Glaubt ihr dass es den Teufel gibt und dass er in uns steckt?

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38 Antworten

Nein, das glaube ich nicht. Der Teufel ist nur die personifizierte Versuchung, anstatt aus freien Stücken das Gute zu tun, sich mit dem verlockenden Gegenteil einzulassen.

Ohne diese Versuchung gäbe es keine Entscheidung für das Gute, das ja dann selbstverständlich und unausweichlich wäre. Das ist der Sinn des Bösen.

Deshalb heißt es in der Taufe: "Widersagt ihr dem Satan?", also: "Werdet ihr euch der Versuchung widersetzen?" Wer sich ernsthaft für ein Leben mit Gottes Maßstäben entscheidet, erteilt damit den bösen Verlockungen eine Absage.

Typisch für eine solche Verlockung ist, dass man sich von ihrer Erfüllung mehr verspricht, als man erhält, wenn man ihr nachgibt. "Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang." (Schiller) Ich habe oft Lügner, Betrüger, usw. beobachten können: Auf sie alle fielen ihre Taten zurück. So fällt ein notorischer Lügner manchmal dadurch rein, dass man ihm die Wahrheit sagt, die er nicht glaubt, weil er ja daran gewöhnt ist, dass alle lügen, und so wird er das Opfer seiner eigenen Falle.

Ich sehe den Teufel nicht als reales Wesen an.

Ähnlich wie beim Bild von "Engelchen und Teufelchen" auf der Schulter, halte ich den Teufel lediglich für eine Personifikation des Bösen, also eine symbolische Darstellung negativer Eigenschaften des Menschen.

Jeder Mensch hat positive und negative Charaktereigenschaften und kann Handlungen begehen, die entweder strafbar, oder von der Gesellschaft moralisch nicht akzeptiert werden - etwa im Rahmen des sexuellen Fetischismus.

Dazu bedarf es keines übernatürlichen Wesens.

Hallo LuziferSeinSohn,

ja, ich glaube, dass es den Teufel gibt, der jedoch nicht ein Teil von uns Menschen ist (sozusagen das Böse in uns), sondern ein eigenständig handelndes Wesen. Warum ich das glaube, möchte ich nachfolgend auch gerne begründen.

Die Bibel beschreibt den Teufel als ein tatsächlich existierendes Wesen, ein Geistgeschöpf, das ursprünglich zu der großen Schar treuer Engel gehörte. Als dieser Engel sich gegen Gott wandte, indem er falsche Behauptungen über ihn aufstellte, um die ersten Menschen dazu zu bringen nicht Gott, sondern ihn anzubeten, machte er sich zu einem Verleumder. Das ist die eigentliche Bedeutung des Begriffes "Teufel". Somit wäre es falsch, zu behaupten, Gott habe den Teufel erschaffen. Dieser Engel hatte sich demnach durch sein Handeln selbst zum Teufel gemacht.

In der Bibel werden die Begriffe "Teufel" 33 mal und "Satan" 52 mal gebraucht. Auch Jesus wandte diese Begriffe immer wieder auf dieses abgefallene Geistwesen an. Er sprach von ihm als von einer tatsächlichen Person, die darauf aus ist, Menschen von Gott wegzuziehen. Beispielsweise heißt es im Lukasevangelium: "Sịmon, Sịmon, siehe, der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten." (Lukas 22:31). Auch eine Begebenheit im Leben Jesu zeigt, dass der Teufel auf keinen Fall lediglich das Böse im Menschen sein kann. Im 4. Kapitel des Matthäusevangeliums wird erzählt, dass Jesus dreimal vom Teufel versucht wurde. Jesus führte mit Satan ein Zwiegespräch, in dem der Teufel versuchte, Jesus dazu zu verleiten, seinen und nicht Gottes Willen zu tun. Könnte es etwa so gewesen sein, dass er von etwas Bösem in sich versucht wurde? Das ist jedoch nicht möglich, da die Bibel ihn als sündenlos beschreibt. So heißt es über ihn: "Er beging keine Sünde, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden." (1. Petrus 2:22)

Wie bereits angedeutet, muss man sich vor dem Teufel auch heute noch in Acht nehmen, heißt es doch in der Bibel: "Wir wissen, dass wir von Gott stammen, aber die ganze Welt liegt in der [Macht] dessen, der böse ist." (1. Johannes 5:19) Es mag zwar etwas überraschend klingen, doch ist es nicht Gott, der diese Welt beherrscht, sondern sein Widersacher, der Teufel. Allerdings wird Gott es ihm nicht für immer gestatten, Druck auf die Menschheit auszuüben. Sein Sohn, Jesus Christus, wird in kurzem entschieden gegen ihn vorgehen. Darüber steht in der Bibel: "Zu diesem Zweck ist der Sohn Gottes offenbar gemacht worden, nämlich um die Werke des Teufels abzubrechen." (1. Johannes 3:8) Wenn die Welt vom Einfluss des Teufels frei geworden ist, wird sich auch eine wichtige Bitte des Vaterunsers erfüllen: "Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde" (Matthäus 6:10).

LG Philipp

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