Glaubt ihr daran, dass es zukünftig ein Schulsystem geben könnte, indem einem nützlich & zukunftsrelevantes Wissen vermittelt wird?

4 Antworten

Es ist nicht wichtig was man in der Schule lernt, sehr viele Fachkenntnisse, die heute relevant sind werden in einigen Jahrzehnten bereits veraltet sein. Oder glaubst du, dass die Dinge, die deine Oma vor 60 Jahren gelernt hat, heute noch irgendeine Rolle spielen?

Es geht eher um die Methoden und die Kompetenzen, die du in der Schule lernst. Vergleichsweise mit Werkzeug, die Schule gibt dir Werkzeug, das du später selbst anwenden musst.

Die moderne Schule ist mehr auf diesen "Kompetenzerwerb" ausgerichtet als auf die Vermittlung von Fachwissen. Da das Internet und die aktuellen Medien es dem Einzelnen ermöglichen, sich sein Wissen selbst anzueignen, ist der Lehrer in dem Sinne nicht mehr notwendig. So sehen sich die Schüler beispielsweise lieber ein YouTube-Video zu einer mathematischen Formel an, bei dem sie selbst stoppen oder sich bestimmte Teile wiederholt ansehen können, als es im Unterricht einen Vortrag vom Lehrer anzuhören.

OECD_Lernkompass_2030.pdf

Wäre es nicht sinnvoller, lebensrelevante Themen wie die Persönlichkeitsentwicklung im Allgemeinen, Wissen über Steuer, Haushalt, Rhetorik Tricks ( nicht nur verbal sondern auch non und paraverbal ) vermittelt zu bekommen? Es gibt so viele Sachen die in der Rhetorik essenziell sind und damit meine ich keine Gedichtsanalysen sondern wirklich die relevanten Techniken.

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Ja natürlich!
Das haben wir ja bereits.

In unserem Schulsystem bekommen die Schüler eine gute allgemeine Schulbildung, die sie gut vorbereitet auf Ausbildung, Studium und Beruf.
Und es ist gut, dass die allgemeine Schulbildung breit aufgestellt ist, um die Schüler auf Berufswege in möglichst viele verschiedene Fachrichtungen vorzubereiten.

Die meisten Schüler sind allerdings noch zu unerfahren und zu unreif, um das zu verstehen und einzusehen.
Offensichtlich auch du.

Dürfte ich fragen was sie als Beruf ausüben?

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@RIPcomputer2022

Ich bin Mathematiker.
Und wenn ich sehe, wieviele verschiedene erfolgreiche Berufe aus meinem Jahrgang hervorgegangen sind, z.B. Arzt, Förster, Tischler, Informatiker, Lehrer, Künstler, Bibliothekar, Ingenieur, Diplomat,... dann ist es echt beeindruckend, dass wir alle gemeinsam in der Schule mit derselben Schulbildung die Grundlagen für unsere so verschiedenen Berufe bekommen haben.

Die meisten wussten übrigens während der Schulzeit noch nicht genau, in welche Richtung sie mal gehen würden. Deshalb war es gut und wichtig, eine breit aufgestellte Schulbildung zu bekommen.

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@Rubezahl2000

Gab es aus ihrer Sicht alle relevanten Aneignungen in der Schulzeit? Hat man sich darauf konzentriert Interesse aufzubauen oder hat man vieles trocken beigebracht bekommen? Ist Wissen über Steuer, Persönlichkeitsentwicklung, Haushalt weniger relevant als beispielsweise eine Gedichtsanalyse oder eine Ellipse?

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@RIPcomputer2022

Interesse aufgebaut oder trocken beigebracht – das liegt natürlich immer an den einzelnen Lehrern und da gibt es leider mal gute und mal schlechte Lehrer.
Auch in meiner Schule gab es teilweise schlechte Lehrer, aber trotzdem hat unsere Schulbildung uns unsere berufliche Zukunft eröffnet und ermöglicht.

Solche Themen wie: Steuern, Finanzen, Versicherungen,... die haben in der Schule absolut nichts zu suchen. Lehrer dürfen solche Themen gar nicht unterrichten, das dürfen nur speziell ausgebildete Berater.
Wer sich dafür interessiert, muss die entsprechenden Beratungsstellen aufsuchen, z.B. Steuerberater, Verbraucherberatung,...

Wer sich für Persönlichkeitsentwicklung interessiert, kann dafür Seminare besuchen und was über den Haushalt lernen, kann man zu Haus bei den Eltern oder halt irgendwo Kurse belegen.

Schule ist keine „Rundum-Sorglos-Lebenshilfe“!

Ziel der Schulbildung ist die Vorbereitung auf Ausbildung, Studium und Beruf – nicht mehr und nicht weniger.

Texte analysieren und Geometrie – das sind definitiv wichtige Bestandteile der allgemeinen Schulbildung.

Viele andere Sachen, die man im Leben braucht, haben jedoch nichts in der (normalen) Schule zu suchen.

Deshalb macht man auch z.B. den Führerschein nicht in der normalen Schule, sondern muss dafür extra eine Fahrschule besuchen.

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@Rubezahl2000

Ja gut ich kann nur von meinen Erfahrungen und von meinem Umfeld sprechen. Die Freunde sowie die Verwandten die ich dazu befragt habe und das waren schon einige. Meinten, dass sie sich die Schule sparen hätten können. Selbst bei einem Verwandten der sein Master mit einer 1,5 bestanden hatte, meinte zu mir, dass ihm die Schule rein gar nichts gebracht hat.

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Es steht in den Sternen, aber leider bin ich kurzsichtig.

Es ist derzeit aber fragwürdig, wenn die schüler Wahrscheinlichkeitsberechnung lernen und wie man einen Median berechnet, aber keine Ahnung haben, wie sie den Bedarf des laminats, den Stundenlohn berechnen.

Oder tuen schreiben oder nicht fähig sind, einen BAföG -antrag auszufüllen.

Natürlich besteht Nachbesserungsbedarf, war schon immer so, ist so, wird immer so bleiben.

Aber auch der Satz, nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Sehe ich aktuell nicht so.

Ganz ehrlich, ein Abiturient, der mir zwar sagen kann, welche Wahrscheinlichkeit ich habe, im Lotto zu gewinnen, aber gleichzeitig nicht sein Wechselgeld berechnen kann, kann wohl nicht das Ziel sein.

Dafür müsste sich aber sowohl die Einstellung der Lehrenden, der zu Lehrenden, derer, die die Lehrpläne festlegen und nicht zuletzt die Finanzierung ändern

Sehe ich genauso aber leider war Deutschland nie dafür bekannt eine gute Regierung zu haben, die sich um solche Sachen kümmert.

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Nein das ist auch eine fast unmögliche Sache.

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