Glaubt ihr die Massentierhaltung wird zukünftig abgeschafft werden?

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine spannende und komplexe Frage, die man natürlich nur subjektiv beantworten kann. Nutztierhaltung bedeutet ja auch nicht "nur" Leid für die Tiere, sondern ist auch eine der wichtigsten Ursachen für Klimawandel, Hunger und Armut auf der Welt. Ich selbst bin vor etwa fünf Jahren Veganerin geworden und je mehr man sich mit der Thematik beschäftigt, umso stärker wird einem die Absurdität dieses Systems bewusst. Für den Futtermittelanbau werden beispielweise Regenwälder zerstört, das heimische Grundwasser wird wegen der Güllemassen verseucht, Kühe produzieren Unmengen schädliches Methan und vieles mehr. 

Man wird auf gesellschaftlicher und politischer Ebene nicht mehr lange um dieses Thema herumkommen können und Lösungen finden müssen. Ich denke zwar nicht, dass jeder zukünftig vegan oder vegetarisch leben wird, aber ich denke, dass Fleisch von Lebewesen tatsächlich irgendwann einmal in der Nische verschwinden wird.

Richard David Precht hat zu dieser Frage eine interessante These. Er geht davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren das Laborfleisch den Markt erobern wird. Hier das Video dazu: 

https://youtube.com/watch?v=5ptZsv9lTZo

 

Hi Immer mehr Leute protestieren gegen diese ungerechte Haltung dem Tier gegenüber und die Proteste sind meiner Ansicht nach völlig zurecht.

Ich weiß was du meinst- nur der Begriff Massentierhaltung ist, nebenbeigesagt, unscharf. Denn es kommt nicht oder selten auf die Anzahl der Tiere an. Intensive Haltung ist das neutralere Wort und es gibt dabei Tiere, die besser oder schlechter damit leben können. Man müsste es also im Einzelfall betrachten und sollte es nicht über einen Kamm scheren.

Aber ja, sicher gibt es da viel unanständiges und es gibt auch gute Gründe, weniger, kein oder anderes Fleisch zu essen um dazu nicht beizutragen. Seh ich auch so.

Auch steigen immer mehr Leute auf eine veganer und vegetarische Ernährung um.

Ja, aber wir reden hier von ein paar Prozent konsequenten Vegetariern- und nur die Veganer sind ja wirklich raus aus dem Spiel und das sind nach wie vor wenige- auch wenn sie medial stark vertreten sind.

Immer mehr Leute möchten ja auch lieber Bio kaufen.

Kennst du die Argumente gegen Bio? Sie sind sehr gut :-)

- es gibt nachweislich keinen gesundheitlichen Vorteil, während die Branche weiter mit diesem Vorurteil prahlt.

- der Flächenverbrauch ist höher

- was nicht regional ist hat keinen Vorteil für die Umwelt, egal ob Bio

- vor allem aber: Das ganze Konzept "BIO" ist ein einziger naturalistischer Fehlschluss bzw. eine appeal to nature fallacy: Das was "natürlich" ist, in Abgrenzung von "menschengemacht", wird als automatisch gut angesehen. Das ist absolut irrational. Kein Wunder dass die Biobranche auch Esoteriklabel wie das völlig absurde anthroposophische demeter-Label umfasst.

Vorteile für Bio sind imho vor allem der Erhalt der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt sowie dass sich die Produktpalette dadurch erhöht- das wäre aber auch irgendwie mit einem reformierten und rationalen Konzept für "traditionelle" Landwirtschaft möglich- und sollte niemals für ALLE landwirtschaftliche Produktion, auch nicht in Deutschland, gefordert werden, weil die Erträge geringer sind. Eben z.B. wegen der Verteufelung effektiver und sicherer Pflanzenschutzmittel.

So, immer mehr protestieren also dagegen, aber trotzdem steigt die Anzahl an Fleischherstellung und es wird VIEL weniger gegessen, als produziert wird.

Das kann ja schlecht sein, oder? Meinst du damit dass viel weggeschmissen wird oder was? Wer bezahlt denn die Produktion des Überschusses? (Klar, die EU :-))

Nun meine Frage, glaubt ihr es wird zukünftig mit der Produktion zurückgehen und wenn ja, wann ungefähr?

