Glaubt ihr an Gott?

Das Ergebnis basiert auf 47 Abstimmungen

Nein, ich glaube überhaupt nicht an Gott, weil... 51%
Ja, ich glaube an Gott, weil... 40%
Ich glaube, dass es irgend jemand oder etwas gibt, weil... 9%

23 Antworten

Ein Glaube, der als Lückenbüsser dient, weil man sonst keine Freunde oder keine Haustiere hat, ist kein Glaube. Das wäre dann eher ein imaginärer Freund, wie manche Kinder ihn haben.

Mein Glaube steht der Botschaft Jesu sehr nahe, ist aber nicht identisch mit ihr (soweit ich die Botschaft verstanden habe). Ich glaube, dass es nicht egal ist, ob wir gut oder schlecht handeln, unabhängig von unserem feeling dabei. Es macht etwas aus aus einer längerfristigen Perspektive. Und diese Perspektive führt über den körperlichen Tod hinaus. Dies aber bedeutet, dass es einen Gesamtsinn gibt und jemanden, der diesen Sinn beabsichtigt hat. Das wäre dann dieser Gott, der die absolute Liebe ist. Wir alle sind in diesem Gesamtsinn eingebettet und weichen davon ab, wenn wir sündigen. Deshalb gibt es Dinge, die sich aus unerklärlichen Gründen gut oder schlecht anfühlen; da meldet sich Gott in unserem Gewissen zu Wort. Selbst wenn wir eine enge Verbindung zum göttlichen Liebesprinzip haben, sind wir nicht heilig oder perfekt. Wir handeln auch lieblos und vergessen damit unseren Auftrag hier auf Erden. Dafür liebt uns Gott bedingungslos. Wir sind auf dem Weg zu ihm, der unser Ursprung ist. Und Jesus hat uns durch das, was er gepredigt und vor allem vorgelebt hat, eine Abkürzung auf diesem Weg gezeigt. Den Glauben verstehe ich damit als eine Lebensweise. Es gibt übrigens viele Leute, die sich vom Christentum ab- und dem Buddhismus zuwenden; weil sie dort die Übereinstimmung zwischen dem, was die Leute predigen und dem, wie die Leute leben, finden. Als Christ lässt sich dies jedoch genauso bewerkstelligen, wenn man sich ernsthaft bemüht, die biblische Botschaft wirklich zu verstehen und sich nicht von kirchlichen Dogmen davon ablenken lässt.

Vielen Dank. Es hat mich sehr gefreut, das lesen zu dürfen. Aber ich finde, dass ein Glaube, der als Lückenbüsser dient - wie du gesagt hast - auch ein schöner Glaube ist. Ich finde, dass wenn man im Leben nichts mehr hat und deshalb beginnt zu glauben, dies ebenfalls ein glaubenswerter Glaube ist. Manche Menschen haben so viel in ihrem Leben verloren, dass sie nur noch zu Gott flüchten können, dass sie sich nur noch am Glauben festhalten können. Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn man an einem Glauben festhalten kann und so sein Leben wieder mit einem Sinn leben kann, dass dieser Glaube dann echt und auch sehr wertvoll ist.

Vor einiger Zeit ist jemand von uns gegangen, der mir sehr viel bedeutet hat. In dieser Zeit ist es mir nicht so gut gegangen. Da ich nicht an Gott glaube - gar nicht daran glauben kann - habe ich begonnen daran zu glauben, dass die Menschen nach ihrem Tod so leben können, wie sie es immer wollten und dass sie dennoch immer bei uns sein werden. Das hat mir etwas geholfen, das geschehene zu verarbeiten. So wurde meine Art zu Glauben auch zu einem "Lückenbüsser".

Ich finde, die Leute sollen Glauben, was sie wollen und wie sie wollen, solange es ihnen gut damit geht und es ihnen in schwierigen Situationen hilft.

Deine Art vom Glauben finde ich sehr schön.

Vielen Dank für deine Antwort!

