Glaubt ihr an Gott oder an eine andere sagensgestalt ?

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Das Ergebnis besteht aus 21 Abstimmungen

nein weil.... 57%
ja an .... 42%

28 Antworten

nein weil....

Ich diese Hypothese nicht brauche, um Laplace zu zitieren.

Die Hypothese "Gott" erfüllt bestimmte Zwecke: Sie erklärt die Existenz der Welt, sie soll einen moralischen Leitfaden geben und dem Leben einen Sinn verleihen.

Allerdings: Es gibt hier immer eine bessere Alternative. Die Existenz des Universums können wir z.B. auch aus der Theorie der Schleifenquantengravitation erklären. Diese hat- gegenüber der "Gotteshypothese"- den Vorteil, auch die Anfangssingularität zu beseitigen, einige weitere Beobachtungen zu erklären und empirisch prüfbar zu sein.

"Gott" ist ja nicht empirisch prüfbar: Man kann ihn einfach immer wieder eine Ebene weiter nach hinten verschieben und behaupten: "Das, was wir jetzt alles schon wissen, wurde von Gott gemacht". Das wurde so gemacht, nachdem die Evolutionstheorie formuliert wurde, nach die Urknalltheorie formuliert wurde etc. Und sollte irgendwann eine der Theorien, die den Urknall erklräen sollen, zum Paradigma werden, wird man es wieder so machen.

Dann die Moral: Man kann eine Moral nicht unter Berufung auf einen Gott begründen, das hat schon Platon im Euthyphron gezeigt. Man kann höchstens versuchen, die Menschen durch Androhung einer göttlichen Strafe zu einem bestimmten Handeln zu bewegen. So eine "Moralbegründung" ist aber einer aufgeklärten Gesellschaft unwürdig.

Und dann der Sinn des Lebens: Den können wir uns selbst geben, auch ohne einen Gott. Hierzu wäre Sarte zu empfehlen: Die Abwesenheit eines "höheren" Sinns durch einen Gott ermöglicht erst die Freiheit des Menschen.

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nein weil....

... ich den Glauben an übernatürliche Wesen, für die es keine Beweise, begründeten Hinweise, irgendwelche halbwegs plausiblen Theorien etc. gibt, einfach für nicht sinnvoll erachte.

In meinem Leben gibt es sinnvollere Dinge als Zeit für sowas zu vergeuden :)

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Kommentar von Matzko
12.07.2016, 14:12

Gegenbeweise gibt es aber (leider) auch noch nicht.

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ja an ....

Hallo tininia,

Du denkst also, dass diejenigen, die an Gott glauben, in Wirklichkeit nur an eine Sagengestalt glauben! Gerne möchte ich nachfolgend darlegen, warum ich der Überzeugung bin, dass Gott nicht nur in der Vorstellung und in Sagen existiert.

Die Cheops-Pyramide in Ägypten, der Panamakanal, die chinesische Mauer, die Golden Gate Bridge - die Liste dieser berühmten und faszinierenden Bauwerke ließe sich noch beliebig lange fortsetzen. Jedem ist klar, dass die Konstrukteure dieser Bauwerke eine Menge an Können, Wissen und Sachverstand brauchten, um diese Dinge ins Dasein zu bringen.

Wie sieht es nun aber mit den "Bauwerken" in der Natur aus? Benötigten sie keinen Architekten oder Designer? Ist es denkbar, dass sie allein aufgrund der Naturgesetze und zufälligen Entwicklungen entstehen konnten? Betrachte einmal folgende Beispiele einiger Lebewesen und ihrer Konstruktionsmerkmale:

Das Facettenauge

Das Facettenauge der Insekten gehört mit zu den faszinierenden Konstruktionen in der Natur. Das Auge der Biene oder der Libelle beispielsweise besteht aus einer großen Anzahl optischer Einheiten, von denen jede einzelne in eine bestimmte Richtung zeigt. So ist das Insekt in der Lage, ein mosaikartiges Weitwinkelbild wahrzunehmen, das ihm hilft, Bewegungen sehr schnell und präzise wahrzunehmen.

