Größe von Viren in Basen?

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3 Antworten

Viren sind quasi dafür gemacht, mit Genetikmitteln untersucht zu werden; ein Strang DNA (oder RNA), der sich super easy sequenzieren lässt, meist eine eher aufgeräumte Struktur hat, und auf dem alles drauf ist, was der Virus kann.

Die Genomgröße eines Virus ist durch die Capsidgröße gedeckelt; in ein Capsid nach einem bestimmten Bauplan passt halt nur soundso viel rein, und "mal eben" ein größeres Capsid herbeimutieren ist nicht ganz so einfach. Das lässt daher Rückschlüsse auf die tatsächliche Größe zu.

Davon abgesehen ist Platz auf viralen Genomen einfach total rar; es gibt etliche menschliche Proteine, die mehr Aminosäuren haben, als so ein Virus Basen. Entsprechend eng ist das, und gewisse Dinge gehen einfach nicht, wenn man ein 1000bp-Virus ist.

Wenn die Größe in basepairs angegeben ist, dann meint man damit weniger die physische Größe des Virus, als vielmehr die Größe seines Genoms. Das kann z.B. wichtig sein, wenn man den Virus als 'DNA-Fähre' (besser: Vektor) benutzen möchte um Erbgut irgendwo einzuschleusen. 

Es ist ein Merkmal (u.A.) zur Klassifikation.

Die Genomgröße gibt auch Hinweise auf die Komplexität eines Organismus.

Je länger die Nucleotidsequenz, desto mehr Mutationen können auftreten.

Tybald89 09.09.2016, 14:48

Genomgröße und Kompexität eines Organismus (Falls man die überhaupt objektiv messen kann) korrelieren an sich weniger miteinander. Siehe C-Wert-Paradoxon. 

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AstroSloth 09.09.2016, 16:32
@Tybald89

Naja, es geht um Viren, da sind die Genome so winzig (meist <10 000 Nucleotide), dass die Sache mit der "Komplexität" schon stark von der Genomgröße abhängt. In 3000 Basenpaaren (durchaus typische Größe) kann man schon bei optimaler Ausnutzung nicht viel unterbringen. Stellt sich halt auch und gerade bei Viren die Frage, ob Kompexität der richtige Begriff ist.

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