewürzen besaßen, die als Luxusartikel in Europa sehr gefragt waren.
Neben dem reinen Handelsvolumen und dem Zuckerhandel in der Karibik ging es den Engländern auch stark um die Brechung dieses Monopols um selbst einen Fuß in die Tür des Ostindienhandels zu bekommen.

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@Schachbrett75

"Die Niederlande kontrollierten damals ungefähr die Hälfte (!) des
weltweiten Handelsaufkommens. Jedes zweite Handelsschifft auf der Welt, sagen einschlägige Historiker, fuhr unter der Flagge der Republik. Es ging also beileibe nicht nur den Handel aus ihrem Land, sondern auch Handel zwischen allen möglichen anderen Ländern und deren Kolonien."

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Es ging um Macht ! Insbesondere um die Vorherrschaft im überseeischen Handel und die dazu notwendige Vorherrschaft auf See.

Im 17. und 18. Jahrhundert kam es zu vier Seekriegen zwischen England,

später Großbritannien und den Vereinigten Niederlanden

um die
Vorherrschaft zur See.

Wie kam es denn dazu dass England letzten Endes die Übermacht hatte? Ich meine Niederlande hatte ja auch ausgeprägte Seemächte

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@TUAKA

18. Jh. Die niederländische See- & Handelsmacht schwindet
18. Jh.: Die britische See- & Handelsmacht wächst
1775 – 1783: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
Die Niederlande unterstützen die aufständischen Kolonialisten & das mit den Amerikanern verbündete Frankreich
1780 – 1783: Die Royal Navy blockiert die niederländischen Häfen,
erobert die meisten niederländischen Kolonien & bringt zahlreiche
niederländischen Schiffe auf
05. Aug. 1781: Die einzige Seeschlacht des Krieges finde auf der Doggerbank statt & endet unentschieden
20. Mai 1784: Der Pariser Frieden stellt den status quo ante bellum zwischen den beiden Staaten weitestgehend wieder her

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Wahrscheinlich ging es um die Seeherrschaft ...

Es ging um drei Dinge: Geld, Geld und wieder Geld.

Macht über Kolonien, Handel und Seewege.

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