Gründe für das arbeiten in einer Unternehmensberatung?

9 Antworten

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Ich glaube, dass Deine Frage einseitig gestellt ist. Deswegen erhältst Du auch nur einseitige Antworten. Vielleicht wolltest Du aber auch eher wissen, welche Nachteile es bringt, bei Unternehmensberatungen tätig zu sein?

Hier eine unvollständige Auflistung:

Gründe dafür: - Man lernt oft viele Unternehmen kennen - Man lernt nach und nach gute betriebswirtschaftliche Kennzahlen - Man lernt zu beraten und gute Methoden (z.B. Projektmanagement, Analysemethoden, Arbeitsmethoden usw.) - Man lernt viele Menschen kennen - Man bekommt es relativ gut bezahlt - Man lernt ständig - Der Berater lernt viele Rollen anzunehmen (Salespoint, Fachexperte, Trainer, Datentypist, Marketingmitarbeiter usw.) - Man lernt als Junior viele unterschiedliche Bereiche kennen und kann sich immernoch entscheiden, worin man Senior werden will - Beraterfirmen wissen, dass das Personal ihr Hauptkapital sind, deswegen wird oft hier mehr für den Mitarbeiter getan (aber siehe auch Gründe dagegen!) - Man reist viel - Man kann ein gutes Ansehen genießen (kann aber auch anders sein)

Gründe dagegen: - Als Junior Berater hängt der Spass-Faktor zu 40% von dem Vorgesetzten/Senior/Paten, zu 40% vom AG und 20% vom Topic ab (reine persönliche Einschätzung von mir). Wer denkt, er ist sofort Berater: Der Junior ist oft der bessere Werkstudent und "Mädchen für Alles". - Folien pinseln - Man ist einem sehr hohen Druck ausgesetzt (Reisen, immer neue Arbeitsumgebung, neue Menschen, neue Erkenntnisse, Fehlschläge, Erfolgsdruck, hoher Konkurrenzdruck, ständige Beobachtung usw. usw.) - Das Ansehen kann auch negativ sein, da Berater eigentlich auch "unerwünscht" sein können, z.B. bei Mitarbeiter, Führungskräften usw. (stark abhängig vom Auftrag) - Viele Firmen bilden ihre MA nicht richtig aus, sondern viele Berater erkennen oft später, dass Sie Mängel aufweisen, die der AG am Anfang hätten abstellen müssen (denn Wissen ist das Kapital: Hier ist zu achten ob Konkurrenz gefördert wird oder Zusammenarbeit, z.B. Knowledge-Shareing) - Oft bezahlen die Kunden die hohen Reisekosten nicht oder nicht vollständig. Das bedeutet, dass die tatsächlichen Reisekosten bezahlt werden aber nicht die Reisezeiten. Das widerum bedeutet, dass man wenig Freizeit hat. Sehr stark vom Vorgesetzten und Firma abhängig. - Ich kenne viele sehr gute Berater, die sich schon nach 5 Jahren ein Sabbatical nehmen müssen, weil alles zu viel wird - Noch mehr Berater kenne ich, die in ihrem Lebenslauf viele Job-Wechsel haben und oft bei einem ihrer ehemaligen Kunden längerfristig arbeiten - viele Berater laufen immer mit einem schlechten Gewissen herum, da sie selber die geforderte Kompetenz nicht haben aber sich erarbeiten müssen (und deswegen wenig Freizeit haben) - gute Berater erkennen auch sehr schnell Scharlatane in ihrer eigenen Firma; meist die, die die größte Klappe haben und sind oft machtlos, weil diese dann ihre Chefs werden - die Falle ist sehr groß, dass man denkt, man ist mehr wert als der Auftraggeber, d.h. der Facharbeiter beim Kunden - man erkennt, dass der Chef die eigene Person nur noch mit Geld, bzw. mit Produktivierung in Verbindung bringt. Je höher die Produktivität, umso besser der Mitarbeiter. Ganz extreme bezeichnen das als moderne Sklaverei. In einigen Firmen ist auch wenig Unterschied zu Personal-Leasing-Firmen erkennbar - man kann auch an den undankbaren Kunden zu knabbern haben

Ich denke, dass ich ein relativ realistisches Bild aufgezeigt habe.

WEnn Du beabsichtigst, bei einem U-Berater tätig werden willst, dann frage Dich, ob ständiges Lernen Dir leicht fällt, mit Menschen immer souverän umgehen kannst und hoher Arbeitsdruck Dir nichts ausmachen. Wenn viele renommierte Firmen Dich ablehnen, dann versuche es nicht mit Gewalt, da diese genau auf all das achten!

Viel Erfolg bei Deinen Überlegungen!

Wow, erstmal danke für Ihren langen und guten Beitrag und eine Entschuldigung, dafür dass ich so spät zurück schreibe. Ich denke mal Sie sind in einer Unternehmensberatung tätig. Mir wird nur nicht ganz klar, ob Sie zufrieden mit Ihrem Job sind. Ihre negative Erfahrung bezg. der Unternehmensberatungstätigkeit sind schon ziemlich hart und lassen mich skeptisch werden. Ich danke Ihnen für die gute Beschreibung. Ich denke ich werde trotzdem so einen Job machen und max. 5 Jahre dort tätig werden und dies als Karriere Sprungbrett benutzen.

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Das klingt so als würdest Du ein Zweiklassendenken haben. Aber ich beantworte Deine Frage mal so. Wer bei

www.pacemark-finance.eu

beispielsweise arbeitet, möchte anderen Menschen mit dem eigenen Wissen helfen. Warum auch nicht wenn man dadurch noch Geld verdienen kann ist es doch gut. Dann ist in jedem Falle beiden Seiten geholfen.

Hierfür können eine ganze Reihe von Gründen ins Feld geführt werden. Zum einen ist es das interessante und abwechslungsreiche Tätigkeitsspektrum, welches sich bei einer Unternehmensberatung bieten kann (nicht muss). Ein zweiter wichtiger Punkt ist natürlich die Bezahlung. Hierzu können Sie sich auf www.consultingunternehmen.net in einem aktuellen Artikel näher informieren.

Allerdings sollte man sich nach circa 3 bis 5 Jahren darüber klar werden, ob man seinen Karriereweg innerhalb der Beratungsbranche weiter fortsetzen will, oder ob man seine bisherige Tätigkeit als Consultant, dank der man bereits eine ganze Reihe interessanter Kontakte geknüpft haben wird, in einer anderen Branche fortsetzt. Nach oben wird die Luft in der Beratungsbranche nämlich sehr schnell dünn.

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