Glaubt Ihr, dass die Zinsen jemals wieder signifikant steigen werden?

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12 Antworten

Je länger ich darüber nachdenke, glaube ich eher nein, zumindest nicht vor einem Finanzmarktcrash. Meiner Meinung nach haben sich niedrige Zinsen als politisch diktierte Zinsen (also nicht Marktzinsen) längst als gutes Werkzeug für ausgabefreudige Politiker und Umverteiler von kleinen und mittleren auf große Vermögen herausgeschält. Wer Geldvermögen in den Niedrigzinsländern halten muss unterliegt einer zinsbasierten Vermögenssteuer, die der Staat teils mit seinen Dienstleistern, den Banken, teilt. Der Geldmarkt steht in keinem nachvollziehbaren Verhältnis mehr zum Gütermarkt. Da hat eine Entkoppelung stattgefunden. Unsozial ist, dass Finanzunkundige sich zur Vermögensbildung zwangsweise in die Hände Finanzkundiger geben müssen, oder solcher, die sich dafür ausgeben. Dem Betrug wird die Tür weiter geöffnet, nicht verschlossen. Das bläht den Risikoaspekt aller Anlagen auf und eine ökonomisch durchaus wichtige Spekulation wird überzogen, in der öffentlichen Wahrnehmung auf Glücksspiel reduziert. Die übermäßige Verschuldung - nicht nur der Staaten - ist inzwischen hochriskant und niemand will die unbekannt lange Reihe der Schulddominosteine umstoßen, weil niemand wirklich weiß, was dann alles fällt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Ich wäre ein Prophet, wenn ich da eine Prognose wagen würde.

Natürlich. Das kann schon in zwei Jahren so sein.

Sobald die Investitionen in den anderen EU-Staaten, insbesondere im Süden anziehen, wird das losgehen.

Eigentlich dürfte es nicht so sein. Zinsen setzen ein Wirtschaftswachstum voraus, sonst können sie nicht kompensiert werden. Sinn von Zinsen ist es ja, dass der Geldgeber von den Gewinnen und Erfolgen eines Unternehmens neben dem rückgezahlten Darlehen ein Stück abbekommt. Da die Wirtschaft nicht ewig wachsen kann, kann es auch nicht ewig Zinsen geben. Für das Zinssystem müssen sehr bald Alternativen geschaffen werden, sonst läuft alles auf Finanz- und Spekulationsblasen hinaus, wie es ja nun schon der Fall ist. Man kann Zinsen auch künstlich aufrecht erhalten z.B. in dem Lohn-Dumping betrieben wird und neben dem eigenen Lebensunterhalt vom Einkommen nichts mehr übrig bleibt.

Die Zinsen werden wieder steigen, aber ganz langsam und ich denke aber nicht in den nächsten 5 Jahren. 

Ja, das glaube ich!

Nichts bleibt auf immer und ewig, wie es heute ist - auch die "Zinsen" nicht!

MfG

Arnold


Ein großer Risikofaktor könnte der Amtsantritt von Trump sein.

Niemand weiß wie die Finanzmärkte in den USA und international auf die ersten Amtshandlungen reagieren.

Da "jemals" ein unendlicher Zeitraum ist, kann ich die Frage mit Ja beantworten. In absehbarer Zeit glaube ich aber nicht daran.

das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Es gab auch Zeiten, da wurden für eine Baufinanzierung 12 und mehr % Zinsen gezahlt. 

SO LANGE ist das gar nicht her.

Natürlich.

Die Gefahr ist sogar sehr hoch.

Es braucht nur ein Staat mit der Wertung mindestens trippel B und höher aus der Zinsdisziplin ausbrechen, und Schuldverschreibungen mit hohem Zinssatz vergeben.

Dann wird uns zumindest der Immobilienmarkt mal kräftig um die Ohren fliegen.

NATÜRLICH!! Das ist doch das Spiel an der Sache. Erst niedrige Zinsen, so dass alle Kredite aufnehmen und Sicherheiten hinterlegen, dann Zinsen erhöhen und wer sie nicht bezahlen kann wird um seine Sicherheiten erleichtert, enteignet. Erst mit billigem Geld locken, einen riesen "Kundenstamm"/ Schuldner aufbauen und dann absahnen, wenn genügend Fische angebissen haben.

Natürlich.

Nein. Es ist immer noch 12mal soviel verbuchtest Geld weltweit im System als reelles Geld. Es wird lange dauern, bis das nicht existente Geld abgebaut ist. Oder es kommt eine richtige Weltwirtschaftskrise mit Extreminflation. Dann kann man wieder von vorn anfangen.

Kommentar von Ifm001
22.11.2016, 13:24

Du bist ja witzig. Die relevanten Staaten sind dabei "reelles Geld" abzuschaffen.

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