Gleichmäßig treiben um Pferd durchs Genick zu kriegen?

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3 Antworten

Es kommt darauf an, was du mit ständig treiben und ständig Zügelspielen meinst.

Ich treibe weit mehr über meinen Sitz, als über die Beine. Auch bin ich nicht an den Zügeln - eigendlich sogar gar nicht, weil ein Pferd von alleine dahin kommt und man es eh nicht mit den Zügeln runter bringen kann.

Ein durchlässiges Pferd erreicht man nicht durch ständig was dran rummachen, sondern einfach nur vorwärts, locker und gut mitschwingen. Dann kommen zumindest meine Pferde mir vollkommen von alleine entgegen.

Die Hinterhand aktivierst du mit deinem Rücken weit besser, als mit aller Beintreiberei.

Ich reite schon länger über Impuls, als es diesen Ausdruck überhaupt gibt. Also eine kleine Hilfe und dann geht das Pferd so lange in dieser Gangart, oder in der Art, bis ich was anderes anweise.

Also wenn ich für eine 1/2 Stunde im Schritt gehen will, dann treibe ich ein mal ganz am Anfang und dann wird das Tier zum Selbstläufer.

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LoveDancing 23.05.2016, 23:01

Und wie hast du das geübt?

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friesennarr 24.05.2016, 14:36
@LoveDancing

? Wie man sowas übt - gar nicht. Man lässt es einfach nie so weit kommen, das man mit Kraft das Pferd vorwärts bewegt.

Arbeit an den langen Leinen hilft bestimmt am meisten ein stumpfes Pferd wieder in den vorwärtsmodus zu bringen.

Viel liegt auch in der Motivation und in der Abweichslung (großgeschrieben) die Abwechslung ist das A und O in der Pferdeausbildung. Longieren - Reiten - Longieren - Reiten ist keine Abwechslung.

Um ein Pferd wieder zu sensibilisieren, muß man selbst immer sensibler werden, immer feiner - irgendwann bemerkt das sogar das abgestumpftete Tier.

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Hallo,

zunächst einmal der Sinn dahinter:
Durch das Gewicht des Reiters wird der Pferderücken nach unten gedrückt bzw. die Wirbelsäule biegt sich. Somit kommen sich die Dornfortsätze näher, was im Schlimmsten Fall irgendwann zu Kissing Spines führen kann.
Daher soll erstmal der Rücken wieder nach oben. Rein logisch funktioniert das, indem von unten eine Gegenbewegung kommt. Also Dein Bein. Das soll daher auch nicht den Effekt des Treibens haben, sondern den, dass das Pferd den Rücken wieder nach oben hebt. Dass das Pferd durch den Schenkeldruck schneller wird ist ursprünglich nie gewollt gewesen, aber eine weit verbreitete
Angewohnheit.
Warum jetzt den Kopf in die Senkrechte? Das Pferd besitzt, wie der Mensch auch, ein Nackenband, was sich bei gesenktem Kopf schön über die Wirbelsäule spannt und somit nirgends scheuert. Damit das Pferd diese Position einnimmt, muss nun (also während das Pferd mit dem Rücken oben und im entspannten Laufen bereits nach vorne gestrecktem und schon gesenktem Kopf läuft) nur noch ein leichtes Anzupfen der Zügel erfolgen. Meist beginnt das Pferd dann noch leicht zukauen, indem es das Gebiss in die für es selbst angenehmste Position schiebt.

"Von hinten nach vorne reiten" heißt also nur, dass zunächst der Rücken oben sein soll, bevor man beginnt das Nackenband zu spannen.

In Reitschulen wird oft gesagt "Druck am Zügel aufbauen und treiben", was aber nicht den Zweck erfüllt und das Pferd stattdessen mit dem Druck des Gebisses kämpft (man bedenke die schmalen Kieferknochen, auf denen es liegt und die Zunge, die teilweise so stark heruntergepresst wird, dass das Pferd nicht mehr schlucken kann und beginnt zu speicheln, etc. ...).

LG

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Auch beim  englischen Reiten ist Dauertreiben genau so wenig erwünscht wie ständiges Zügelzupfen. Das ist schon deshalb logisch, weil der englische Reitstil aus dem Militär geboren wurde - wie hätten die Solaten einen Krieg überstehen können, wenn sie ihre Kraft hätten aufwenden müssen, um den ganzen Tag  auf den Pferden herumzuackern. 

Das stumpft das Pferd nur ab. Wenn du es nicht so fleißig bekommst, dass es von selber läuft, wirst du es nie wirklich an die Hand reiten können, sondern Du ziehst es zusammen und das ist für Euch beide ungesund.

Es gibt ein Buch, dessen Titel eigentlich schon alles sagt: " Schmeichelnder Sitz, atmender Schenkel, flüsternder Zügel". ( Hübner)

Zuerst mal ist der losgelassene, schmeichelnde Sitz, der das Pferd in keinster Weise stört, das a und o. 

Ein Schenkel, der weit genug hinten ruhig liegt und vom Pferd als treibende Hilfe empfunden wird, solange er passiv in der Bewegung des Pferdes mitgeht; mit " atmet".

Und die Hand, die immer zum Nachgeben  bereit ist und niemals rückwärts wirkt, sondern das Pferd sanft führt wie wenn man ein kleines Kind an die Hand nimmt.

Das zu lernen, ist für die meisten Reiter eine Lebensaufgabe - vor allem, wenn man es mit dem Pferd zusammen lernen muss, weil man nie spüren konnte, wie sich das anfühlt, wenn das Pferd bereits entsprechend ausgebildet ist.

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