Globalisierung: Auswirkung --> Müll, Afrika?

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Globalisierung bedeutet, dass ökonomisches Handeln nicht mehr auf Regionen, Länder begrenzt ist und begrenzt werden kann, weil durch den internationalen Handel (Waren, Dienstleistungen, Rechte, Finanzen) einzelne Länderregierungen allein keinen Zugriff mehr haben, wenn sie etwas fördern oder einschränken wollen. D.h. alle ökonomischen Theorien, die eine relativ große Handlungsautonomie regionaler Autoritäten voraussetzen, verlieren ihre Bedeutung - z.B. die keynesche Theorie des Defizit Spending. Die Unterstützung der Solarindustrie über Förderung der Verbraucher, wenn sie Solar eingesetzt haben, hat letztlich die chinesischen Solarhersteller gefördert.

In Europa tobt ein harter Preiskampf. Oberste Maxime ist: Hauptsache billig. Das führt dazu, dass Krabben von der Nordsee nach Marokko zum Poolen durch billige Arbeitskräfte gekarrt werden und portioniert werden sie dann in angekarrte billige Behältnisse aus Fernost. Ein billiges Endprodukt, das der deutsche Verbraucher durch Kauf honoriert, setzt möglichst billige Vorstufen der Produktion voraus. Darüber machen sich die, die billige Endprodukte kaufen, keine Idee.

Für den Tansport, die marketingoptimale Präsentation wird teils nicht nur mehr Geld für die Verpackungen wie für den Inhalt ausgegeben, sie wandern, nach dem der Kaufanreiz erledigt ist, als Abfall in die Mülleimer und von dort tonnenweise auf die Müllhalden. Einmal kostet Entsorgung Geld. Zum andern kann man auch insoweit ökonomisch entsorgen, als in den Abfällen jede Menge Grundstoffe stecken, die weiterverwertet werden können. Die öffentlichen Gemeinden, die die Grundentsorgung organisieren, erheben dazu einerseits Gebühren. - nur nebenbei - immer mehr Bürger wollen auch für die Entsorgung nichts zahlen und entsorgen selbst wild - Mit dem Einsammeln ist es ja nicht getan. Auch den Müll auf eigene Müllhalden kippen oder verbrennen oder zerlegen ist ja nicht kostenlos. Also entsteht auch da wieder eine Kette der niedrigeren Kosten.

Für die Gemeinde am teuersten ist die Eigenentsorgung in der Region, verbunden mit Bürgerwiderstand gegen Müllhalden und Verbrennungsanlagen. Da bieten sich Spezialunternehmen an, die den Müll gegen eine geringere Gebühr als die Eigenentsorgung abholen und weiter"verarbeiten". So entsteht entlang ökonomischen Regeln effektiven Mitteleinsatzes eine ganze Kette einer internationalen Entsorgungsindustrie. Das funktioniert nicht überall! Man beachte die Müllberge z.B. in Neapel. Die zunehmende wilde Müllentsorgung in Deutschland zeigt, dass es auch hier zunehmend Leute gibt, die die Folgen ihres Konsums nicht bezahlen wollen. Es entsteht eine Schere: Die Müllmenge nimmt zu und die Bereitschaft, für deren Entsorgung zu zahlen, nimmt ab. Das öffnet Tür und Tor auch für kriminelle Elemente, weil staatliche Stellen nicht mehr so genau hinschauen, hauptsache, sie werden die wachsenden Müllberge günstig los.

Die Verbraucher dagegen hätten alles gern umsonst (Ausbeutung der Produkton und Handelsvorstufen bis zum schlecht bezahlten Handel) und hätten mit der Entsorgung am liebsten nichts zu tun, vor allem nicht mit deren Kosten. Das nennt man sich in die Tasche lügen.

http://www.greenaction.de/kampagne/muellentsorgung-in-afrika

Nix zu finden??? Google ist schlau!!!

Was du meinst, ist reiner Elektroschrott, der von hier aus gewerblich aber auch privat verschifft wird. Im übrigen ist nicht nur der afrikanische Kontinent davon betroffen, ähnliche Bilder von Elektroschrott-Müllhalden gibt es auch aus Asien.

Illegale Müll-/Sondermüllentsorgung findet immer noch auch auf See statt und in Ländern, die für die Müllabnahme bezahlt werden. Das tragische dabei ist, dass über enthaltene Toxine nicht ausreichend oder auch gar nicht informiert wird und die Empfängerländer nicht über ausreichende Schutzmaßnahmen verfügen und sei es nur die Schutzkleidung für Mitarbeiter.

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