In der Wissenschaft versucht man, das Facettenauge der Insekten nachzuahmen, um dieses dann z.B. in Kameras zu verwenden, die man im medizinischen Bereich in Gestalt einer Minisonde einsetzten könnte. Einem Team von Bauingenieuren ist es gelungen, ein künstliches Facettenauge mit etwa 8500 Linsen herzustellen. Dennoch hält es einem Vergleich zu seinem Vorbild aus der Natur nicht stand, da dieses aus 30.000 (!) Seheinheiten besteht.

Das Flagellum der Bakterien

Das Flagellum der Bakterien wird auch Geißelmotor genannt, da es sozusagen die Antriebseinheit eines Bakteriums ist und in seinem Aufbau sowie seinen Einzelelementen ziemlich genau einem Außenbordmotor gleicht. Die rotierenden Flagellen ermöglichen die Vor- und Rückwärtsbewegung des Bakteriums sowie die schnelle Richtungsänderung.

Das Gebilde ist aus etwa 40 verschiedenen Proteinen zusammengesetzt, die, wie gesagt, den einzelnen Bauteilen eines Außenbordmotors entsprechen. Und das Erstaunliche ist, dass sich alles in nur 20 Minuten von selbst zusammensetzt und zwar so, dass jedes Bauteil an der genau passenden Stelle sitzt.

In dem Buch The Evolution Controversy wird gesagt: „Das Flagellum der Bakterien verfügt über einen Rotationsmotor, der es auf 6  000 bis 17  000 U/min bringt. Damit nicht genug, kann er innerhalb einer Vierteldrehung in die Gegenrichtung umschalten und mit unverminderter Geschwindigkeit weiterlaufen.“ Und in der Zeitschrift New Scientist wird das bakterielle Flagellum als „Musterbeispiel für ein komplexes molekulares System  — eine komplizierte Nanomaschine, die das Können menschlicher Ingenieure weit übersteigt" beschrieben.

Die Honigwabe

Die Honigwabe der Biene wird wegen einiger Besonderheiten ihres Aufbaus als eine eindrucksvolle Ingenieurleistung betrachtet. Warum?

Der Honigbiene ist es gelungen, mit möglichst wenig Baumaterial viel Raum zu schaffen. Lange Zeit vermuteten Mathematiker, dass die optimale Form die der in der Honigwabe anzutreffenden Sechsecke sei. 1999 erbrachte dann Professor Thomas C. Hales den mathematischen Beweis für die Überlegenheit der Sechsecke gegenüber anderen Formen wie z.B. Quadrate o.ä.

Die sechseckigen Strukturen der Honigwaben ermöglichen es der Biene, den Platz im Bienenstock ökonomisch auszunutzen. Sie benötigt dazu nur eine kleinstmögliche Menge an Wachs und doch entsteht eine stabile Wabe, in der die Bienen die größtmögliche Menge Honig aufbewahren können. Nicht umsonst wird daher die Honigwabe auch als ein "architektonisches Meisterwerk" bezeichnet.

Diese drei Beispiele sind nur ein winziger Ausschnitt dessen, was die Natur an faszinierenden Formen und Strukturen aufzuweisen hat. Welche Schlüsse kann man daraus ziehen? Für einige sind sie lediglich das Produkt einer ungerichteten Evolution. Andere, darunter auch viele Wissenschaftler, sehen darin jedoch eindeutig die Werke einer gestalterischen und schöpferischen Macht.

Der Wissenschaftler Wolf-Ekkehard Lönnig, der bereits viele Jahre am Max-Planck-Institut in der Züchtungsforschung tätig ist, sagte dazu: "Durch meine empirischen Forschungen in der Genetik sowie durch Studien biologischer Themen wie Physiologie und Morphologie komme ich mit der enormen, oft unfassbaren Komplexität der Lebewesen unmittelbar in Berührung. Meine einschlägigen Studien haben mich in der Überzeugung bestärkt, dass Lebewesen — selbst die einfachsten  — einen intelligenten Ursprung haben müssen". Dem schließen sich viele andere Forscher ebenfalls an. Sie halten es nicht für wahrscheinlich, dass eine erste lebende Zelle in einem Urozean aus unbelebter Materie von allein entstanden ist, oder all die vielen Erscheinungsformen des Lebens allein durch natürliche Gesetzmäßigkeiten und zufällige Ereignisse entstehen konnten.

