Glaubt ihr an objektive Moral?


15.04.2021, 06:03

Gebt bitte auch eine Begründung für euren Glauben an, damit eventuell ein Diskurs entstehen kann.


15.04.2021, 06:06

Wenn eure Antwort auf die Frage „Ja“ lautet, dann bitte geht gleich auch auf folgendes ein:

  1. Wieso glaubt ihr an objektive Moral?
  2. Welchen Zugang gibt es zu ihr? Also woher weiß man was objektiv richtig oder falsch ist?
  3. Um welches Ziel geht es denn bei dieser objektiven Moral? Also FÜR WAS ist etwas richtig oder falsch?
  4. Wieso unterscheiden sich Moralvorstellungen so sehr wenn es objektive Moral gibt?

16 Antworten

Hi,

Wie JaquesDeMolay auch sagte, die Umstände verändern sich mit der Zeit und was heute als unmoralisch ansehen werden kann, kann übermorgen einen wichtigen positiven Nutzen haben.

Man kann das warscheinlich nur an einem Zeitpunkt festmachen. Ich kann jetzt so handeln, dass möglichst wenig Schaden ensteht. Eventuell kann aber eine schlechte Erfahrung im Jetzt, auch einen Wissensforschsprung für die Zukunft bedeuten, was in Zukunft größe Unannehmlichkeiten verhindert. Dann wäre der Nutzen langfristig größer als der Schaden.

Trotzdem ist es für mich selbstverständlich, dass ich so Entscheide, dass im Moment möglichst wenig Schaden ensteht und man kann nicht grundsätzlich annehmen, dass sich daraus eine Situation ergibt, die in Zukunft vielleicht einmal einen Nutzen hat.

Liebe Grüße

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Persönliches Interesse, viele Bücher, beobachten & Erfahrung

Das ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten.

Ich denke schon, dass es einen gewissen moralischen Konsens unter der menschlichen Gattung gibt.

Die Tötung eines anderen Lebewesens verursacht immer Schuld, die in irgendeiner Weise gerechtfertigt werden muss. Da sehe ich Objektivität. Das Töten eines Tieres oder gar eines Menschen ist moralisch gesehen immer etwas Schlechtes, auch wenn es oft mit einem höheren "Gegenwert" (Notwehr, Nahrungsbeschaffung, etc.) gerechtfertigt wird - erst hier kommen wir in den subjektiven Teil.

Philosophisch gibt es mehrere Zugänge wie den Utilitarismus (Glück > Leid) oder die Prinzipethik, sowie auch eine biologisch instinktive Moral. (Experimente an Primaten zeigen, dass auch hier schon ein Gefühl für Fairness existiert)

Ich finde die Sichtweise gut oder schlecht ist veraltet. Niemand ist nur „gut“ oder „schlecht“ jeder Mensch ist beides. Ein Mensch der nur eins von beiden sein will und das andere unterdückt bei dem wird früher oder später die unterdrückte Seite umso mehr ausbrechen. Man sollte beides in sich vereinen und produktiv nutzen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es gibt keine objektive Moral und auch kein Richtig und Falsch. Wirklich ALLES was heute gut und richtig erscheint kann schon morgen vollkommen falsch sein.

Beispiel:

Niemand wird heute bestreiten, dass Ärzte hervorragende Arbeit leisten. Sieht man jedoch die Arbeit der Ärzte aus einem vollkommen anderen Blickwinkel, kommt man zu einem vollkommen anderen Schluss. Nehmen wir einmal die Artenvielfalt auf diesem Planeten. Aus dem Blickwinkel des Artenschützers ist die Arbeit der Ärzte eine Katastrophe. Sie bevorzugen eine einzige Art und sie sorgen dafür, dass diese eine Art sich immer weiter ausbreitet und alle anderen Arten von diesem Planeten verdrängt. Ärzte sind mit Schuld an der Bevölkerungsexplosion und der Vernichtung der Natur.

Sieht man es aus diesem Blickwinkel, dann erkennt man sehr schnell, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt. Es gibt auch keine objektive Moral. Ganz im Gegenteil. Moral ist das biegsamste "Material" auf diesem Planeten. Sie wird immer wieder angepasst, so wie sie gebraucht wird. Vor nicht all zu langer Zeit war es von der Moral gedeckt seine Nachbarin als Hexe bei der Inquisition anzuzeigen und sich daran zu freuen wie sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Moral ist immer nur der gesellschaftliche Konsens. Sie ist nicht objektiv und wirklich kein Leitfaden, an dem man sich durch das Leben hangeln könnte.

Das Beispiel mit den Ärzten ist hervorragend.

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Was sich heute richtig anfühlt, kann sich am nächsten Tag als falsch heraus stellen. Trotzdem muss ich auf mein Herz hören und mich entscheiden, im idealfall für das richtige.

Aber was ist dein Standpunkt zu der eigentlichen Frage? Gibt es Objektive Moral oder nicht? Dein erster Satz hört sich an als würdest du nicht an Objektive Moral glauben, aber in deinem zweiten Satz steht dann doch „im Idealfall für das richtige“, also so als gäbe es das richtige.

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