Was waren die Gründe für den Sturz des Merowingerkönigs?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Der gemeinte Merowingerkönig ist Childerich III. Pippin, bisher Hausmeier des Frankenreiches und im Besitz der tatsächlichen Regierungsmacht, betrieb die Absetzung Childerichs und wurde selbst König.

Gründe des Sturzes des letzten Merowingerkönigs:

  • sehr weitgehende tatsächliche Machtlosigkeit: Die Könige aus der Familie der Merowinger hatten im Verlauf des 7. Jahrhunderts zunehmend die Macht an die Hausmeier verloren, die Kontrollle über die Regierungsgeschäfte gewannen und die politische Leitung ausübten.
  • Wunsch Pippins nach offizieller eigener Herrscherstellung und ihr späteres Weitergeben an seine Nachkommen
  • Legitimation durch den Papst für Pippins Übernahme des Königstitels: Pippin hat sich, um gegenüber der traditionellen Legitimität der Merwowinger mit einem alten sakralen Charakter des Königtums (Königsheil; es gibt eine Vorstellung außerordentlicher Kräfte des Königs, die für Wohlergehen des Volkes sorgen, dessen Herrscher er ist; ein damit verbundener äußerer Ausdruckwaren bei den Merowingern ihre langen Haare) zusätzlich eine eigene Rechtfertigung einzusetzen, Legitimation beim Papst geholt. Gesandte kamen nach Rom und stellten Papst Zacharias eine Frage zu den Königen im Frankenreich, die keine königliche Macht/Gewalt hatten (gemeint waren die Merowinger), ob es gut sei oder nicht. Der Papst antwortete, es sei besser, König heiße, wer die Macht/Gewalt habe, nicht wer keine königliche Macht/Gewalt habe. Der Papst hatte in Italien zu dieser Zeit zunehmende Schwierigkeiten mit den Langobarden und Pippin hatte die Macht, ihn wirksam zu unterstützen. Das Gutachten des Papstes gab ihm einen zusätzlichen Rückhalt, den Schritt zu einer formalen Übernahme des Königsamtes zu unternehmen.
  • ausreichende Unterstützung seitens der Großen (Adel und Bischöfe) des Frankenreiches für den Wechsel der Königsdynastie: In einer Versammlung 751 in Soissons wurde Pippin zum König gewählt/ausgerufen.

   

Martina Hartmann, Die Merowinger. Originalausgabe. München : Beck, 2012 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2746), S. 58:

„Als Karlmann 747 die Hausmeierwürde niederlegte und in ein Kloster eintrat, sicherte sein Bruder Pippin die Macht im Frankenreich für sich und seine Nachkommen: Er schaltete die Söhne seines Bruders und auch seinen Halbbruder Grifo von der Nachfolge aus und betrieb die Absetzung Childerichs III.

Offenbar fürchtete er den Rückhalt, den die merowingische Dynastie immer noch im Frankenreich genoss, und suchte sich eine neuartige Legitimation für seinen Schritt: Pippin schickte eine offizielle Gesandtschaft nach Rom, die den Papst fragen sollte, ob es besser sei, den als König zu bezeichnen, der die Macht besitze oder den, der sie nicht habe. Nachdem die Gesandtschaft mit der erwünschten Antwort aus Rom zurückgekehrt war, ließ Pippin Childerich III. zum Mönch scheren und ins Kloster Saint-Bertin bringen. Dort ist der abgesetzte Merowingerkönig zu einem unbekannten Zeitpunkt verstorben und vermutlich auch begraben worden.“

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Und Ehrgeiz von Pippin. Er wollte selber herrschen und hatte einen guten Plan, wie er seine Herrschaft sichern könnte. Der hat sich auch bewährt, hat aber langfristig gesehen seinen Nachfolgern im ostfränkischen, dann deutschen Reich viel Ärger gemacht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Machtlosigkeit.

MfG

Arnold

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von earnest
06.11.2015, 18:21

... und "Merowinger..."

2

Was möchtest Du wissen?