Grabrede für meine Freundin

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Auch wenn du darum gebeten worden bist, musst du das nicht machen. Ich stelle es mir sehr schwer vor, in der Trauersituation die richtigen Worte zu finden. Natürlich wäre es aber sehr schön, wenn du es machst. Ich würde etwas aus einer Begegnung mit ihr erzählen. Eine Geschichte/Anektode, eine ganz besondere Situation, die ihr gemeinsam erlebt habt, oder einen ganz besonderen Satz, den sie gesagt oder immer wieder gesagt hat. Sicher gibt es so einen Moment, der dir in Erinnerung geblieben ist. Es darf ruhig etwas zum Schmunzeln sein. Irgend etwas, dass daran erinnert, wie das Mädchen eben war. Man wird dir in dieser besonderen Situation auch verzeihen, wenn du nicht die richtigen Worte findest, es ist ja wirklich ziemlich schwer.

Zunächst einmal mein herzlichstes Beileid.

Also jeder Mensch wird Verständnis dafür haben wenn du nicht viele Worte rüberbringen kannst und für Tränen musst du dich auch nicht schämen.

Gut kommt es auch wenn du den Charakter deiner Freundin mit einziehst, und es auch in Verbindung mit ihrer Krebserkrankung bringen kannst.

In etwa so, Trotz ihrer schweren Krankheit war Anna immer sehr tapfer und hat gegen ihre Krankheit gekämpft aber am Ende war der Tod doch stärker.

Und dann kannst du ja noch ein oder 2 Sätze zu eurem Kennenlernen und eurer Beziehung sagen und wie du sie charakterlich empfunden hast.

Es gibt ein schönes Zitat von Bertolt Brecht, welches auch zu deiner Freundin passt:

"Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Wer kämpft, kann gewinnen oder verlieren." Meine Freundin Anna hat gegen ihr Schicksal gekämpft und am Ende doch ihr Leben verloren. Auch wenn sie nun als Mensch nicht mehr bei uns sein kann, worüber ich zu tiefst erschüttert bin, so wird sie doch immer tief in unserem Herzen bleiben.

Liebe Anna mach es gut. Ich liebe dich und werde dich für immer lieben. Du warst immer so eine liebevolle Freundin, warst gerade auf dem Weg erwachsen zu werden und die Welt aus anderen Augen kennenzulernen. Doch leider lag ein unüberwindbarer Stein in deinem Lebensweg über den du unglücklich gestolpert bist und nicht mehr aufstehen konntest. Das schlimmste im Leben eines Menschen ist der Tod, denn eine Krankheit kann man therapieren, den Tod nicht.

Mach es gut, meine Liebe. Ich hoffe, du hast jetzt eine schöne Wolke im Himmel und wachst jetzt als Schutzengel über uns.

Auch für dich Alles Gute in dieser schweren Zeit.

lg, jakkily

Mein Lieber kKnnibob. Deine Freundin ist tot. Ich würde an deiner Stelle keine Grabrede halten. Deine Freundin erwartet das sicher nicht von dir. Du wirst in Weinen ausbrechen und der Schmerz bei allen wird sich vergrössern - das wars - geholfen hat es niemand.

Deine freundin ist jetzt in einer Welt voller Seeligkeit, ihr geht es wunderprächtig, davon kannst du tausend Prozent ausgehen. Sie hat nicht das geringste Problem, da wo sie jetzt ist, das Problem haben nur die Hinterbliebenen. Deine freundin will nicht, dass jemand um sie weint. Garantiert nicht. Du beweinst in wahrheit auch nicht sie, sondern nur dich selber. "Wie kann sich mich nur so allein lassen..." Jede Trauer ist immer nur ein Selbstmitleid. Daran ist nichts Schlimmes, aber es hilft, das zu wissen. Die Wahrheit ist: "Ihr gehts gut - aber ich mach mich fertig!"

Sie fühlt jetzt auch übrigens nichts mehr, was wir hier unten mit "Stolz" beschreiben. Da wird nämlich viel illusorisches Zeug an Beerdigungen geredet. "Wenn er/sie das jetzt sehen könnte, wäre sie sicher stolz darauf". Stolz gibt es nicht mehr in der Welt, in der sie jetzt ist. Es gibt auch kein Bedauern, kein Groll, kein Anhaften, keine Sehnsucht mehr. Das ist alles vorbei. Nur tiefer Frieden und Glückseligkeit

Ich gebe dir jetzt einen Tipp, wie du mit deiner Trauer umgehen kannst. Keiner der drei Möglichkeiten ist besser, als die andere, such dir einfach diejenige aus, die dir machbar scheint. Es geht darum, dass du dich nicht mehr so sehr identifizierst mit dem, was passiert ist. Denn du bist nicht die Trauer, durch dich passiert Trauer - das BIST du nicht!

1) Sehe dein Trauergefühl an, beobachte es von aussen und sage dir: "ja, es ist völlig OK, dass ich so traurig bin. Ich liebe mich dafür, traurig zu sein"

2) Vor dem Trauergefühl sind Gedanken. Die Trauer kommt nicht von allein, die MACHST du - über die immer wiederholten selben Gedanken. Du kannst jetzt deine Gedanken beobachten, die du da immer wieder in deinem Kopf wiederholst (die haben übrigens nur mit dir zu tun, nicht mit deiner freundin). Beobachte diese Gedanken von aussen und sage dir: "ja, es ist völlig OK, dass ich so denke. Ich liebe mich dafür, diese Gedanken zu denken"

Der nachfolgende dritte Schritt wird dir nicht gelingen, aber das macht auch nichts. Du sollst nur wissen, das es diesen Schritt gibt.

3) Beobachte das ereignis - den Tod. Wenn du keine Gedanken mehr dazu hast, ist der Tod nichts Schlimmes. Da ist ein Mensch gestorben - Das ist in Wahrheit ein neutrales Ereignis. Nur unsere Gedanken machen es zu etwas Schlimmen. Wenn du es ohne Gedankenkommentar nimmst, wie es ist, dann kommt auch kein negtaives Gefühl mehr auf.

vorab- fühl dich mal in den Arm genommen.

Ich kann dir nur raten: wenn du das nicht willst- lass dich bitte nicht dazu drängen. Ich würde mir das nicht zutrauen (und ich bin mehr als 40 Jahre älter als du)

Wenn du es doch machst hier eine Idee: Erzähle von dem Tag als ihr euch kennengelernt habt und /oder von einem Erlebnis welches ihr zusammen hattet oder warum du sie gern gehabt hast.

Ich drücke dir die Daumen dass du für dich die richtige Entscheidung triffst.

Danke... Ich muss grade echt weinen!

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