Gründe gegen die erneute Einführung einer Wehrpflicht?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich halte nicht für sinnvoll. Ein paar Gründe dagegen wären:

  • Wir haben frieden und eine Wehrpflicht würde als Aufrüstung verstanden werden
  • Soldaten brauchen heute eine gute, spezialisierte Ausbildung, die nicht in der alten Wehrpflichtszeit abgeschlossen wäre
  • Es gibt keinen Grund warum wir plötzlich alle eine Militärausbildung bräuchten. Wir haben einen sehr stabilen Frieden. Uns bedroht somit nichts unmittelbar und für die Auslandeinsätze brauchen wir Spezialisten (siehe Punkt darüber)
  • Die Wehrpflicht reißt junge Menschen aus ihrer Berufsplanung. Gerade bei einer geschwächten Wirtschaft wäre die Wehrpflicht ein weiteres Hindernis.
  • Eine große Masse an Menschen im Rahmen der Whepflicht auszubilden kostet sehr viel Geld. Dies wäre an vielen anderen Stellen besser aufgehoben.
  • Der Vorschlag kam auf, weil eine Wehrpflicht angeblich einer Radikalisierung vorbeugen soll. Diese ließe sich sicherlich auch anders verhindern als durch eine Wehrpflicht.

Es gibt derzeit keine vernünftigen Gründe für eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht. Kein adäquarter Feind vorhanden und daher wäre es wirtschaftlicher Unfug.

Frau Högl ist im Amt als Wehrbeauftragre neu und versucht sich zu profilieren, mehr steckt da nicht hinter.

Zu teuer und dysfunktional.

Wir brauchen keine Landesverteidigung in der Fläche, sondern rasch verfügbare Spezialeinheiten für Auslandseinsätze.

Im Ausland haben wir nur nichts zu suchen, mit Ausnahme von Hilfen bei Naturkatastrophen und dafür brauch man kein Militär.

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@yamat501

Antwort von Atzeg war technisch richtig, aber deine Antwort stiehlt seiner Antwort natürlich die sinngebende Richtung. ich glaube juristisch sind "Kampfeinsätze" der Bundeswehr im Ausland um "unser Öl"(LOL) vor den Arabern, Afghanen usw. zu schützen noch gar nicht verfassungstechnisch legal.

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@Kinkster

Angriffskriege sind laut unseren Gesetzen tabu. Allerdings hat die strategische Auslegung der NATO durchaus eine grundlegende Änderung erfahren, da man ja inzwischen auch die strategische Versorgung der Nato schützen will. Übersetzt heißt das nicht anderes als wir schützen nicht mehr nur was wir haben sondern auch das was wir haben wollen. Oder noch simpler, entweder die rücken das Öl freiwillig raus oder wir holen es uns.

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@yamat501

Als apodiktisches Prinzip ist das lediglich Ausdruck empathieloser Verantwortungslosigkeit noch gegenüber den allerschlimmsten staatlich oder sonst wie bewirkten Menschenrechtsverbrechen und realpolitisches Kumpeln mit Menschenrechtsverbrechern.

Eine solche Position macht einen zu tatenlosen Zuschauern, die sich vermutlich für ihre pazifistische Prinzipientreue auch dann noch auf die Schulter geklopft hätten, wenn z.B. die Jesiden im Sindschar Gebirge vom IS aufgerieben worden wären ohne militärische Hilfe der YPG. Da wäre durchaus ein sinnvoller EInsatz von NATO- und eben auch Bundeswehreinheiten möglich und auch geboten gewesen...

Es geht nicht um uferlose Auslandseinsätze der Bundeswehr um ihrer selbst Willen, sondern um eben auch solche militärischen, die humanitär geboten sind. Im Einzelfall kann und muss man das natürlich verhandeln...

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@Kinkster

Ist das einer für moderne Appeasement-Vertreter?

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@Atzeg

Dann brauchen wir aber kein inländisches Militär. Nach deiner Logik, die ich da durchaus verstehen kann, bräuchte man eine übergeordnete Instanz und diese müsste eine militärische Option vollziehen können. Nun diese Instanz haben wir, nennt sich UN. Wenn diese dann ein stehendes Militär hätte und nicht durch Interessen eines einzelnen Staat wie Russland, USA oder China blockiert werden könnte (VETO-Mächte), dann würde deine Haltung prinzipiell funktionieren.