0
@DraceMalfoy

Danke auch für den Kommentar. Tatsächlich findet man manchmal erst dann zu Gott, wenn man alles verloren hat. Dann merkt man, dass er nicht bloss eine Ersatzbefriedigung ist. Lieben Gruss & alles Gute.

1
Ja, ich glaube an Gott, weil...
Ich glaube daran, dass wir alle über unser eigenes Leben frei verfügen und unser Schicksal selbst in der Hand haben. Ausserdem bin ich der Meinung, dass Glauben etwas wundervolles ist, an dem sich die Leute festhalten können

Bis dahin stimme ich Dir zu. Und dennoch bzw. deswegen glaube ich an Gott.

Ich glaube vor allem aus persönlichen Erfahrungen und aus einer moralischen Entscheidung heraus, aber auch aufgrund philosophischer Argumente.

aber auch aufgrund philosophischer Argumente.

Jetzt bin ich gespannt.

0
@Kevidiffel

Ich habe die Philosophie immer als eine Suche nach der Wahrheit und dem Guten verstanden (Philosophie altgriechisch mit der Bedeutung Freundschaft zur Weisheit).

Wie trete ich nun in die Wahrheit und was ist sie? Was ist das Gute? Wo sind die Maßstäbe, welche sie vom Nihilismus, vom ethischen Solipsismus abgrenzen? Was bedeutet die Gottesidee, wenn sie nicht ein Erklärungsmodell ist, sondern schlussendliche Erkenntnis auf der Suche nach der Wahrheit und dem Guten? Aus diesem Geflecht heraus, wenn auch nicht als Beweis, ergibt sich für mich die Sinnbehaftung, einen Gott als Möglichkeit (nicht im Sinne einer Erklärung für das Universum überhaupt, sondern für das Verständnis von sinnstiftender Wahrheit und für das Gute als verbindlichen Maßstab) zuzulassen.

0
@nobytree2
Aus diesem Geflecht heraus, wenn auch nicht als Beweis, ergibt sich für mich die Sinnbehaftung, einen Gott als Möglichkeit (nicht im Sinne einer Erklärung für das Universum überhaupt, sondern für das Verständnis von sinnstiftender Wahrheit und für das Gute als verbindlichen Maßstab) zuzulassen.

Mich faszinieren immer Menschen, die nach einem vorgeschriebenen Sinn suchen oder ein übernatürliches Wesen für ihre Moral benötigen...

0
@Kevidiffel

Ich suche nicht nach einem vorgeschriebenen Sinn, sondern nach dem Sinn an für sich, und ich benötige auch kein übernatürliches Wesen für meine Moral in dem Sinne, dass ich Nichtgläubigen die Moral abspreche.

Lies meinen Kommentar einfach präzise: "... einen Gott als Möglichkeit ... zuzulassen." Das bedeutet etwas anderes, als Du etwas zu banal und auch falsch heraus zu implizieren versucht hast.

0
Nein, ich glaube überhaupt nicht an Gott, weil...

Es erscheint mir einfach widersprüchlich.

Ich verstehe aber wenn Menschen darin etwas haben, was ihnen halt gibt. Jeder hat etwas, was ihm in schweren Zeiten hilft und in guten Zeit erfreut.

Bei mir wäre das meine Freundin oder meine Mutter, oder die Natur.

Als Deist glaube ich an einen Gott, der mit dem Ablauf der Geschehnisse im Weltall oder auf der Erde nichts mehr zu tun hat und auch nicht lenkend in die Evolution eingreift (also auch kein Intelligent Design), sondern eher als ein Art von Ursprung hinter dem Ganzen und vielleicht auch eine Art von Hoffnung für den Tod.

Mit einem Gott, der wie der islamische Allah, doch eher an einen "Nachtwächter" erinnert, und der die Menschen erschaffen haben will, hat so ein Gottesbild natürlich wenig zu tun.

An göttliche Offenbarungen, wie etwa den Koran glaube ich nicht.

Ja, ich glaube an Gott, weil...

Ich glaube vor allem aus persönlichen Erfahrungen und aus einer moralischen Entscheidung heraus, aber auch aufgrund philosophischer Argumente.

Was möchtest Du wissen?