Größte Jugendsünde meines Schwagers: Welche Strafe bekommt er?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Das ist ein sehr umfangreicher Fragenkomplex. Ich versuch mal aufzuteilen:

Da ist die VERWALTUNGSstrafrechtliche Seite, an der gibt es nicht viel zu rütteln: Fahren in alkoholisiertem Zustand, überfahren eines Haltesignals (weil er nicht stehen geblieben ist) ev. Geschwindigkeit usw. Das heißt der Führerschein ist weg, je nach Alkoholisierungsgrad zwischen einem und drei Monaten (war ja erstmalig) Dazu kommt die Geldstrafe, so summa summarum ca. 2.000,- Euro. Eventuell Nachschulung, Probezeit, Drogentests und Alkohol, sprich Leberwerte Überwachung für eine bestimmte Zeit, allenfalls FS befristet. Wenn alles OK ist wird die Befristung des FS dann wieder aufgehoben. Das war halt jetzt sehr pauschal. Hängt im wesentlichen wirklich vom Grad der Beeinträchtigung ab.

Strafrechtlich ist das Ganze viel komplizierter. Ich kann ihm da nur Empfehlen UNBEDINGT mit einem Anwalt zu reden BEVOR er irgendwelche Aussagen gegenüber der Polizei macht. Es kommt nämlich sehr stark auf die subjektive Tatseite, also das was er eigentlich vorhatte an. (Es macht so gesehen einen riesen Unterschied ob er sich betrunken und zugekifft hat und dann auf die Idee kam oder ob er schon vorher vor hatte mit dem Auto zu fahren!) Polizisten wissen in de Regel WAS und WIE sie fragen müssen, während der Beschuldigte keine Ahnung hat worauf sie eigentlich hinaus wollen. (Das Messer könnte eine -versuchte- Nötigung oder auch gar nix sein...)

Rein vom StGB kommen Widerstand gg. die Staatsgewalt, Körperverletzung bzw. schwere Körperverletzung (weil Beamter!), Nötigung in Betracht.

Sicherlich wird es auch ein psychiatrisches Gutachten geben in welchem die Schuldfähigkeit festgestellt wird. Allerdings ist das mit einer allfälligen Schuldunfähigkeit auch nicht immer lustig, weil dann statt der Strafe vorbeugende Maßnahmen, z.B. die Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher in Betracht kommt. Außerdem kann man schon allein auf Grund der Tatsache dass man sich in einen Rauschzustand versetzt hat (und dann Straftaten begangen hat) strafrechtlich belangt werden.

Alles in allem: Dringend einen Anwalt kontaktieren, der nimmt Akteneinsicht und kann helfen. Die Euros sind gut investiert!

Die Polizei wurde verrückt ? Eines kann ich dir an dieser Stelle sagen: In den USA und vielen anderen Ländern wäre es deinem "Schwager" deutlich schlechter ergangen, er kann froh sein, dass die deutsche Polizei in der regel umsichtig handelt. Die Nervenheilanstalt scheint für ihn übrigens der passende Ort zu sein und deine Schwester sollte sich einen anderen Freund suchen, denn wer so etwas tut, ist kein guter Umgang.

In Linz hat die Deutsche Polizei nix zu melden^^

0

Wenn du keine Antwort auf die Frage hast, und dann auch noch Bblödsinn schreibst: einfach mal Fresse halten, wie man bei euch sagt.

0

kommt drauf an was genau vorgefallen ist, wenn er da Ersttäter ist, dann kommt er evtl. mit einem blauen Auge davon, wenns nicht zu schlimm war, aber den Lappen ist er erst mal los.

eine geldbuße wegen beamtenbeleidigung und dann eine bewährungsstrafe wegen wiederstand gegen vollstreckungsbeamte und natürlich der führerscheinentzug für eine unbestimmte zeit

Was ihm blüht, liegt im Ermessen des Richters und nicht in der mehrheitlich bildzeitungsgeprägten Weissage-Kristallkugelmeinung der GF-Kommentatoren.