Allerdings wäre es erheblich klüger die Notwendigkeit von Waffen/ Kriegen zu unterbinden. Das ist aber und ich gebe es gerne zu sehr utopisch

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@yamat501

Da das einstweilen utopisch ist und auch erstmal bleiben wird, benötigt man um handlungsfähig zu bleiben eben auch inländisches Militär.

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@Atzeg

Ist nicht so utopisch wie du es gerne darstellen willst. Die UN hat Truppen - Blau Helme - und die Vetomächte kann man durchaus abschaffen, halte dies zu mindestens für sehr viel realistischer bzw machbarer als dauerhaften Weltfrieden zu etablieren.

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@yamat501

Ich habe gar nicht angefangen, von "Utopien" zu reden, geschweige denn ihren utopischen Charakter zu graduisieren. Solche spekulative Spökenkiekerei überlasse ich gerne den Dampfplauderern. Ich beschäftige mich lieber mit der Gegenwartsrealität - und in der gibt es kein eigenständiges UN-Militär.

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Es wird wahrscheinlich nicht dazu kommen, aber der Grund, der genannt wurde, leuchtet mir sogar ein.

Die Idee dahinter ist zu verhindern, dass sich bei der Armee überproportional viele Rechtsextreme tummeln. Es hat sich offensichtlich herausgestellt, dass sich vermehrt solche Leute zur Bundeswehr melden.

Wie sich ja gezeigt hat, ziehen vor allem die Eliteeimheiten solche Leute an.

Dazu braucht man aber nicht die Wehrpflicht wieder einsetzen, da reicht es sich die Lebensläufe der Bewerber mal anzusehen.

Ist ja nicht so, dass der Anteil von politisch irren in der BW so gravierend wäre, dass er den personellen Bestand gefährden würde.

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nun ja...
wenn du Wehrpflicht haben magst, musst dann auch so pragmatisch sein und mit Freuden erst recht alles nehmen, was "hier, iiiich !!!" ruft statt Gegenargumente zu bringen. wenn da eine gewisse Menge Neonazis dabei sind, hast wieder dasselbe Problem ?

als Gegenbeispiel: wenn du mit Wehrpflicht jeden ausmusterst, der "bräunliche" Sprüche bei der Musterung absondert, kann sich auch wieder jeder erfolgreich ausmustern lassen, welcher sich das traut.

irgendwie kommst also nicht wirklich hinterher mit dem Problem ?

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@Ranzino

Es ist schwierig. Immerhin hätte ich das als einzigen nachvollziehbaren Grund zugelassen.

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@adabei

Das Problem bei den derzeitigen Skandalen ist doch, dass in vielen Fällen, wie etwa bei diesem Honk, der sich als Asylbewerber ausgegeben hat, der MAD absichtlich weggeschaut hat, obwohl die Tendenzen schon Jahre vorher klar erkennbar und so deutlich waren, dass man das ohne Vorsatz nicht übersehen konnte.

Berichten zur Folge, gibt es derzeit 550 Verdachtsfälle in der BW:

https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-bericht-immer-mehr-soldaten-mit-rechtsextremer-gesinnung-1.4771816

Selbst wenn wir mal annehmen, dass es eine noch genau so hohe Dunkelziffer gibt, bedeutet das bei einem 200.000 Mann Heer

Das wir 0,5% schlechte Elenemte darunter haben. darum muss man sich kümmern, aber 0,5% tun der Loyalität der Truppe als ganzes keinen Abbruch. Das allein rechtfertigt keine totale Umstrukturierung.

Ich hab es lieber, wenn der Laden übersichtlich bleibt. Dann fällt es nämlich schneller auf, sollten Waffen entwendet werde o.ä.

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Unsere Nachbarländer sind sehr gefährlich. Es könnte durchaus daran liegen. Wer weiss was die Dänen mit uns Vorhaben. Ich glaube sogar die rüsten auf. Mit den Niederlanden will sich auch keiner anlegen. Aggressives Verhalten in der Nordsee und die fortschreitende Gewalt gegen Luxemburg macht mir Sorgen. Auch wenn Österreich sich als Freund und kleinen Bruder Deutschlands gibt, darf man sich nicht auf die verlassen und sollte in Bayern mindestens 40Tausend Soldaten platzieren. Die Tschechen warten nur drauf mit den Österreichern gemeinsam einzumarschieren.

Nur meine persönliche Meinung

Woher ich das weiß:Recherche

Glüht der Aluhut? Ach Karen tummel nicht so viel in Facebook rum.

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