Ob jemand aufgrund dessen, was er in der Natur beobachten kann, an Gott glaubt oder nicht, hängt letztendlich von seiner inneren Einstellung ab und davon, wie er das Beobachtbare und die Fakten bewertet. Eines kann man jedenfalls mit Sicherheit sagen: Bleibt man allein bei den Tatsachen, dann ist man nicht gezwungen, den Glauben an einen Schöpfer abzulehnen. Auch die langjährigen Forschungen auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie haben nicht dazu geführt, die Entwicklung sämtlicher Lebewesen aus einer Urzelle zu beweisen. Es bleibt also weiterhin genug Raum für den Glauben an einen Gott.

LG Philipp

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ja an ....

... den Gott, von dem das Neue Testament der Bibel erzählt und weil ich vieles erlebt habe, was mich in diesem Glauben bestärkt hat. Es gibt wohl kaum eine Verheißung im Neuen Testament der Bibel, von der ich noch nicht erlebt hätte, dass diese sich erfüllt hat, aber es gibt aus demselben auch kaum eine, deren Erfüllung ich bisher noch nicht habe in Erfüllung gehen sehen.

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Kommentar von HumanistHeart
09.07.2016, 13:19

Es gibt etliche die schlicht falsch sind. Aber das ignoriert ihr ja grundsätzlich.

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Erstmal Götter und Sagengestallten sind 2 ganz verschiedene Sachen! Ich glaube,daß da irgendetwas ist. Ich bin mir sicher das es kein alter Mann mit langem Bart ist, doch irgendetwas ist da. Warum nicht Protoplaslma, oder ein Ausserirdischer, meine Oma oder wer,was auch immer.

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Nein.

Ein solches "Nein" bedarf keiner Begründung. Ein "Ja" allerdings sehr wohl.

Muss ich eine Begründung geben, warum in nicht an die Zahnfee glaube? Wer aber an die Zahnfee glaubt (außer unmündigen Kindern) sollte dafür aber unbedingt eine Begründung vorlegen können.

Deine Umfrage ist daher falsch formuliert.

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Kommentar von Fantho
10.07.2016, 01:12

Muss ich eine Begründung geben, warum in nicht an die Zahnfee glaube?

Ebensoviel oder ebensowenig, wie jener, der an eine Zahnfee glaubt...

Gruß Fantho

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nein weil....

Meine Gründe, nicht an einen Gott zu glauben, sind identisch mit den Gründen eines Gläubigen, nicht an den Gott einer anderen Religion zu glauben.

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ja an ....

Deine Frage ist nicht neutral gestellt, sondern drückt deine Anti-Haltung gegenüber jedem religiösen Glauben aus, da du die Formulierung "Sagengestalt" verwendest, was nicht nur diskriminierend sondern sogar beleidigend für gläubige Menschen ist. Es wundert mich, dass die Frage in dieser Form zugelassen wurde. Ich werde dir, da die Frage so nun einmal hier steht, trotzdem antworten: Ja, ich glaube an Gott, aber nur darum, da ich eigene Erfahrungen mit ihm machen konnte.

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ja an ....

An das Christentum. Weil Buddhismus/Hinduismus für mich zuviel Occultismus ist, das Judentum nur an das alte Testament der Bibel glaubt was ich unnötig finde, der Koran erst 600 Jahre nach der Bibel entstand und teilweise abgeschrieben ist und weil Atheisten keine Hobbys haben und meinen ihr Warten auf den Tod damit verschwenden zu müssen, Religionen wegzumobben was eigentlich atheistisch gesehen keinen Sinn macht weil sie sich die Mühe nicht machen müssen, wenn nach dem Tod eh alles vorbei ist. 

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Kommentar von Meatwad
11.07.2016, 20:50

An das Christentum. Weil Buddhismus/Hinduismus für mich zuviel Occultismus ist, das Judentum nur an das alte Testament der Bibel glaubt was ich unnötig finde, der Koran erst 600 Jahre nach der Bibel entstand und teilweise abgeschrieben ist

Und was ist mit den zig anderen Religionen? Was ist mit den Religionen, die älter sind, als das Christentum? Was ist beispielsweise mit dem Hinduismus? Was ist mit der Tatsache, daß die Bibel auch haufenweise abgeschrieben hat?

und weil Atheisten keine Hobbys haben und meinen ihr Warten auf den Tod damit verschwenden zu müssen, Religionen wegzumobben was eigentlich atheistisch gesehen keinen Sinn macht weil sie sich die Mühe nicht machen müssen, wenn nach dem Tod eh alles vorbei ist.

