Globuli mischen?

11 Antworten

Hallo Maaraa97,

ich würde Dir raten, nicht alles blind zu glauben, nur weil die Werbung mit positiv besetzten Schlagwörtern arbeitet wie "sanft", "natürlich" oder "nebenwirkungsfrei".

Leider sind junge Mütter die Zielgruppe schlechthin für die Anbieter scheinwissenschaftlicher Angebote wie der Homöopathie. Babys dürfen fast nichts wirklich Wirksames bekommen. Entsprechend oft werden wirkungslose Placebos wie eben diese Homöopathika gegeben. Die Mutter bekommt das Gefühl, etwas tun zu können. Sie ist beruhigt, was sich auch auf das Kind überträgt. Die Beschwerden vergehen mit der Zeit von selber - Blähungen und Spucken sind Alltagsbagatellen, die eben auch dann vergehen, wenn man sie mit nutzlosen Präparaten "behandelt".

Die Mütter erleben die Besserungen nach der Gabe der Zuckerkügelchen - und werten das irrtümlich als die versprochene "Wirkung". - Sie haben ja keinen Vergleich: Wer hat schon Zwillinge mit gleich starken Beschwerden und gibt nur einem davon die Zuckerl? Dann würde man erleben, dass die Blähungen bei beiden Kindern etwa gleich schnell/oft vergehen.

Auf diese Weise sammeln viele Mütter bei Bagatellen scheinbar "positive Erfahrungen" mit den Kügelchen... und benutzen oder empfehlen diese weiter: Auf diese Weise hat sich ein Millionengeschäft mit nachgewiesenerweise vollkommen unwirksamen Zuckerkügelchen entwickelt, das von ihren Anbietern verbissen mit intensiver Werbung und scheinwissenschaftlichen Auftreten verteidigt wird.

Dass das wissenschaftliche Urteil zur Homöopathie ganz anders ausfällt, kannst Du hier bei der Stellungnahme der Dachorganisation der Europäischen Wissenschaftsakademien nachlesen:

https://easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC_Homepathy_statement_web_final.pdf

Und hier die Zusammenfassung dieser Stellungnahme auf Deutsch:

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/neuigkeiten/248-aktuell-urteil-des-wissenschaftlichen-beirats-der-europaeischen-akademien-zur-homoeopathie

Das INH ist ein Zusammenschluss von Ärzten, Wissenschaftlern und anderen Verbraucherschützern, die Eltern und Patienten über die Fehlinformationen, die die Branche über ihre Globuli verbreitet, informieren und aufklären möchten. Dort findest Du seriöse, wissenschaftlich fundierte Informationen zur Homöopathie.

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/

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So, jetzt speziell zu den beiden Globuli, die Du da hast:

Okoubaka D3 und Carbo vegetabilis DH12: Carbo ist verkohltes Holz, allerdings in einer Verdünnung, die einem 10 000stel des gesetzlich erlaubten Grenzwertes von Arsen in Trinkwasser entspricht. Der Gesetzgeber hat diesen Grenzwert festgesetzt, weil selbst Arsen in dieser Verdünnung vollkommen harmlos ist. Entsprechend ist auch Holzkohle, die nicht annähernd diese Giftwirkung hat, in einer noch einmal 10 000fachen Verdünnung vollkommen wirkungslos.

Es ist also egal, ob Du das Carbo zusätzlich zum Okoubaka gibst.

Das Okoubaka hast Du in einer recht niedrigen Verdünnung bekommen, da ist von der Pflanze tatsächlich noch etwas drin. Gezielte Wirkungen sind trotzdem nicht von dem Mittel zu erwarten, weil auch die Anwendungsgebiete der Homöopathie nicht dem entsprechen, was die in den Pflänzlein enthaltenen Stoffe tatsächlich bewirken (sofern man sie in pharmakologisch relevanter Menge einnimmt).

Also Fazit:

Wissenschaftlich gesehen darfst Du da alles mischen, weil Du eh nur zwei Scheinmedikamente ohne die geringste Wirksamkeit in den Händen hast. Aus Sicht der Homöopathie darf immer nur eine Sorte Globuli gegeben werden - eine Regel, an die sich allerdings in der Praxis kaum jemand hält... (und wegen des Placebocharkters ja auch nicht halten muss.)

Ich persönlich würde beides meinem Kind nicht geben. Weil ich nicht gerne von Scharlatanen über den Tisch gezogen werde. Und weil ich wüsste, dass mein Kind entweder gar keine Medizin braucht - oder aber im Krankheitsfalle eine, die auch tatsächlich gezielt wirksam ist. Ein scheinwissenschaftliches Placebo braucht ein Kind nie.

