Gott: "Geheiligt werde dein Name" - wie geht das?

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Das Gebet sollte mit Anbetung beginnen, denn die Anbetung ist der Kern allen Betens. Das Wort "geheiligt", dass sich auf den Namen Gottes bezieht, spricht von Ehrfurcht vor Gott.

Dein ganzes Leben sollte Gott zur Verfügung stehen, nicht 1-2 Stunden an Weihnachten oder Ostern. Dann gibst du Gott mit deiner Lebensführung Ehre. Dann sind es nicht leere Worte, die du sprichst.

Römer 12 sagt in Vers 1 :"Brüder und Schwestern, weil Gott so viel Erbarmen mit euch gehabt hat, bitte und ermahne ich euch: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! Bringt euch Gott als lebendiges Opfer dar, ein Opfer völliger Hingabe, an dem er Freude hat. Das ist für euch der »vernunftgemäße« Gottesdienst."

Du machst Gott Ehre, wenn du glaubst. Das ehrt IHN, weil du zeigst, dass du IHM vertraust.

Schön, dass du dich danach ausstreckst.

Danke! "Ehrfurcht" finde ich ein gutes Wort. Was die Bedeutung des Namens Gottes betrifft, habe ich jetzt der Ratgeber-Community eine weitere Fage gestellt. Wenn du magst, schau auch dort mal hinein.

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@heureka47

"Anbetung" verstehe ich als "entspannt-konzentrierte, hingebungsvolle, vertrauensvolle Hinwendung", als "geistig-emotionale Ausrichtung auf Gott", auf das, was ich ihm geben will ebenso wie auf das, was ich von ihm zu empfangen hoffe. Obwohl ich mir vorstellen könnte, in einem Krisenfall, wo ich evtl. gar nicht so entspannt und ruhig bin, auch - und sehr intensiv - zu beten.

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im alten Testament nennt er sich Jahwe (Jachwe ausgesprochen) und das heißt "Ich bin da" oder "Ich bin für euch da" oder einfach nur "Ich bin"
den den Namen zu heiligen mußt du im übertragenen Sinne verstehn. So wie wenn ich sage "In meinem Namen ist es es in Ordnung" da spielt ja auch keine Rolle, wie ich nun heiße.

Eine wirklich interessante Frage. Ich wundere mich immer, wie man die Bibel nach Jahrtausenden überhaupt noch verstehen kann. Das liegt daran, dass der Inhalt geheiligt, in Ehren gehalten wurde. Benutzt man nämlich dieselben Wörter und Sätze für umgangssprachlich profane Dinge, dann ändert sich deren Bedeutung schon innerhalb von Jahrzehnten und spätere Generationen wundern sich was da für Blödsinn geschrieben wurde.

Nun, Blödsinn ist das nicht, nur sehr sehr alt. Jesus knüpft hier an die jüdische Tradition an, den Namen Gottes keinesfalls für etwas zu benutzen, das nicht ganz dasselbe beschreiben würde und somit der ursprünglichen Bedeutung nicht gerecht würde. Weil die ganze Bedeutung von Gottes Namen für Menschen gar nicht erfassbar ist hiess das meistens den Namen gar nicht zu benutzen. Auch das ist ein Weg, besser gar keine Bezeichnung als eine Verfälschte. Die Lücke wird dann vom Leser selber ausgefüllt im Bewusstsein der Unvollkommenheit seiner Vorstellungen, kann aber nicht mehr mit umgangssprachlichen Dingen in Verbindung gebracht und dadurch verfälscht werden. Die Leute machten das sehr schlau, sie hatten die feste Zusicherung einer sehr langen Zukunft. Viele grosse Völker sind verschwunden, die paar Hirten von damals sind geblieben.

Speziell zum Namen "Ich bin, der ich bin" fällt auf, dass es gar kein Name ist sondern eine Beschreibung. Gott hätte sich irgendeinen Fantasienamen geben können. Stattdessen kommt Gott auf die Frage nach seinem Namen scheinbar etwas in Verlegenheit. Ich denke da war nicht der Name gefragt, sondern Moses wollte eine Autorisierung für seinen Auftrag, die von seinen Landsleuten auch geglaubt wird. Es musste etwa so gut wirken wie eine vorher vereinbarte Parole, auf die das ganze Volk dann hören wird. Wegen der Nichtbenutzung wäre es zumindest hinterher als Erkennungszeichen brauchbar gewesen. Dafür ist es aber zu hintergründig. Eine für menschliches Verstehen schwer erfassbare Beschreibung, zutreffender als alles andere das man mit den Worten eines Hirtenvolkes hätte darüber sagen können. Und doch gerade deswegen so überzeugend, weil es am Alltäglichen völlig vorbeigeht. Gewiss hätte Gott seine Macht und Grösse erklären können, wer würde das glauben oder gar nachvollziehen können? Vielleicht hat er es versucht, aber das einzige was in der Sprache der Hirten davon übrigblieb war "Ich bin, der ich bin." Eine Sprache, die keinen Kosmos und keine Erde kennt, sondern nur den Boden unter den Füssen und den Himmel über den Köpfen. Und doch hat der Lehrer der Menschheit es geschafft, die einfachen Hirten zu nie dagewesenen Gedanken zu bewegen. Er definiert sich als der bedingungslos Seiende, der keinen Anfang und kein Ende haben muss, sondern einfach so existieren kann. Eine grosse Erkenntnis in der Entwicklung des Weltbildes der Menschen, dass etwas ewig sein kann. Heute würden wir zum Beispiel auch die Energie zu den (vielleicht) ewigen Dingen rechnen. Damals war es eine bahnbrechende Erkenntnis, von Menschen nicht erfindbar, daher eine Offenbarung die nur von Gott selbst kommen konnte. So war es auch nur konsequent, diese Bezeichnung für nichts vergänglich Irdisches zu verwenden, um ihre besondere Bedeutung nicht zu trüben, dieses Wissen nie wieder zu verlieren, etwa durch schlampigen Sprachgebrauch. Daher muss dieser Name geheiligt werden.