Deshalb glaubst du? Gaaanz geschickt eingebaut, deine lächerliche Kritik. :D

weil Atheisten keine Hobbys haben

Atheisten haben mit absoluter Sicherheit eine Vielzahl an Hobbys. Ich kann das jedenfalls von mir behaupten.

und meinen ihr Warten auf den Tod damit verschwenden zu müssen, Religionen wegzumobben

Atheisten haben grundsätzlich nur eines gemeinsam: Sie glauben nicht an einen Gott. Ich, als überzeugter Atheist & Antitheist, habe keinerlei Bestrebungen, in irgendeiner Form zu Mobben. Ich stelle Fragen und ich kritisiere. Immer mit Begründung.

was eigentlich atheistisch gesehen keinen Sinn macht weil sie sich die Mühe nicht machen müssen, wenn nach dem Tod eh alles vorbei ist.

Doch, das macht absolut Sinn. Denn das Leben geht erwiesenermaßen nach dem Tod weiter. Nur eben ohne mich. Und anders als so mancher gläubige Mensch mache ich Sachen nicht nur, um selbst davon zu profitieren.

PS: Atheisten warten nicht auf den Tod. DAS macht aus atheistischer Sicht wirklich keinen Sinn.

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nein weil....

Ich antitheistisch bin. Ich bin der Meinung das der Glaube an Gott etc nicht sinnvoll bzw stufe ich es als schädlich/ gefährlich ein.

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Kommentar von gottesanbeterin
09.07.2016, 11:56

Nur, weil DU etwas nicht sinnvoll findest, stufst du es als gefährlich und schädlich ein? Na serwas!

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nein weil....

Weil es für mich keinen einzigen Grund dafür gibt.

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Der Glaube an Gott (man könnte auch sagen: an eine höhere Macht) ist aus folgenden Gründen unverzichtbar: der Sinn unserer irdischen Existenz ist logisch (d.h. mit Hilfe unseres Verstandes) nicht erklärbar. Das hängt mit der Struktur unseres Verstandes zusammen: er kann nur Dinge erklären, die zu unserem irdischen (sinnlichen) Erfahrungsbereich gehören (s. hierzu: Kant). Alles darüber Hinausgehende, das Übersinnliche, Metaphysische (z.B. Gott, Jenseits, Ewigkeit, Unsterblichkeit der Seele, Sinn des Lebens) ist dem menschlichen Verstand verschlossen.

Man kann darüber zwar viel erzählen, doch im Grunde erzählen wir
dann nur Sachen, die Bestandteil der irdischen Erfahrung sind. Daraus
ergibt sich: da man weder die Existenz Gottes noch die Nichtexistenz
Gottes beweisen kann, ist es rein spekulativ zu sagen, es gibt keinen
Gott. Spekulationen aber soll man sich nicht anschließen.

Nun sagen natürlich viele: auch die Existenz Gottes müsste demnach rein spekulativ sein. Das ist die Auffassung der Agnostiker, die sich dann über derartige Fragen (Gott, Sinn des Leben, Leben nach dem Tode etc.) keine Gedanken machen, da diese metaphysischen Dinge ohnehin nicht zu beweisen sind. Eine durchaus akzeptable Einstellung!

Aber auch die Auffassung, es gibt einen Gott, ist akzeptabel, selbst wenn sie durch unsere (theoretische) Vernunft nicht zu beweisen ist. Doch sie kann – nach Kant – durch unsere praktische Vernunft nachgewiesen oder jedenfalls in etwa nachgewiesen werden. Dieser Meinung schließe ich mich an (die Begründung ist leider etwas kompliziert):

Da

der Mensch auch ein Vernunftwesen ist und somit den Willen hat,

vernünftig zu handeln - argumentiert Kant - muss er sich

allgemeingültigen, objektiv praktischen Vernunftgrundsätzen

unterwerfen, denn nur Handlungen gemäß dieser Grundsätze sind

Vernunfthandlungen. Ein Handeln außerhalb solcher allgemeingültiger

Grundsätze, die auf Vernunft beruhen, ist unvernünftig. Insofern

muss die subjektive Maxime eines Menschen immer zugleich einer

allgemeingültigen (und vernünftigen) Gesetzgebung entsprechen.

