Großvater verstorben, Pflichtteil?

5 Antworten

diese wiederum haben eine Erbverzichtserklärung unterschrieben und sind somit "raus".

Man muß den Erbverzicht vom Pflichtteilsverzicht unterscheiden. Bei einen Erbverzicht werden die Verzichtenden nicht mitgezählt §2310 Abs 1 Satz 2.

https://dejure.org/gesetze/BGB/2310.html

Der den Pflichtteil zugrundezulegende Erbteil wäre dann 1/2, da sie an die Stelle ihres Vaters treten. Ihr Pflichtteil beträgt somit 1/4 des Reihnnachlasses in Geld.

Unmittelbar vor seinem Tode wurde das Haus mitsamt Inventar verkauft,
die noch lebenden Kinder (3) wurden "ausbezahlt", diese wiederum haben
eine Erbverzichtserklärung unterschrieben und sind somit "raus".

Wichtig ist hierbei, das die Auszahlung und der Erbverzicht adequat sein müssen. Bei einer eindeutigen Überzahlung handelt es sich sonst um eine gemischte Schenkung. Bei einer gemischten Schenkung wäre der Schenkungswert den Nachlass bei der Berechnung des Pflichtteils hinzuzurechnen. D.h. Auszahlung und Erbverzicht dürfen ihren Pflichtteil nicht wesentlich reduzieren. Sprich wenn man den Vekaufserlös den Nachlass hinzurechnet und bei der Pflichtteilsberechnung von 4 Kindern ( also einen Pflichtteil von 1/16) ausgeht, darf sich kein wesentlich höherer Wert für den Pflichtteil ergeben. Wenn doch, wird es komplizierter.

meine Oma ist bereits lange verstorben).

Ich gehe mal davon aus, das es da kein gemeinsames Testament mit der vorverstorbene Ehefrau gab, sonst wäre dieses nämlich auf den 2. Erbfall anzuwenden.




Die erste Frage ist- wem gehörte das Haus?

Ihm allein? Dann erbt die Ehefrau alles und du würdest den Pflichtteil bekommen, also 25%.

Bsp. Haus Opa- Verkaufsrest, nach Auszahlung Kinder 100.000,--, dann bekommst du 25.000,--

Wenn die Ehefrau Miteigentümerin des Hauses war, dann steht ihr ihr Anteil aus dem Verkaufserlös zu. Daneben erbt sie dann wieder alles und du s.o.

Aber dann nur von dem Nachlass deines Opas.

Bsp. Haus Opa 50% Eigentümer, neue Frau 50% Verkaufsrest, nach Auszahlung Kinder 100.000,--, dann gehören der Frau schon mal ihre 50.000,--. Sie erbt die anderen 50.000,--, du bekommst 12.500,--

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Vielen Dank für deine anschauliche Antwort 👍🏼

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@Knibbesje

Gerne. Dein Opa hat den Fehler gemacht, dich zu vergessen, das du an die Stelle von deinem Papa trittst.Hoffentlich dauert der Stress nicht zu lange für dich.

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Unmittelbar vor seinem Tode wurde das Haus mitsamt Inventar verkauft, die noch lebenden Kinder (3) wurden "ausbezahlt", diese wiederum haben eine Erbverzichtserklärung unterschrieben und sind somit "raus".

Handelt es sich denn um einen notariell beurkundeten Erbverzicht? Schloss er den Pflichtteilsverzicht mit ein?

Andernfalls wäre diese lebzeitige Auszahlung als Schenlung im Zuge der vorwegenommenes Erbe zu bewerten, bei dem nicht einmal eine Anrechnungspflicht bestünde.

Da die anderen Kinder quasi raus sind, teilen sich die noch lebende Ehefrau und ich sich das Erbe auf.

Nein: Dein Pflichtteil beträgt die Hälfte deines gesetzl. Ersatzerbrechts in Geld. Alle Kinder erben gesetzl. neben der Witwe 1/2 des Reinnachlasses, mithin jedes 1/8. Der häftige Pflichtteil, den du von deinem Vater übernimmst, beträgt 1/16.

Bei der Bewertung des Nachlasses wären die lebzeitigen Auszahlungen dem Nachlass voll hinzuzurechnen.

Meint: Betrug der Reinnachlass am Sterbetag 70 TEUR und wurden unmittelbar vorher dreimal 30 TEUR an die Kinder ausbezahlt, bekommst du 1/16 von 160 TEUR, mithin 10.000 EUR Pflichtteil.

Für den Fall, dass das Haus grundbuchlich hälftig den Eheleuten gehörte, sind diese Werte zu halbieren.

G imager761

Erbrecht bei Enkel als Haupterbe und noch lebender Ehefrau und Sohn

Hi,

Ich interessiere mich für das Erbrecht zu oben genannter situation. In dem Szenario gibt es Großvater, Großmutter, Sohn und Enkel. Großvater ist gestorben und hat den Enkel in seinem Testament als Haupterben bestimmt. Die Ehefrau (Großmutter) lebt noch und soll eigentlich (so wie ich das verstanden habe), bis zu ihrem tod über das Geld verfügen und erst danach soll die Regelung in kraft treten, dass der Enkel alles erben soll. Der Sohn soll vom Erbe ausgenommen sein, dadurch dass der Enkel als Haupterbe eingetragen ist.

Nach kurzem einlesen ist mir aufgefallen, dass das ja gar nicht so leicht möglich ist, sondern dass ja schon beim Tod des Großvaters das Erbe nach Pflichtteilen verteilt wird, ist das richtig? Erbt der Sohn also doppelt, sprich einmal seinen Pflichtteil beim Tod des Großvaters und einmal den Pflichtteil beim Tod der Großmutter?

Gibt es so eine Regelung, dass das gesamte Vermögen auf die Großmutter übertragen Wird und erst nach ihrem Tod über eventuelle weitere Erbschaften entschieden wird?

Wenn das so ist, wie teilen sich dann die Erbschaften von Sohn und Enkel auf?

Danke

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