gregorianischer/julianischer Kalender?

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2 Antworten

Hallo Marge1337, ein "Jahr" soll der Zeit eines Umlaufes der Erde um die Sonne entsprechen. Dies ist ein praktisches Zeitmaß, da es den Menschen eine Orientierung hinsichlich der Jahreszeiten gibt (Aussaat, Ernte, ...). Das Problem ist nun, dass ein so definiertes Jahr keiner ganzzahligen Anzahl an Tagen entspricht. Es sind ungefähr 365 1/4 Tage. Der julianische Kalender geht auf Gaius Julius Caesar zurück. Zuvor war in Rom der Kalender recht willkürlich und ad hoc von der Priesterschaft festgelegt. Julius Caesar konsultierte ägyptische Gelehrte und legte die Dauer eines kalendarischen Jahres auf durchschnittlich 365¼ fest. Dies wird erreicht, in dem nach drei Jahren mit 365 Tagen immer ein viertes mit 366 Tagen als Schaltjahr folgt. Diese Reform hatte sich bewährt und wurde immerhin über 1550 Jahre im Römischen Reich und seinen Nachfolge-Organisationen berücksichtigt. Dann stellte sich heraus, dass es doch langsam zu einer Verschiebung der Jahreszeiten kommt. Das so definierte Jahr ist bezogen auf den Sonnenumlauf 11 Minuten und 15 Sekunden zu lang. Das erscheint wenig, summiert sich aber im Laufe von 128 Jahren auf einen ganzen Tag.

Nach über 100 Jahren Diskussionen hat die katholische Kirche unter Papst Gregor im Jahre 1582 eine Kalenderreform beschlossen, die den Fehler des julianischen Kalenders ausgleichen sollte. Es wurde festgelegt, dass in 400 Jahren drei Schaltjahre ausfallen. Die Regel ist dann zunächst so wie im julianischen Kalender: die durch vier teilbaren Jahreszahlen legen ein Schaltjahr fest, doch in Jahreszahlen, die durch 100, aber nicht durch 400 teilbar sind, ist doch kein Schaltjahr. Also entgegen der julianischen Regel sind die Jahre 1700, 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre. Die Jahre 1600, 2000 und 2400 sind Schaltjahre nach der gregorianischen Regel ebenso wie nach der julianischen. Die Besonderheit: Bei der Einführung des gregorianischen Kalenders wurde so getan, als ob diese Regel seit Beginn der Zeitrechnung (Jahr 1 n.Chr.) gegolten hätte. Damit ergab sich eine Diskontinuität: auf den 4.Oktober 1582 nach julianischem Datum folge der 15.Oktober 1582 nach gregorianischem Datum. Das hat vielen Gläubigen Probleme gemacht. Die Ostkirchen teilweise bis heute nicht akzeptiert und berechnen ihre Feiertage noch nach dem julianischen Kalender. Gemäß gregorianischer Regel ergibt sich eine durchschnittliche Jahreslänge von 365,2425 Tagen ((365 * 400 + (100 - 4 + 1 ) / 400 )

Auch das Jahr nach gregorianischer Regel ist noch zu lange, allerdings summiert sich der Fehler erst in 3280 Jahren auf einen Tag. So, für ein Kurzreferat sollte das reichen. Mfg franzaes

Du möchtest gern ein fertiges Referat, stimmt's? Was lernst Du dabei? Dass man sich durch's Leben schlauchen kann.

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