Dieses Handlungsprinzip lautet: „Handle so, dass die Maxime deines

Handelns jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen

Gesetzgebung gelten könne!“ (= kategorischer Imperativ)

Das Vernunftgesetz, dem allein sich die individuelle Vernunft unterwerfen
will, muss aber zugleich auch ein moralisches Gesetz sein. Das
begründet Kant so: Jeder will unter Zuständen leben, die moralisch
erstrebenswert sind. Wie aber kann die Vernunft das moralisch
Erstrebenswerte erkennen? Unmoralische Maximen führen zu einem
Selbstwiderspruch bzw. zu heillosen Zuständen, die ein vernünftiger
Mensch auf keinen Fall erstreben möchte. Z.B die Maxime: „Ich will
mir Geld leihen, ohne die Absicht zu haben, es zurückzuzahlen.“
Oder: „Ich will mich nur um mich selber kümmern und nicht um die
Probleme anderer.“ Oder: „Ich spende nie. Ich brauche mein Geld
ausschließlich für mich selber; eventuell spende ich, aber nur, um
mein Image zu pflegen.“ Solche Maximen befördern den Egoismus und
führen allmählich zu einer Auflösung der Gesellschaft, letztlich
zum Kampf aller gegen alle. Daraus ergibt sich der moralisch geprägte
kategorische Imperativ: „Handle so, dass du die Menschheit
jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“

Mit Hilfe dieser praktischen Vernunft kommt Kant zu einer Art moralischen Gottesbeweis (denn die Tatsache, dass er Gott kraft der theoretischen Vernunft für unerkennbar und unbeweisbar erklärt, bedeutet nicht, dass er die Existenz Gottes leugnet). Konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne den Glauben an Freiheit, Unsterblichkeit und an Gott. Wer moralisch handelt, gibt durch sein Handeln zu erkennen, dass er an die Existenz dieser Ideen glaubt  -  auch wenn er sie theoretisch vielleicht verleugnet. Sittliches Handeln ist praktische Gottesbejahung (allerdings nennt Kant diese Art Gottesbejahung nicht Beweis, sondern Postulat).

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Kommentar von realsausi2
09.07.2016, 13:34

Alles darüber Hinausgehende, das Übersinnliche, Metaphysische (z.B. Gott, Jenseits, Ewigkeit, Unsterblichkeit der Seele, Sinn des Lebens) ist dem menschlichen Verstand verschlossen.

Du hast in Deiner Aufzählung ein paar wichtige Dinge vergessen:

Die Zahnfee, Einhörner, Rumpelstilzchen, Harry Potter, Zeus, Ra, FSM...

Alle diese stehen mit dem von Dir genannten auf einer Stufe.

Daraus folgt unweigerlich:

Der Glaube an die Zahnfee (man könnte auch sagen: an eine höhere Macht) ist aus folgenden Gründen unverzichtbar:

Ebenso wie:

ist es rein spekulativ zu sagen, es gibt keine Zahnfee.

Keineswegs richtig gefolger ist:

Spekulationen aber soll man sich nicht anschließen.

denn dann könnte die Folge nur Atheismus sein. Dieser nimmt keinerlei Spekulation vor. Hingegen ist jeder Gottesglaube solange eine reine Spekulation, wie nicht belastebare Belege für die Existenz von Göttern vorgelegt werden.

Konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne den Glauben an Freiheit, Unsterblichkeit und an Gott.

Unsinn. Was Du hier in den Kant´schen Imperativ reindichtest, hat nicht Hand und nicht Fuß.

Moral braucht weder einen Gott noch muss sie zwingend für die Gesamtpopulation vorteilhaft sein. Moral ist immer eine Vereinbarund derer, die sich unter einem "Banner" zum Zusammenleben entschlossen haben.

Somit gibt es eben nicht nur Moral und Nichtmoral. Es gibt auch inhumane Moral.

