Goethe? Seine Schreibkunst?

8 Antworten

Der Stil, in dem Dichter dieser Zeit schrieben, war keinesfalls die damals übliche Sprache. Dieser Stil war ein Kunstprodukt, den sich jeder Schriftsteller selbst erarbeitete. Die Menschen haben keineswegs derart druckreif gesprochen, auch die sehr gebildeten nicht. Allerdings waren sie in der Schreibkunst deutlich geübter als wir. Damals gehörte es in der gebildeten Klasse einfach dazu jeden Morgen mehrere Dutzend Briefe zu verfassen. Das übt.

Goethe schrieb doch kein Althochdeutsch. Althochdeutsch sieht so aus:

Ik gihorta dat seggen,
dat sih urhettun ænon muotin,
Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuem.
sunufatarungo iro saro rihtun.
garutun se iro gudhamun, gurtun sih iro suert ana,
helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun.

Goethe hat manchmal etwas veraltete Wortbildungen benutzt, aber das sind doch nur marginale Abweichungen von der heutigen Sprache.

Sorry wenn ich klugscheißen muss, aber das ist kein "Altdeutsch"...

Den Schreibstil der Sturm und Drang Epoche wirklich (also korrekte syntax etc.) zu lernen bedarf vermutlich eines kleinen Rhetorik-Studiums.

Ich würd den Goethe einfach lesen bis ich brechen muss. Dann kommt das beim Nacheifern vielleicht doch ganz von selbst ;) Oder muss es für einen Sprachwissenschaftler erkennbar richtig sein?

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