Glückvorstellung?

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5 Antworten

Hier habe ich etwas zum Thema "Was ist vollkommenes Glück" geschrieben und ich denke, das ist hier ganz passend:

https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-ein-vollkommenes-glueck-was-st-mit-vollkommen-gemeint?foundIn=list-answers-by-user#answer-190781575

Grundsätzlich glaube ich nicht an dauerhaftes Glück, sondern lediglich an die zeitlich begrenzte Erfahrung des Glücks.

Die reine Bedürfnisbefriedigung ist aus meiner Sicht eine Sackgasse, da die Gesellschaft immer neue künstliche Bedürfnisse schafft, so dass wir ohnehin nie glücklich und zufrieden sind, wenn wir diesen Verlockungen folgen.

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Ich bin Epikureer. Und was da heute so als "Glück" postuliert wird, ist der reinste Schwindel! Das ist die Leute hinters Licht geführt. Allein der Begriff "Glück" ist ein dermaßen breitgetretenes Wort, dass man im Prinzip fast alles darunter verstehen kann, was sich irgendwie einen positiven Glanz zugelegt hat, auch wenn das meiste davon nur Werbeglitzer ist. Den Philosophen der Antike von Protagoras bis Marc Aurel ging es vor allem um die Frage, wie man ein erfülltes Leben führen kann. Dazu wurde über die Bedingtheiten des Lebens selbst nachgedacht und es gab sehr unterschiedliche Antworten, was zu suchen und was zu meiden wäre, wo man Orientierung findet und wo tückische Fallen versteckt sind. Bestätigung des eigenen Handelns und innere Zufriedenheit waren zentrale positive Emotionen. Immer ging es um ein diesseitiges, aktuelles Leben.

Wir leben in einer Zeit, in der uns das Christentum gut 1800 Jahre dieses Denken abgewöhnt hat mit seinen Vertröstungen auf das Jenseits. Die Vorschriften, die Bedienungsanleitung sozusagen, die Hilfsmittel zum jenseitigen Glück kamen von einer äußeren Autorität, vertreten durch Kirche und Adel, wobei allein die Kirche die Hilfsmittel zur ewigen Seligkeit verwaltete. Manchem schwant da schon der Trick! Aber bis heute hängt uns an, dass wir den Sinn des Lebens immer wieder als Vorgabe von außen suchen, dass wir einem Allvater Staat alle Macht in die Hände legen und ängstlich davor zittern, für uns selbst Verantworung übernehmen zu müssen. Die ganze sozialistische Beglückung ist eigentlich ein Kirchenersatz, nur dass jetzt jemand anderes die Bedienungsanleitung schreibt und die Mittel verwaltet, mit denen wir angeblich alle gleich glücklich werden. Statt religiöser Konfession haben wir jetzt eine ideologische Konfession.

Aber es hilft nichts! Letztlich bleiben wir für unser Leben selbst verantwortlich und Glück ist die Befriedigung, in den Alltagsproblemen des Lebens positive Antworten gefunden zu haben. Wer sich auf die erwartet gleichmachenden Glückszuteilungen von Beamten verlässt, endet in einem Netz von Willkür. Je mehr Beamte, desto mehr Willkür als konkrete Antwort auf die hohlen Versprechungen der Politiker. Wer sein Leben erfolgreich in die eigenen Hände nimmt, darf sich der neidvollen Blicke der Kleinlauten und nur in Massen artikulierenden Schreier sicher sein. Solche Sätze gefallen nicht denen, die im Supermarkt der Massenanbieter nach Instant-Packungen zum Anrühren des kleinen Glücks suchen. Glück kann man nicht kaufen. Momente des Glücks fallen einem zu, wenn man aufmerksam und offen durch die Welt geht. Seelenruhe und eine tiefe Befriedigung bekommt man, wenn man die Erfahrung gemacht hat, dass man selbst mit den Aufgaben, die einem das Leben jeden Tag auf den Tisch packt, gut umgehen kann. Das kann einem niemand abnehmen und das will man auch nicht, wenn man erst einmal das gute Gefühl kennt, für sich selbstverantwortlich zu handeln.

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Glück gibt es für mich auch in verschiedenen Formen.

Sehr kurzfristig aber dafür intensiv spüre ich es wenn ich mich plötzlich an glücksgefühlen von meiner kindheit wieder hinenversetzen kann. Das kommt zum beispiel wenn schön warm ist mit bissle wind und duft von einer blumenwiese. Oder das eine lied das man in seiner teenagerzeit so genossen hat. Oder dieses parfume das so vertraut nach mama riecht 😅

Mittellanges glück empfinde ich wenn ich mich richtig frei von allem fühle. Keine verantwortung, keine grenzen, kein zeitmangel..

Langfristiges glück ist wenn ich nach hause komme. Da ist meine ordnung, meine warme wohnung, ich kann so sein wie ich bin und habe meine geliebten Menschen bei mir. Also vertrauen und wärme ist ein langfristiges glück für mich.

Aber was ich für mich erfahren habe ist das man sein glücksgefühl antrainieren kann. Man sollte alles bewusst leben und jedes der gefühle intensiv erleben. Dann kann sogar kummer sich gut anfühlen.. was wichtig ist und was freude bereitet können wir eigentlich sehr gut steuern aber wir sind so gefühltaub geworden deswegen sollte jeder trainieren intensiver zu fühlen..

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Meine Vorstellung von Glück ändert sich wie meine Identität. Ich bin kein Kind mehr, auch kein Jugendlicher, habe selber das Glück erlebt, zu lieben, zu heiraten, die Geburt unseres Sohnes und das Glück im Alltag, das aus der Liebe zu meiner Familie, meiner Frau und meinem Sohn erwächst.

Und dann habe ich erlebt, wie man alles Glück verlieren kann. Mein Sohn und ich hatten großes Glück, dass wir beide heute noch leben, weil ich dachte, nach dem Tod seiner Mama sollten wir ihr folgen. Schwere Depressionen und sozialer Abstieg, finanzielle Probleme, alles vorbei, so schien es einmal.

Wir haben großes Glück, dass da Menschen sind, die sich um uns kümmern, wenn es uns heute mal nicht so gut geht. Aber selbst an schlechten Tagen ist es schon Glück, einfach nur am Leben zu sein. 

Und wenn ich selber keinen Sinn sehe, so ist es doch das größte Glück, meinen Sohn lachen zu sehen. Und ich habe Glück, wenn ich in einer Verfassung bin, in der ich da mitschwingen kann. Diese Kommunion ist das einzige Glück, das mir etwas bedeutet. Grüße 

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Glück bedeutet für mich in Frieden zu leben, zu essen und zu trinken und ein Dach über den Kopf zu haben und geliebt zu werden. Das meiste habe ich dadurch erreicht, dass ich in einem Land geboren wurde wo all das selbstverständlich ist. 

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