Erst  Humanismus und Aufklärung habem eine Grundlage für eine menschengerechte Moral geliefert. Gegen die erbitterten Widerstände der Gottgläubigen. Diese kann ich mir zueigen machen vollständig ohne eine Gottesglauben.

Sittliches Handeln ist praktische Gottesbejahung

Ach Gottchen, das ist nun der finale intellektuelle Kopfschuss.

Das Leben der meisten Atheisten gibt deutlich Auskunft darüber, dass das verquaster Unsinn ist.

Eine solche Vergewaltigung des Kategorischen Imperativs, den ich für eine der größten Errungenschaften menschlicher Zivilisation halte, ist mir noch nicht untergekommen.

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Kommentar von CalicoSkies
09.07.2016, 15:50

PS:

Der Glaube an Gott (man könnte auch sagen: an eine höhere Macht) ist aus folgenden Gründen unverzichtbar: der Sinn unserer irdischen Existenz ist logisch (d.h. mit Hilfe unseres Verstandes) nicht erklärbar

Das Gegenteil ist der Fall.

Sinn in irgendwelchen Vorgängen, Ereignissen o.a. Vorkommnissen zu suchen ist eine Eigenschaft unseres Gehirns...

Physikalische Vorgänge haben jedoch keinen Sinn - sie geschehen entweder oder auch nicht; aber es gibt keinen tieferen Sinn dahinter.

Diese SInnsuche ist zwar menschlich, aber naturwissenschaftlich betrachtet völlig unsinnig.

Für Erklärungsmodelle der theoretischen Physik, der Astrophysik, der Abiogenese, der Evolution, .... ist es völlig irrelevant, ob etwas einen "Sinn" hat oder nicht - genau deswegen ist deine Schlussfolgerung, deswegen wäre ein Glaube unverzichtbar, nicht richtig.

Es gibt genug A(nti)theisten, die keine solche SInnsuche brauchen :)

Daraus ergibt sich: da man weder die Existenz Gottes noch die Nichtexistenz Gottes beweisen kann, ist es rein spekulativ zu sagen, es gibt keinen Gott. Spekulationen aber soll man sich nicht anschließen.

Nö.

Du bist derjenige, der die Behauptung aufstellt ("X existiert") - lieferst dafür aber keinen einzigen Beleg, keinen Nachweis, keine begründeten Hinweise, es gibt dafür nicht den Hauch einer Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich so ist...

Und damit kann man es dann mit dem guten alten Grundsatz halten: Quod gratis asseritur, gratis negatur.

Frei übersetzt: Was ohne Grund behauptet wird, kann ohne Grund abgelehnt werden.

Die Abwesenheit eines Gottglaubens (nichts anderes ist Atheismus, eine direkte Ablehnung wäre Antitheismus) ist damit alles, aber nicht spekulativ, sondern sogar die einzige Ansicht, die frei von jeglichen Spekulationen ist!

Das hat zwar realsausi schon gut ausgeführt, ich wollte das aber nochmals bekräftigen :3

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Kommentar von Lennister
12.07.2016, 12:00

Das hängt mit der Struktur unseres Verstandes zusammen: er kann nur
Dinge erklären, die zu unserem irdischen (sinnlichen) Erfahrungsbereich
gehören (s. hierzu: Kant).

Und hier sieht man, wer tatsächlich ignorant und borniert ist. Du stützt dich hier ernsthaft auf das Werk eines 1804 verstorbenen Philosophen und ignorierst alle danach stattgefundene Forschung über den menschlichen Verstand. Das ist extrem ignorant.

Wenn du dich mit dieser Forschung auskennen würdest, wüsstest du, dass Kant falsch lag. Der Verstand ist evolutionär so gebaut, dass er einen Input verarbeitet. Er sucht(konstruiert) Strukturen, erfindet Erklärungen.

Aber aus welchem Bereich der Input kommt, ist für den Verstand egal. Er verarbeitet alles, was relevant scheint; das hat evolutionäre Gründe.

Daraus
ergibt sich: da man weder die Existenz Gottes noch die Nichtexistenz
Gottes beweisen kann, ist es rein spekulativ zu sagen, es gibt keinen
Gott

Auch das ist Unsinn. Hier muss man allerdings weiter ausholen.