Tatsache ist, dass sich der Freund Deiner Schwester als 18jähriger als zu unreif zum Führen eines Kraftfahrzeugs dargestellt hat und die Überprüfung seines Geisteszustands angesichts der Bedrohung, der Beleidigung, des Kontrollverlustes und des Widerstands gegen die Staatsgewalt eine Berechtigung hat. Eine mehrjährige Führerscheinsperre und eine satte Geldbuße - ggf. auch bedingte Freiheitsstrafe - liegt im Bereich des Möglichen.

"bildzeitungsgeprägten Weissage-Kristallkugelmeinung" ?

0

Selten so einen Schwachsinn gelesen. >>Was ihm blüht, liegt im Ermessen des Richters<< Ja, das hatten wir bis 1945, heut sind Richter an die GESETZE gebunden. Gott sei Dank!

0
@suntimes

Blödsinn wäre es zu behaupten, dass Richter KEIN Ermessen bei der Festlegung des jeweiligen Strafmaßes haben, suntimes. Ich habe nirgends geschrieben, dass Richter nicht an Gesetze gebunden sind.

0
@aXXLJ

Nochmals: NEIN sie haben KEIN Ermessen. Die Strafe hat TAT und SCHULD angemessen zu sein, d.h. gleiche Tat und Schuld = gleiche Strafe. Ermessen wäre, wenn der Richter bei gleichem Tat- und Schuldvorwurf unterschiedliche Strafen - eben nach seinem Ermessen - verhängen könnte. Gerade das darf er aber nicht!

0
@suntimes

Ein Richter kann Höchststrafen aussprechen. Er kann aber auch unter der Höchststrafe bleiben. Er kann Haftstrafen zur Bewährung aussetzen. Er kann zur Bewährung ausgesetzte Strafen mit Auflagen versehen. Oder auch nicht. Dazu wägt er Tatumstände und Schuldvorwurf gegen eher entlastende Umstände ab. Es steht ihm frei, solche in der Tat oder in der Persönlichkeit des Täters gegebenem Umstände als "(die Strafe) mildernd" zu berücksichtigen. Er hat demnach einen Handlungsspielraum, den ich (als Nicht-Jurist) als "Ermessen" tituliere. Gibt es dieses "Ermessen" de jure nicht, so müssten nach meiner Auffassung z.B. alle Verstöße gegen das BtMG, bei denen keine die Strafe mildernden Umstände gegeben sind, gleich hoch bestraft werden. Dies ist aber offensichtlich nicht der Fall.

0

mit gaaaaaaanz viel glück wird er unzurechnungsfähig geschrieben, macht man aber heut nichtmehr. also beamtenbeleidigung, versuchte körperverletzung, widerstand gegen die staatsgewalt, fahren ohne fahrerlaubnis/alkohol/drogen.... da kommt gut was zusammen. wenn er ersttäter ist schätzungsweise jugendstrafe auf bewährung und ne ganze latte an sozialstunden. den lappen wird er für die nächsten 10jahre vergessen können. hat er vorher schon irgendwas gemacht (da reicht nen eintrag im jugenderziehungsregister), dann seh ich schwarz. denke aber mal nicht dass unbedingt ne haftstrafe dabei rumkommt. also eher jugendarrest oder bewährung.

Anmerkung:fahren ohne Führerschein war es bei ihm nicht, er hatte ja zum Zeitpunkt einen.Er war über 18 Jahre alt, Strafe nach Jugendstarfrecht kommt nur ( wenn überhaupt ) bei geistig zurückgebliebener Reife zur Anwendung (18-21 Jahre),sonst spätestens ab 21 Jahren Erwachsenen - Strafrecht.

0

wenn er nicht vorbestraft ist, kann er mit ner bewährungstrafe davonkommen

Ja, da wird noch einiges kommen.Fahrerflucht, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beamtenbeleidigung, Trunkenheit und Drogenmißbrauch im Straßenverkehr,da kommt einiges zusammen.

Was möchtest Du wissen?