Dazu müste man mal ein Orakel befragen. Ich glaube es sieht schlecht aus, wenn man sieht wie der Wohlstand in vielen ehemals armen Ländern steigt und wie diese Menschen auch einen westlichen Lebensstil mit viel Fleisch übernehmen. Oder auch wie gewisse Tierhalter darauf bestehen, dass auch Hunde und Katzen in den Genuss von feinstem Muskelfleisch kommen sollen. Es gibt da Produkte da fällt mir die Kinnlade runter.

Die Produktion wird nicht viel zurück gehen, da es noch genug normal denkende Menschen gibt. 
Massentierhaltung ist nicht grundsätzlich schlecht. Viele Tiere sind Herdentiere. Bio ist zudem oft auch Massentierhaltung. Es werden nur weniger Spritzmittel und Antibiotika verwendet. 

Wenn die Produktion zurück gehen soll, müssen die Leute nicht mit Protesten initiative ergreifen, sondern anders einkaufen. Man kann die Landwirtschaft nur so gestalten, dass man selbst davon leben kann. Kein Landwirt wird rote Zahlen schreiben, damit ihr glücklich seid. 

Zudem hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich genug getan. Kein Tier muss mehr auf einem seriösen Hof leiden! Denen geht es gut. Egal ob Bio oder Konventionell. Erst vor kurzem kam sogar ein Vergleich unterschiedlicher Milchhersteller. Bio hat genau so gut abgeschnitten wie die normale Milch. Beim Fleisch sieht es genau so gut aus. Die Antibiotikawerte sind weit unter dem unbedenklichen Bereich. 

Der zweite Absatz ist richtig, aber

dass kein Tier mehr leiden muss, ist nachweislich falsch. Da hast Du noch nicht die Dokumentationen gesehen/gelesen.

Wenn Du Lust hast, schau hier mal rein:

https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung

Und mach Dich mal sachkundig über den Antibiotikaeinsatz in der "Massen-"Tierhaltung. Weisst Du, wieviele Tonnen jährlich in der Tiermast eingesetzt werden? Ob die "Antibiotikawerte" unter dem Grenzwert sind, ist völlig unerheblich. Die Antibiotikaresistenzen, die durch die flächendeckende Anwendung entstehen, sind die große Gefahr für uns alle.

Weisst Du, wie wenig Reserveantibiotika es für die Menschen noch gibt, und dass die Pharmaindustrie, die die Antibiotika liefert, kaum neue entwickelt, weil sich damit nicht genug Geld verdienen lässt?

Lies mal hier

http://www.aerzte-gegen-massentierhaltung.de/

Das sind nicht "Ökos", sondern verantwortungsvolle Ärzte und u.a. die WHO, die wohl über jeden Zweifel erhaben ist.

0
@Zappzappzapp

Wieso soll ich Dokumentationen sehen/lesen, wenn ich selbst auf einem Bauernhof lebe und meinen Eltern unter die Arme greife? 
Ich weiß, wie es im Normalfall auf einem Bauernhof zu sich geht. 

0
@Klaudrian

Ich will nicht Dich und Deine Eltern kritisieren. Wahrscheinlich führt ihr so einen seriösen Hof, von dem Du sprichst.

Mir ist auch sehr wohl bekannt, dass nicht die Bauern die "Schuldigen" an der Situation sind, sondern letztlich die Verbraucher, die für Fleisch nichts mehr bezahlen wollen und die Discounter, die diesen Wahnsinn unterstützen und damit die Großbetriebe ermöglichen.

Nur diese können durch die "Massentierhaltung" trotz der Niedrigpreise noch lohnende Gewinne erzielen. Der Preisdruck zwingt dann den "normalen" Bauern dazu, sich auch in diese Richtung zu bewegen oder seinen Betrieb umzustellen oder zu schließen.

Und wieso Du Dokumentationen lesen sollst? Damit Du weisst, wie es woanders zugeht. Du schreibst in Deiner Antwort allgemein, meinst aber eigentlich Euren Hof. Du weisst sicher "wie es im Normalfall auf einem Bauernhof zugeht", aber das meiste Fleisch wird in den Großbetrieben "erzeugt".

0

Was möchtest Du wissen?