Die Beurteilung solcher Fragen als spekulativ durch Kant basiert auf der Unterscheidung zwischen Aussagen a posteriori und Aussagen a priori. Nur wurde diese Unterscheidung in der Philosophie des 20.Jahrhunderts als sinnlos erwiesen:

Sie basiert auf der Prämisse, dass Aussagen für sich allein stehen. Das ist aber nicht der Fall. Jede Aussage steht direkt oder indirekt(d.h. über andere Aussagen) in zahlreichen Beziehungen mit weiteren Aussagen. Sie bedingt diese, wird von diesen bedingt oder schließt sie aus.

Dadurch ist letztlich jede Aussagen irgendwie eine Beobachtungsaussage, also a posteriori. Aussagen a priori gibt es also nicht; auch Aussagen über Themen wie Gott sind Beobachtungssätze.

Dazu kommt noch, dass es noch andere Argumente neben empirischen Argumenten gibt, z.B. pragmatische. Und mit pragmatischen Argumenten kann man sehr überzeugend für eine atheistische Position argumentieren.

Konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne den Glauben an Freiheit, Unsterblichkeit und an Gott

Das ist erstens eine unverschämte Unterstellung gegenüber Atheisten und Agnostikern und zweitens schlicht falsch. Man kann in Übereinstimmung mit Moralprinzipien und aus dem bewussten Entschluss heraus, diesen Prinzipien zu folgen, handeln, ohne an einen Gott zu glauben. Dafür braucht es nur die Vernunft, sich bewusst zur Befolgung dieser Prinzipien zu entscheiden; weiter nichts.

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Gott ist keine Sagengestalt. 

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ja und nein - auf der einen Seite glaube ich das die Aufklärung zu mindestens bewiesen hat, dass die großen Religionen und verschiedene Lebensformen in der Antike (z.B. die Römische Denkweise) sich im Nachhinein als Falsch herausgestellt haben.

Nur um ganz kurz, dass zu erläutern - die Erde ist nicht flach, im Koran und der Bibel gibt es Textstellen, die mit unserer heutigen Moral/Ethik nicht zusammen passen (z.B. in der Bibel wird Sklaverei als positiv dargestellt; im Koran werden Bewegungen von Himmelskörpern falsch beschrieben) und es gibt Theorien wie die Evolutionstheorie und die Chaostheorie, die gegen die ursprüngliche Sichtweise der großen Religionen sprechen. Auch stellt sich die Frage, warum Gott 2 Millionen Jahre warten sollte, so lange existiert der Mensch bereits, bis er diese Religionen installiert - sie entstanden ja vor ca. 2000 Jahren erst.

Auf der anderen Seite spricht das aber nicht dagegen, dass es einen Gott gibt. Wenn man logisch an die Sache geht, wäre es sogar sehr wahrscheinlich, dass es etwas intelligentes geben könnte, dass uns und das Universum erschaffen haben kann. So kann man gängige wissenschaftliche Theorien dazu verwenden. - Hier ein paar schnelle Beispiele - Zellen, die wir für Leben brauchen, sind von vielen vielen Bedingungen abhängig, damit sie nicht platzen oder implodieren, Himmelskörper benötigen sehr viele Faktoren, die exakt stimmen müssen, damit sie nicht einfach zerfallen, unsere Gefühlswelt ist ein absolutes Rätsel, unser Geist - wenn es sowas gibt - kann man trotz Gehirnforschung, Embryoforschung, Hormonforschung einfach nicht erklären... Es könnte also eine Art bewusste Kraft geben, die das Universum lenkt. Gläubige verwenden dafür gerne das folgende Argument: man könnte behaupten, dass die Pyramiden nicht durch den Menschen sondern durch die Natur entstanden sind, dass die Steine also zufällig z.B. durch den Wind so gefallen sind, dass sie eine Pyramide gebildet haben - es würde allerdings einen unglaublichen Zufall bedeuten, wenn die Steine exakt groß und glatt geschliffen sind, dass das die Natur hinbekäme - also muss es einen Schöpfer der Pyramiden geben; mit dem gleichen Argument kann man auch die Existenz Gottes begründen. Die tausende von Zufälle, die nötig waren, damit auf der Erde Leben existieren konnte, spricht für einen Gott und nicht für einen Zufall. Das ist so als würde ich einen Stapel Karten auf dem Boden fallen lassen und die Karten würden durch puren Zufall eine gerade Pyramide bilden - ist mir noch nicht passiert.

