Gleichbleibend hohe Dosierung vermeiden?

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3 Antworten

Deine Deutung ist richtig.

Der Grund für diese Angabe ist, dass der Körper sich sozusagen an bestimmte Medikamente gewöhnt. Er erhöht seine Fähigkeiten, die Medikamente abzubauen. Dies passiert besonders bei hoch dosierten Medikamenten die ja vom Körper mehr oder minder als Gifte behandelt werden. Außerdem gibt es auch psychische Gewöhnungseffekte.

Gleichzeitig kann es bei bestimmten Medikamenten der Fall sein, dass eine Erhöhung der Dosis einfach nichts mehr bringt, weil alle von diesem Medikament benutzten Wirksysteme bereits besetzt sind. Dies sind üblicherweise MEdikamente, die über bestimmte Rezeptoren wirken. Von denen hat man eben nur eine endliche Zahl im Körper. Wenn alle Rezeptoren besetzt sind, dann nützt eine Dosiserhöhung gar nichts - verständlich?

Ein gutes Beispiel sind Opiate, die gern bei chronischen Schmerzzuständen gegeben werden. Sie wirken über Opiatrezeptoren, die halt irgendwann voll besetzt sind und eine Dosiserhöhung dann keinen Sinn mehr macht (nennt man Ceiling-Effekt, ganz nebenbei). Gleichzeitig wird der Abbau von Opiaten im Körper bei dauerhafter hochdosierter Anwendung gesteigert, sie verschwinden schneller aus dem Blut. Damit ist natürlich ein Nachlassen der Wirkung verbunden.

Das kann zu der interessanten und schwer verständlichen Kombination von Sätzen, die du oben genannt hast, führen. Wenn man nur die Rezeptorgeschichte für sich betrachtet, also den Ceiling-Effekt, erklärt ich der erste Satz. Der zweite erklärt sich mit dem gesteigerten Abbau des Wirkstoffs. Klinisch kann das dazu führen, dass durch den gesteigerten Abbau sich die Höchstdosis eines jeden Individuums permanent verändert. Es ist also die Aufgabe, einerseits so viel Opiat zu geben (wenn wir denn bei dem Beispiel bleiben wollen), um 100% der Rezeptoren zu besetzen, aber eben so, dass es durch den gesteigerten Abbau nicht zu Lücken in der Abdeckug kommt. Gleichzeitig macht es aber eben auch keinen Sinn, astronomisch hoch zu dosieren, da einerseits nur noch bessere Abbaumechanismen entwicklt werden, und andererseits eben keine VErbesserung der Wirkung, sondern nur noch der Nebenwirkungen auftreten wird.

Leider ist das ganze etwas kompliziert, ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken. Sonst gern nachfragen.

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Kommentar von Kohlhaas89
01.03.2017, 12:10

Super! Alles klar und deutlich. Besten Dank für die Mühe und die Zeit. 

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Es fällt mir ebenfalls sehr schwer, das nachzuvollziehen. Erstens ist es völlig unlogisch, dass eine Dosiserhöhung die Wirkung abschwächt, und zweitens passt das mit dem Vermeiden gleichbleibend hoher Dosierungen nicht.

Für mich klingt das wie ein Druckfehler.

Da gibt's nur eins: Falls du das in einer Packungsbeilage gefunden hast, ruf beim Hersteller an. Dort sitzen Mediziner, die sich mit dem betreffenden Produkt besser auskennen als irgendjemand sonst. Die kennen sämtliche Studien.

Wenn du es natürlich irgendwo im Internet gefunden hast, besorg dir die originale Packungsbeilage und lies nach. Alle Packungsbeilagen findet man auch online.

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Kommentar von Kohlhaas89
01.03.2017, 08:34

Ich muss nur diese stelle richtig deuten. Diese Formulierung, dass gleichbleibend hohe Dosierungen zu vermeiden sind, ist kein Einzelfall. Andererseits macht es mir keinen Sinn. Komisch.

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Frag deinen Arzt oder Apotheker. Diese können dir das ganz genau erklären, insbesondere bei dem Medikament um das es dir persönlich geht.

Es gibt Medikamente, die müssen in der passenden Dosierung in bestimmten Abständen eingenommen werden - um den entsprechend gewünschten Effekt auf den Körper haben zu können. Ein "herumexperimentieren" mit der Dosis oder den Einnahmeintervallen  wirkt sich dann negativ auf den Körper aus, die optimale Wirkung kann dadurch beeinträchtigt werden.

Bei Schmerzmedikamenten (beispielsweise) ist es so das die Wirkung schwächer wird je häufiger der Körper damit konfrontiert wird. Wenn man sich beispielsweise wegen jeder Schmerzart sofort 2 Tabletten irgendeines Schmerzmittels reinpfeift. Der Körper könnte sich mit der Zeit daran gewöhnen und irgendwann müsste die Dosis erhöht werden um eine vergleichbare Schmerzlinderung zu erfahren.

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