Es ergeben sich aber Gefahren für Kinder, wenn ihre Eltern auf die Werbesprüche der Globuli-Branche hereinfallen und Globuli dann tatsächlich aufgrund erlebter Besserungen für wirksam halten: Dann nämlich besteht die Gefahr, dass Globuli auch dann noch gegeben werden, wenn das Kind eigentlich zum Arzt muss und behandelt werden muss. Leider kommt es immer wieder zu derartigen Therapieverzögerungen oder sogar -unterlassungen, weil Eltern vom Homöopathen Ängste vor echter Behandlung eingeredet wurden oder weil sie vom Homöopathen Globuli hemmungslos auch bei ernsten Beschwerden empfohlen bekommen.

Tu dem Kind etwas Gutes und lass Dich nicht von scheinwissenschaftlichen Pseudoverfahren einlullen. Das Spucken ist typisch für die ersten Monate, tritt meist nach dem Trinken auf und endet allerspätestens, wenn die Kinder anfangen zu sitzen. Mein Sohn hatte es ganz heftig, ich verspreche Dir, es hört von selber auf! Bei Blähungen hilft am besten, das kleine Bäuchlein zu massieren. Unter der Wärmelampe am Wickeltisch kann man da sehr kuschelige Momente mit dem Kind haben. ;-)

Grüße

Vielen Dank für deine freundlichen Informationen. Ich werde die Globuli nicht verwenden und stattdessen abwarten und Bäuchlein massieren  was ich ohnehin schon mache😊 Vielen Dank🌸

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Hallo, Ute woher nimmst du Dir das Recht heraus zu schreiben das die Homöopathie keinerlei Wirkung hat. Tausende von Menschen und Tieren sind durch die Homöopathie gesund geworden. Das sind also alles Spinner die schwere Erkrankungen überwunden haben, mit Hilfe der Homöopathie. Einige Beispiele findest Du hier; https://www.narayana-verlag.de/aktuelles.php

Beste Grüße

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@GeKro

Woher nimmst du dir das Recht heraus, mit Werbung herumzuspamen?

Im übrigen stände die Antwort auf deine Frage in Utes posting.

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@GeKro
Hallo, Ute woher nimmst du Dir das Recht heraus zu schreiben das die Homöopathie keinerlei Wirkung hat.

Lesen, GeKro, lesen: Im Text steht, die Begründung: Homöopathika sind Placebos. Placebos haben keine __gezielte__ oder __mittelabhängige__ Wirksamkeit. Es sind Placebos, Scheinmedikamente. Dass das so ist, ist bestens belegt. Siehe hierzu den Link zur EASAC in meiner Antwort.

Die Nachweise für diese Aussage sind - kurz zusammengefasst:

  • Widerspruch zum gesicherten Wissen der Naturwissenschaften
  • damit übereinstimmendes Versagen in klinischen Studien
  • damit übereinstimmende Häufung innerer Widersprüche und Zerfall in einander widersprechende Strömungen
  • damit übereinstimmend unwissenschaftliches Vorgehen der Vertreter (Keinerlei Versuche der Klärung innerer Widersprüche, keinerlei ernsthafte Beschäftigung mit der Datenlage (Stichwort pathologische Forschung), Verbreiten falscher Darstellungen zur Beleglage, Verbreiten antiwissenschaftlichen Gedankengutes, um sich der Nachweispflicht zu entziehen
  • damit übereinstimmend: Vorhandensein erheblich besserer Erklärungen für die "Erfolge"

Beachte bitte auch den Hinweis der EASAC, dass anderslautende Werbung wie von Homöopathen verbreitet, für den Patienten gefährlich werden kann.

Tausende von Menschen und Tieren sind durch die Homöopathie gesund geworden.

Erst einmal ist das "durch die Homöopathie" eine Behauptung, die an der Gesamtsicht der Studienlage scheitert: Eine Besserung nach homöopathischer Behandlung passiert eben noch lange nicht "durch" die Homöopathie. Bekommt aber beispielsweise ein zahnendes Baby Globuli, dann ist unvermeidlich beizeiten alles in bester Ordnung - weil der Zahn da ist. Die Mutter erlebt also trotzdem die Globuli gar nichts gemacht haben, NACH der Eingabe irgendwann ein fröhliches Kind. Das täuscht das "durch" vor - welche Mutter hat schon Zwillinge mit denselben Beschwerden und gibt nur einem die Globuli und benutzt das andere Kind als Vergleich?

