Gott und die Wissenschaft

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5 Antworten

Wenn Jean Guitton sagt (nach Wikipedia):

"Ich fordere den Leser also auf, über die drei Merkmale nachzudenken, die diesen [metarealistischen] Rahmen zu definieren scheinen:

1) Geist und Materie bilden ein und dieselbe Realität

2) der Schöpfer dieses Universums aus Materie und Geist ist transzendent

3) die Realität "an sich" dieses Universums ist nicht erkennbar."

Dann kann man ihm mit Kant in Punkt (1) zustimmen und es gibt nicht mal Widerspruch zu Epikur oder Karl Popper. Die Aussage in Punkt (3) wiederholt Kant und seine Aussage über die "WELT AN SICH". Kant zieht aus Punkt (3) die Schlussfolgerung, dass wir darum auch nichts "wissenschaftlich" über GOTT aussagen können. Demnach müsste Punkt (2) lauten: Wenn es einen Gott geben sollte (was Glaubenssache ist), dann ist er transzendent und eine Aussage, dass er SCHÖPFER ist, kann nur als Glaubensaussage gemacht werden. Die Aussage (2), wie sie oben zitiert wird, steht in Widerspruch zu (3).

Es gibt immer wieder Versuche gläubiger Menschen, auch in der Esoterik, Einzelaussagen der Physik, vor allem in der Deutung überzogene Aussagen der Quantenphysik, zu metaphysischen Spekulationen auszuwalzen. Sie vergessen dabei, dass man diese überzogenen Interpretationen nur akzeptieren kann, wenn man vorher ihre Glaubensvorstellung akzeptiert hat. Denn die einen wollen ihren Monotheismus damit stützen, die anderen ihren Pantheismus, wie es gerade passt. Das ist verständlich aber unredlich.

Schwer zu sagen. An Ideen ist erst ein mal nichts verwerfliches, und wenn sie dich zum nachdenken und phantasieren anregen ist das gut.

Ich kenne das Buch nicht, und kann auch zu den Gebrüdern Bogdanov nicht mehr sagen, als was ich im Internet gefunden habe. Ihre Veröffentlichungen waren nicht gefälscht, sondern nur völliger Unsinn. Ihre Artikel bestanden aus quasi sinnlos aneinandergereihten Fachbegriffen.

Was sie in diesem Buch schreiben, ist aus wissenschaftlicher Sicht wohl stark zu hinterfragen, aber als Denkanstoß und Unterhaltung gut zu genießen.

J.Guttion ist ein christlich-katholischer Philosoph und Theologe, der moderne Erkenntnisse in den Naturwissenschaften, speziell in der Eleementtateilchenphysik, heranzieht um die Notwendigkeit eines Schöpfers zu demonstrieren.

** **Nun zu seinen Aussagen****

1.Geist und Materie sind ein und dieselbe Realität

Mit dieser Aussage will er den cartesianischen Dualismus aufheben. Wenn geistige und materiellen Vorgänge, ein und denselben Realitätsgehalt besitzen, muß ihnen ein drittes Prinzip zugrunde liegen. Dieses ist eine göttliches. Dieses göttliche Prinzip ist der Schöpfer oder Gott.

2.Da der Schöpfer oder Gott aller geistigen und materiellen Vorgänge jenseits aller menschlichen Erfahrbarkeit ist, ist er eben transzendent.

3.Die Wendung " Realität an sich " ist genauso ein geistiges Unding wie das Kantsche " Ding an sich " , das sich hinter jeder Realität verbergen soll, jedoch vom Menschen nicht erkannt werden kann.

Mit seiner metarealistischen Philosophie steht J.Guitton ganz in der Tradition der großen katholischen Metaphysiker des Mittelsalters. Das Ziel soll wohl sein, dass die RK Kirche wieder die Deutungshoheit, sogar mit Unterstützung von Naturwissenschaftlern, über die Naturwissenschaften zurückbekommt.

Das ist nicht meine Sache.

Ich nehme hier auch mal die drei thesen aus Wikipedia:

Geist und Materie bilden ein und dieselbe Realität
der Schöpfer dieses Universums aus Materie und Geist ist transzendent
die Realität "an sich" dieses Universums ist nicht erkennbar

Satz (1) bezeichnet man für gewöhnlich als Holismus.

Satz (2) als eine Form des Gottesbegriffs, in welcher Gott ausserhalb der Erfahrbarkeit liegt. Dies entspricht dem jüdischen Gottesbegriff.

Satz (3) haben schon viele (Wie Kant z. B.) sinngemäß aufgestellt.

Satz (3) stimme ich uneingeschränkt zu.

J'ai d'autre chat à fuetter. - kann ich als Preuße dazu nur sagen !

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