Der Vorteil von "Gleichnissen", "Symbol-Geschichten", "Sprachbildern" etc. ist, daß sie auch in den heutigen Verhältnissen deutbar und nutzbar bleiben. Ich hab zu meiner Frage noch eine weitere gestellt, die im Grunde einen Schritt zurück bzw. tiefer geht. Wenn du magst, schau da auch mal rein.

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@heureka47

Früher war es wohl so, daß "Name" mehr auf die äußere Erscheinung, auf Eigenschaften, Fähigkeiten usw. einging. Von daher würde ich nicht denken, daß Gott einen "Phantasienamen" nannte, sondern einen, der exakt seine Natur, sein Wesen, seine Eigenschaften und Fähigkeiten bezeichnet. Und wenn die unwandelbar sind, muß der damals genannte Name auch heute noch genauso exakt zutreffend sein. Das kann man aus meiner heutigen Sicht mit leichten Unterschieden tun - es kommt darauf an, auf welchen Aspekt seiner Natur, seines Wesens man schaut. So ist er nach der Lesart einiger neuerer Theologen "(alles) das, was ist", also "das (gesamte) SEIN". Dieses SEIN ist auch in jedem Menschen und wenn es im Bewußtsein des Menschen sich seiner selbst bewußt wird, dann ist es - dort - bewußtes Sein. Und das ist dann wieder die Formulierung, wie sie Moses am brennenden Busch - offenbar in seinem Bewußtsein - gehört hat: "ICH BIN". Moses hatte also eine "mystische" Erfahrung. Und dergleichen kommt auch heute immer noch vor. Leider sind sehr viele darauf - kulturell-religiös-mental - nicht vorbereitet und kommen damit in eine mehr oder weniger schwere Krise, viele landen beim Psychiater bzw. in der Psychiatrie und bekommen keine angemessene Erklärung, sondern statt dessen eine stigmatisierende Diagnose, evtl. auch noch Medikamente, die gar nicht unproblematisch sind. Und meistens versucht man ihnen die Realität dieser Erfahrungen als "nur krank" auszureden. Bei vielen entsteht DARAUS erst der wirklich schwere Konflikt. Wem soll man glauben: Der eigenen inneren - sehr intensiven - Erfahrung, oder dem - wissenschaftlich gebildeten - Psychiater??

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@heureka47

Ich fürchte Du bekommst ein Problem, wenn bei Dir alles verhandelbar ist. Eine psychiatrische Bibelauslegung geht eindeutig zu weit. So steht das nicht in der Bibel. Ein schitzophrener Moses hätte sicher kein ganzes Volk in die Freiheit führen können. Um den mächtigen Pharao seiner wertvollen Sklaven zu berauben braucht es mehr als psychologisches Herumblödeln. Deine Bewusstseinstheorie ist den hinduistischen Lehren entlehnt, die teilweise richtig sein mögen (ich denke begründet durch Nahtoderfahrungen aufgrund extremer Yogaübungen) aber nicht einfach so mit dem christlichen Konzept der Seele zu verwechseln sind.

Ich rate Dir daher, dich einer Gemeinschaft anzuschliessen, die eine etwas stabilere Meinung zu diesem Thema hat. Sonst wird man Dich verunsichern, täuschen, an der Nase herumführen bis Du das Gegenteil glaubst. Suche nicht nur zu wissen, sondern beherzige auch die Ratschläge der Bibel.

Markus 4,15: Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde.

  1. Korinther 11,13: Denn diese Leute sind Lügenapostel, unehrliche Arbeiter; sie tarnen sich freilich als Apostel Christi. Kein Wunder, denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts. Es ist also nicht erstaunlich, wenn sich auch seine Handlanger als Diener der Gerechtigkeit tarnen. Ihr Ende wird ihren Taten entsprechen.
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