Grammatischer Zweifelsfall

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3 Antworten

Hallo Weedol! Hier geht es um die Apposition (deutsch: "Beisatz"). Die Regel lautet: Die Apposition ist die nähere Bestimmung eines Substantivs (Nomens) durch ein Substantiv im selben Fall. Sie steht zwischen Beistrichen.

Das "Fall-A"-Beispiel wäre nur richtig, wenn "A" der Name des spanischsprachigen Mannes wäre (dann würde der Fall dem Herrn A vorgestellt und der Dativ wäre angebracht.) So ist das aber wohl nicht gemeint. Man müsste hier überhaupt anders formulieren, zum Beispiel: "... wird der Fall A vorgestellt: dabei geht es um einen spanischsprachigen Mann, der ...".

Das Brot-Beispiel ist falsch, denn die Präposition "für" verlangt den Akkusativ. Es muss also heißen: "... für Brot, DAS Grundnahrungsmittel ..."

Tatsächlich beobachte ich schon seit Jahren, dass Appositionen immer seltener korrekt formuliert werden. In Zweifelsfällen setzen die meisten Leute einen Dativ. Da Sprache die Eigenschaft hat, sich ständig weiter zu entwickeln, nehme ich an, dass die Tage der korrekten Apposition bald gezählt sein werden.

Noch ein paar kurze Beispiele zur Illustration, für jeden Fall eines: Dort steht Paul, mein Bruder. Die Tasche Pauls, meines Bruders, wurde gestohlen. Ich schreibe Paul, meinem Bruder. Ich treffe Paul, meinen Bruder.

LG Simone100

Mal zum genannten Beispiel: "Außerdem wird der Fall A vorgestellt, einem spanischsprachigen Mann, der ..."

"einem spanischsprachigen Mann" ist natürlich komplett falsch... Wie will man denn da den Dativ verteidigen?

Ein anderes Beispiel: "Der Preis für Brot, dem Grundnahrungsmittel der Bevölkerung, steigt unaufhörlich."

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