Greift wirklich der NATO Pakt?

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Greift wirklich der NATO Pakt?

Leider hat der luxemburgische Außenminister Asselborn, den ich sonst sehr schätze, diesen Unsinn in die Welt gesetzt. Der NATO-Vertrag sieht für aggressive, das Völkerrecht verletzende und sogar ethnische Säuberungen planende NATO-Mitglieder wie die Türkei keinerlei Unterstützungsmaßnahmen vor.

Herr Asselborn bezieht sich auf Art. 5 des Vertrages. Aber man darf diesen Artikel keinesfalls isoliert sehen! Wenn man den gesamten Text zugrunde legt, und das muss man, wenn über einen Bündnisfall entschieden wird, dann stellt man fest, dass das Erdoganregime den NATO-Vertrag durch sein Verhalten längst gebrochen hat! Einem Vertragsbrecher braucht die NATO nicht zur Hilfe zu eilen!

Im Vertragswerk steht nämlich in der Präambel und in Artikel 1:

Die vertragschließenden Staaten bestätigen ihren Glauben an die Ziele und Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und mit allen Regierungen in Frieden zu leben (...) Die vertragschließenden Staaten verpflichten sich, gemäß den Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sein mögen, durch friedliche Mittel in der Weise zu regeln, daß Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit unter den Völkern nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeglicher Drohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die in irgendeiner Weise mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar ist.

Wenn das Erdoganregime eine verdiente Antwort auf seine militärische Aggression, seinen Völkerrechtsbruch und ethnische Säuberungsaktionen von Syrien, den Kurden und ggf. ihren Unterstützern erhält, dann hat es das provoziert, sprich: durch seine Verbrechen die Sicherheit unter den Völkern gefährdet sowie gegen die Zielsetzungen der UNO verstoßen. Somit hat die Türkei keinen Anspruch auf Solidarität oder Bündnishilfe der NATO-Staaten!

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Ich lese daraus: In Frieden mit allen Völkern und Regierungen zu leben:

Das tut Erdogan nicht, denn er will keinen Frieden mit den Kurden.

Und eine deFacto kriegerische Annektierung von Nordsyrien, kann kein friedliche Maßnahme sein.

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Es geht ja auch um das Szenario, wenn z.B. Russland (oder Russland und Syrien) gemeinsam die türikische Armee angreift und zurückdrängt.

Das ist dann prinzipiell ein Angriff auf ein NATO Mitglied, zunächst außerhalb des eigenen Territoriums, aber Grenzlinien können sich schnell verschieben.

Um es genauer beurteilen zu können bräuchte man dann natürlich die Übereinkunft im Wortlaut.

Für Angriffskriege gibt es keinen Beistand der Vertragsverbündeten!

Und zum Thema:

Ich würde alle daran setzen, dass die Türkei aber weiterer Fortsetzung dieser Völkerrechtswidrigkeit aus dem Atlantischen Bündnis ausgeschlossen wird!

LG

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich verfasste teils erfolgreiche Schriftwerke.

Das ist Definitionssache.

Die Bundeswehr darf auch offiziell nur eingreifen, wenn sie angegriffen wird - so war es mal gedacht. Seit die deutsche Sicherheit aber auch „am Hindukush verteidigt“ wird, sind die Grenzen zwischen Angriff und Verteidigung fließender geworden. Daher sind auch solche Bündnisfälle wesentlich mehr das Ergebnis diplomatischer Verhandlungen als noch vor zwanzig Jahren.

Die Nachricht würde ich gerne sehen! Bitte einen Link, ansonsten muss ich es für bewußte Verbreitung von Fakennews halten-

Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis! Wäre mir völlig schleierhaft, wie die Türkei aus ihrer Invasion einen Verteidingungsfall konstruieren will.

Ntv redet die ganze Zeit darüber. Aber auch andere große Medien. Der Außenminister von Luxemburg hat es als Szenario in Aussicht gestellt in einem Interview. https://www.n-tv.de/21329891

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