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Kommentar von HumanistHeart
09.07.2016, 13:18

Wenn man logisch an die Sache geht, wäre es sogar sehr wahrscheinlich, dass es etwas intelligentes geben könnte, dass uns und das Universum erschaffen haben kann.

Nö. Es wird Dich kein "logischer" Schritt zu Götter führen. Nicht einer. 
dorthin tragen einen nur Fehlschlüsse, Behauptungen, Widersprüche. Siehe Dein Pyramidenbeispiel. Nennt sich "Argument from Design" und ist seit rund 200 Jahren widerlegt.

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Kommentar von realsausi2
09.07.2016, 13:44

. Gläubige verwenden dafür gerne das folgende Argument:

Das ist ein Strohmann, der vorwiegend von Kreationisten abgefackelt wird.

Wer wenigstens die  Grundregeln der Evolution begriffen hat, erkennt sofort, dass wir es hier nicht mit einem Analogon zu tun haben.

Bisher hat man keine Steine entdeckt, die fähig wären, sich bei Beibehaltung des in ihnen vorliegenen Bauplans selbst zu reproduzieren. Auch Stoffwechsel hat man bei Steinen noch nicht entdeckt.

Es ist völlig am Thema vorbei, einen Prozess der belebten Natur mir einem Vorgang der unbelebten Natur gleichstellen zu wollen.

Natürlich braucht eine Pyramide einen Baumeister. Weil es eben unbelebte Materie ist. Diese besitzt nicht die Fähigkeit zur Reproduktion, Stoffwechsel, Selbstorganisation (ja ok, es gibt hier Ausnahmen, wie z.B. Kristalle).

Wer das Prinzip kommulativer Selektion begriffen hat, kann über diesen unsinnigen Vergleich nur den Kopf schütteln.

Wer Evolution nicht anerkennt, hat sie nicht verstanden.

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nein weil....

Wenn es einen ,,Gott'' gäbe sofern er existiert warum kommt er selbst nicht mal hier zu uns auf die Erde da er ja Wunder bewirken kann müsste er ja auch wissen wo der Planet Erde liegt. Ich glaube nur an Sachen die sich auch beweisen lassen.

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Kommentar von tininia
09.07.2016, 11:47

Bin deiner meinung

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Kommentar von JTKirk2000
09.07.2016, 13:31

Ich glaube nur an Sachen die sich auch beweisen lassen.

Es gibt einen Unterschied zwischen glauben und akzeptieren, und der wird in dieser Aussage von Dir deutlich, denn zum Glauben braucht es keine Beweise, um etwas zu akzeptieren ohne daran zu glauben, jedoch durchaus.

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Nein warum ist denke ich klar und jeden der glaubt kann ich auch nicht verstehen. Also ich hab nix dagegen jedem das seine aber für mich kam das nie infrage.

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Kommentar von Fantho
10.07.2016, 01:24

Ich glaube auch an die 'Kraft' der Satzzeichen....

Du nicht?  ;-)

Gruß Fantho

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Kommentar von KRYPTiiC
10.07.2016, 09:04

Ich glaube das jeder meine nachricht verstehen konnte und darum geht es hier schließlich ;)

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nein weil....

Nein, ohne weil. 

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ja an ....

Ja, weil ich Gott in meinen, wie ein User mir einmal in einer despektierlichen Art und Weise schrieb, 'Eiern' spüre, als ich von 'innere Wahrnehmung', 'innere Empfindungen' etc. schrieb...

Und ja: Gott ist eine 'Sagengestalt', und zwar eine Sagenhafte Gestalt ;-)

Aber Scherz beiseite: Du solltest den Begriff 'Sage' Dir mal genauer betrachten, dann wirst Du feststsellen, dass dieser Begriff 'Sagengestalt'  nicht von ungefähr kommt...

Gruß Fantho

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Ich glaube an Gott. Mit ihm habe ich schon viele Wunder erlebt.

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Kommentar von Meatwad
11.07.2016, 20:56

Na dann erzähl doch mal!

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