Große Angst vor AFD / PEGIDA - Versteht ihr meine Sorge? Ist sie berechtigt?

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Ich kann die Angst durchaus nachvollziehen, kann aber auch behaupten, dass es ein zweites '33 (und Folgejahre) nicht in bekannter Form geben wird. Wir haben das Grundgesetz, dass bei weitem nicht so unantastbar ist, wie es sein sollte, allerdings schützt es letztendlich immer noch einigermaßen davor, dass Menschen in diesem Land ähnlich behandelt wurden, wie die Feinde des NS-Systems von vor rund 70-80 Jahren. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche weitere Gesetze, die Minderheiten schützen und die Bevölkerung schützen. Auch darüber hinaus gibt es nicht wenige Menschen in diesem Land, die vielleicht weniger auffallen, aber umso entschiedener gegen rechtsradikale Tendenzen eingestellt sind. Man darf nicht vergessen, dass auch die Antifa und andere linke Gruppierungen existieren und natürlich nicht jeder Deutsche (auch die, die nicht links sind) für Rassismus empfänglich ist. Die Gegendemos zu Pegida und Co sind nicht selten wesentlich besser besucht, als die der Rechtspopulisten. Irgendwo wird man schon zmd. ein bisschen aus der Geschichte gelernt haben. 

Allerdings muss man zugeben, dass wir seit Ende des 2.WK keinen vergleichbaren Anstieg des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus haben. Eine Partei wie die AfD steht mittlerweile bei, je nach Umfrage, ca. 10 bis 12,5% und noch dazu gewinnen auch Bewegungen wie Pegida, aber genauso z.B. HoGeSa an Zulauf. In Dortmund gibt es mittlerweile einen Stadtschutz, der sich zufälligerweise "SS" abkürzt. Landesweit werden rechtsradikale Bürgerwehren gegründet, die ganz offensichtlich u.a. das Gewaltmonopol des Staates angreifen. Nicht zuletzt kommt es fast tagtäglich zu Brandanschlägen und zu rechtsradikaler Gewalt. Diese ist im Übrigen höher als die der Linksextremen und Islamisten zusammen.

Des weiteren findet sich gerade im Internet eine Großzahl an Menschen, die es sich zur Aufgabe machen quasi am laufenden Band falsche Gerüchte über Flüchtlinge (und polit. Gegner) zu verbreiten. Völlig haltlose Behauptungen, die auch immer und immer wieder widerlegt und aufgedeckt werden - allerdings ist es dann meistens schon zu spät und so erreicht diese Aufklärung nicht diejenigen Menschen, die letztendlich nur die Hetze aufsaugen und dabei alle Gegenargumente und jegliche Logik vermissen lassen (eine Seite, die regelmäßig allg. Falschmeldungen im Internet aufdeckt ist im Übrigen diese hier: http://www.mimikama.at/).

Darüber hinaus gibt es da noch das Problem mit den Hetzkommentaren. Mittlerweile verbreiten längst nicht nur Vereinzelte die angesprochene Anti-Flüchtlings-Propaganda, denn auch und gerade auf Seiten wie facebook findet man unter nahezu jedem Beitrag Kommentare, die nicht selten menschenfeindlich sind. Und man kann durchaus von menschenfeindlich reden, denn nicht umsonst hat sogar die Bundesregierung facebook in dieser Beziehung kontaktiert.

Nichtsdestotrotz halte ich es für unwahrscheinlich, dass sich die Ereignisse der 30er Jahre wiederholen - zumindest in Deutschland nicht. In Staaten wie Polen oder Ungarn mache ich mir da schon viel eher Sorgen. Natürlich darf man diese Einschätzung aber nicht als Grund nehmen, den Rechtsradikalismus zu unterschätzen. Man muss sich weiterhin dagegen wehren und muss auch weiterhin fremdenfeindliches Verhalten und entsprechende Einstellung bekämpfen.

Ja, ich kann dem folgen und verstehe die Sorge auch (auch wenn jetzt nicht alles so schlimm ist und kurz vor dem Untergang wie man manchen Medien entnehmen könnte)

Wie sich das entwickelt kann niemand sagen - das hängt davon ab wie die Verantwortlichen mit der Situation umgehen; Unsicherheit, keine Lösungsstrategien usw sorgt oft für Angst und Hass, da muss man ansetzen; klar ist es so, dass oftmals vor allen Dingen Menschen aus der unteren Bildungsschicht betroffen sind, da diese eben da sehr anfällig für Manipulationen und einfache pauschalisierende Denkweisen sind, aber es ist keineswegs so, dass da nur diese Personen betroffen sind.

Angst würde ich da jetzt momentan keine haben; klar - passieren kann was, aber das ist immer der Fall egal ob hier oder ob du über die Straße gehst; absolute Sicherheit kann dir niemand geben.

Alles in allem muss sich da natürlich einiges ändern aber eine momentan ernstzunehmende Gefahrenlage sehe ich nicht.

Hallo!

Partiell kann ich deine Angst schon nachvollziehen, aber dazu tragen mMn maßgebend aggressive, polemische, wertende & unsachliche Berichte von Zweitklassigen Medien bei, dass so 'ne Stimmung überhaupt aufkommt. Und genau das auch das Ziel solcher semi-seriösen Medien: Stimmungen generieren & Leute verunsichern. 

So wie vor rd. 75 Jahren wird's aber nicht mehr werden.. weil man aus den Fehlern eindeutig gelernt hat & keiner will, dass sich sowas wiederholt. Außerdem betreibt die AfD Klientelpolitik, die nicht mehrheits-/massenfähig ist & Pegida ist prozentual gesehen eine so geringe Anzahl, dass auch diese Gruppe mMn keinen großen Stich hat außer Unfrieden zu mobilisieren & sensationshaschenden Medien Futter zu liefern.

Meine neutrale Ansicht.

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