Besserungen treten in einer Gruppe Patienten auch unter Behandlung mit nutzlosen Mitteln auf, wegen

  • der natürlichen Krankheitsverläufe (normales Ausheilen)
  • der Regression zur Mitte (natürliche Schwankungen der Heftigkeit von Beschwerden)
  • Effekte anderer Behandlungen
  • Effekte von Verhaltensänderungen und Lebensstiländerungen
  • andere Kontexteffekte

Die Aussage "Tausende wurden gesund" klingt toll. Sie suggeriert aber mehr als sie tatsächlich belegt:

Wie viele wurden denn behandelt? Wurden Millionen behandelt, aber nur tausende gesund, dann klingt das auf einmal gar nicht mehr so toll. Wie viele Patienten mit vergleichbaren Beschwerden wurden denn OHNE Behandlung genauso schnell gesund? Etwa genauso viele? Oder gar mehr? Dann hätte das Verfahren sogar geschadet!

Danach ist nicht deshalb. Die Homöopathen greifen einfach alle "danach" ab und verkaufen sie dem leichtgläubigen Kunden mit Sprüchen wie "tausende wurden gesund" als "deshalb". So funktioniert Werbung, aber nicht Medizin.

Und nein: Daran ändern auch irgendwelche Werbesprüche des esoterischen Narayana-Verlages nichts.

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Hallo! Eigentlich ist es doch egal ob Du Deinem Kind 1 x oder 2 x Placebo gibst. Trotz zahlreicher Untersuchungen konnte nie eine Wirkung nachgewiesen werden.

Verweise hier mal auf das Buch von Dr. Theodor Much

"Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin"

Es handelt sich um eine Nonsense-Therapie, eine Geldverschwendung und auch deswegen nicht unbedenklich, weil bei derartigen Scheintherapien bei ernsten Erkrankungen wertvolle Zeit vergeudet wird." <

Sagt eigentlich schon alles. Jedes normale Kranwasser hat eine erheblich höhere Konzentrationen an Phosphat, Kalium, Calcium usw. als viele derartige " Mittel" in ihrem verdünnten Zustand.

Mir tut das Kind leid - falls es wirklich etwas braucht. Schaden kann das Zeug natürlich kaum.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Ich hebe Okoubaka für das Spucken und Carbo vegetabilis für die Blähungen. Ernsthafte Erkrankungen hat er nicht, keine Sorge.

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@Maaraa97

Da es keine Wirkung hat wird es auch nicht schaden

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Hallo Maaraa,

Nein, zusammen geben kannst Du die Mittel nicht.
Eine, oder eine halbe Std. Abstand dazwischen halten.

Wenn die Symptomatik allzu akut sein sollte, probier einen kürzeren Abstand aus, das müßte klappen.

Okoubaka und das Carbo veg. hast Du in zwei verschiedenen Potenzen genannt.
In so einem Fall hab ich die Erfahrung gemacht, daß das höher potenzierte Mittel dann das niedrigere überdeckt hat - d.h. nach der Gabe des höher potenzierten Mittels mußt Du wieder mit dem Niedrigeren erst das Wirkniveau wieder aufbauen.
Falls Du einen Effekt in dieser Richtung wahrnimmst, könntest Du ja vom niedrigeren Mittel öfter geben, als vom anderen :
Zum Beispiel im Verhältnis 2:1 o.ä.

Alles Gute
Wellnessie.

P.S. D3 ist die niedrigere Potenz als D12.

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Nein, zusammen geben kannst Du die Mittel nicht.
Eine, oder eine halbe Std. Abstand dazwischen halten.

Ist das Homöopathie nach "Wellnessie"?

Homöopathie nach Samuel Hahnemann ist es jedenfalls nicht.....


§ 273 In keinem Falle von Heilung ist es nöthig und deßhalb allein schon unzulässig, mehr als eine einzige, einfache Arzneisubstanz auf einmal beim Kranken anzuwenden. Es ist nicht einzusehen, wie es nur dem mindesten Zweifel unterworfen sein könne, ob es naturgemäßer und vernünftiger sei, nur einen einzelnen, einfachen wohl gekannten Arzneistoff auf einmal in einer Krankheit zu verordnen, oder ein Gemisch von mehreren, verschiednen. In der einzig wahren und einfachen, der einzig naturgemäßen Heilkunst, in der Homöopathie, ist es durchaus unerlaubt, dem Kranken zwei verschiedne Arzneisubstanzen auf einmal einzugeben. 
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ja, nach Hahnemann wäre immer ein einziges Mittel zu geben. nach unserer Ärztin jedenfalls darf es auch wie in o.a. Tipp mit zwei Mitteln gehen - das hat bislsng immer funktioniert.

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.... wobei Dein Zitat nicht ganz passt : ich habe nicht empfohlen, die Mittel zusammen einzunehmen. Sondern getrennt voneinander .

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