Grabungstechniker/ Archäologie Studium?

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3 Antworten

Prähistorische Archäologie = Sachkultur vor Einsetzen der Schriftlichkeit (im Betroffenen Kulturgebiet!)

Urgeschichte = früheste Menschheitsgeschichte

Vorgeschichte = auch hier wieder: alles vor Einsetzen der Schriftkultur

Frühgeschichte = grob Zeitenwende bis Frühmittelalter, also die Zeit, in der es vereinzelte Schriftquellen gibt)

Wo du am besten studierst, ist davon abhängig, auf welche Zeitstufe du dich letzten Endes spezialisieren willst. Denn auch in der VG ist es so, daß man nicht alles wissen und nicht auf alles spezialisiert sein kann. Eine Uni mit hervorragendem Ruf für Paläolithikum kann furchtbare Dozenten für die Metallzeiten haben und umgekehrt.

Generell würde ich dringend im Vorfeld zu einem Realitätsabgleich raten, nicht nur, weil sich viele unter dem Fach etwas ganz falsches vorstellen, sondern auch weil die Stellensituation im Fach alles andere als rosig ist, wenn man nicht schlecht bezahlt für Grabungsfirmen arbeiten will. Zu diesem Theme findest du genug Erläuterung bei vielen Fragen mit dem Tag Archäologie hier.

Mach noch während der Schulzeit einige Praktika, möglichst in unterschiedlichen Bereichen, rede mit Leuten, die im Fach tätig sind.

Solltest du danach immernoch studieren wollen, überleg dir, welche Zeit es sein soll. Selbst wenn du dich bei der Wahl der Uni vertust, wechseln ist heute weniger denn je ein Problem und eigentlich sogar wünschenswert.

Im Übrigen gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen einem studierten Archäologen und einem ausgebildeten Grabungstechniker. Wenn du wissenschaftlich tätig sein willst, führt um das Studium kein Weg herum. Machst du eine Ausbildung zum Grabungstechniker, mußt du dir bewußt sein, daß du bei der Stellensuche immer in Konkurrenz zu studierten Archäologen mit Grabungserfahrung trittst, die das gleiche leisten können wie du.

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Prähistorie, Urgeschichte und Vorgeschichte sind das gleiche. Damit ist die Archäologie schriftloser Kulturen gemeint.

Frühgeschichte ist der Zeitabschnitt der Geschichte, aus der es zwar schriftliche Überlieferungen gibt, die wesentlichen Erkenntnisse jedoch archäologisch gewonnen werden. Antike Kulturen des Orients und Mittelmehrraumes fallen nicht darunter, das sind wiederum eingene archäologische Disziplinen (Hetiologie, Assyrologie, Ägyptologie, klassische Archäologie).

Ur- und Frühgeschichte und die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit werden normalerweise als ein  zusammenhängendes Studienfach gelehrt.

Da die Institute in der Regel sehr klein sind und sich das Repertoire der Dozenten oft auf ihren eigenen Forschungsschwerpungt konzentriert, solltest du mehrere Unis besuchen: ein paar Semester im Rheinland, ein paar in Ostdeutschland und vieleicht auch mal in der Norddeutschen Tiefebene.

Als Grabungstechniker brauchst du kein akademisches Studium.  Das kannst du an Museen oder bei Bodendenkmalämtern lernen.

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Kommentar von Jerne79
11.02.2016, 14:47

Prähistorie, Urgeschichte und Vorgeschichte sind das gleiche. Damit ist die Archäologie schriftloser Kulturen gemeint.

Nein. Während Prähist. Arch. und VG tatsächlich Synonyme sind, bezeichnet Urgeschichte den ältesten Abschnitt der Menschheitsgeschichte.

Ur- und Frühgeschichte und die Archäologie des Mittelalters und der
Neuzeit werden normalerweise als ein  zusammenhängendes Studienfach gelehrt.

Auch hier: Nein. Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit ist eine eigene Fachrichtung. Wenn man davon absieht, daß heute in der Regel sämtliche archäologischen Fächer einer Universität zumindest für das Grundstudium bzw. bis zum Bachelor zu einem Fach "Archäologische Wissenschaften" oder ähnliches verschmolzen sind. Die allerwenigsten UG/VG/FG-Institute haben mehr als ein bißchen Frühmittelalter im Angebot. An einer Uni ohne Institut für Arch. des Ma und der NZ darf man sich keinen Input in diesem Bereich erhoffen.

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Bevor du ein Studium in diesem Bereich ansteuerst, solltest du dich erst mal über spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informieren.

Mein Sohn wollte vor einigen Jahren auch Archäologie studieren, hat aber dann davon abgesehen, weil die Chancen nach dem Studium eine bezahlte Anstellung zu finden sehr gering waren.

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