Glaubt ihr an dem Horoskop und Karten lesen?

Das Ergebnis basiert auf 21 Abstimmungen

Nein 71%
Andere Antwort 19%
Ja 9%

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Andere Antwort

Jain. Ich bin eigentlich absolut nicht Gläubig, in allen Hinsichten. Allerdings muss ich sagen das - nachdem mir viele gesagt haben das ich sehr stark mein Sternzeichen vertrete- ich mir mein Horoskop doch mal durchgelesen habe, und sehr viele Charaktereigenschaften punktgenau zutreffen. Komisch war das schon. Glaube ich nun dran? Jain nicht wirklich, ich bin was das angeht in ein kleinen Glaubenskonflikt geraten.

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Das Horoskop ist nichts weiter als das geozentrische Modell der Gestirnsstände, zu einem bestimmten Zeitpunkt - und da gibt es nichts zu glauben: Das wird einfach astronomisch genau auf den Tierkreis berechnet, nach den Ephemeriden. Die Tätigkeit des Astrologen besteht dann darin, die Gestirnsstände zu deuten, zu interpretieren, Tendenzen zu analysieren und daraus dann Prognosen zu formulieren. Bei Individualprognosen werten Berufsastrologen aber nicht nur das Horoskop aus, sondern beziehen immer auch weitere Informationen über den Fragesteller mit ein. Und auch das muss man nicht glauben. Man kann einfach die Prognosen später überprüfen und beurteilen, ob der Astrologe zutreffende Aussagen gemacht hat oder nicht.

Beim Kartenlegen spielen mehr der Zufall und Intuition eine Rolle. Beides, sowohl Astrologie als auch das Kartenlegen, sind aber nicht im Bereich des Glaubens anzusiedeln. Stehen diese Praktiken doch im Widerspruch zu Religionen, wie dem Judentum und auch dem Christentum. Ja, es gibt Scharlatane, denen andere zum Opfer fallen können. Aber wenn der Chirurg falsch operiert, sagt man hinterher auch nicht zu dem Patienten, der ihm zum Opfer gefallen ist, dass dieser abergläubisch sei, weil er sich habe operieren lassen.

Wenn die Menschen erst einmal glauben, den Teufel gibt’s wirklich und der könnte von der Seele Besitz ergriffen haben, wird es sehr schwer vermittelbar, dass jede Seele aber doch gut ist und von Gott geschaffen wurde. Nichts im Menschen, kann mit dem Teufel irgendetwas zu tun haben. Stattdessen wird in den Kirchen, von der Hölle oder vom Teufel im abergläubischen Sinne gesprochen. Damit werden Tatsachen beschrieben, außerhalb unseres eigenen Erlebens, welche die Menschen daran hindern, sich selber zu finden und die Bilder die sie in sich tragen, in ihr eigenes Leben zu übersetzen.

Die Vorstellung von Hölle als seelisches Sinnbild von tiefer Verzweiflung, scheint aber unvermeidlich zu sein. Jeder Morgen, an dem sich der Verzweifelte erhebt, wird wie verschattet sein, durch Aussichtslosigkeit und Ängste, die wie dunkle Flecken auf seiner Seele lasten, umsponnen von der Ungewissheit. Es ist ein ständiges Umherirren ohne Richtungspunkte. Dabei gibt es eine Fülle von Forderungen, die an ihn gestellt werden und ihn umlagern wie Beutegreifer, denen er nicht ausweichen kann. Eine Menge von Wünschen und Triebimpulsen liegen in ihm, die er nicht artikulieren und ausagieren kann. Er muss sie verdrängen als eine dauernde Gefahr. In ihm und um in herum Gefahren und Strafandrohungen. Vieles hat er schon vertan, einiges wird er noch vertun. Wie könnte man da die Hölle besser beschreiben? Davon muss zu reden sein, da sonst die Macht des Christentums, erlösen zu wollen, überhaut keinen Ansatzpunkt bekommt.

Entscheidend ist, dass wir die Auseinandersetzung nicht in ein fantastisches Jenseits verlagern. Die Menschen leben in der Hölle, hier auf Erden und es wäre eigentlich auch unsere Aufgabe, sie da wieder herauszuholen. Aber nein, stattdessen wird alles umgedreht: Die Gläubigen werden verwaltet unter Höllenängsten. Damit ist die Institution absolut und die Menschen sind ohnmächtig. Zu der Angstmaschinerie aus dogmatisiertem Aberglauben zu schweigen, kann nicht richtig sein. Es ist aber auch nicht richtig, die Hölle einfach zu leugnen, weil uns das Bild selbst, eine tiefe Realität vermittelt: Es gibt einen Entscheidungsernst in diesem Leben, den man nicht verleugnen darf. Es ist nicht egal wie man lebt und es gibt Entscheidungen zu treffen darüber, was einem wirklich wichtig ist. Es ist die ganz normale menschliche Erfahrung, dass es uns sehr sehr schwer fällt, gegen so viele Ängste, die wir schon in Kindertagen beigebracht bekommen, trotzdem den Glauben, in die eigene Liebenswürdigkeit, nicht zu verlieren und die Möglichkeiten zu erkennen, im Leben etwas Sinnvolles zu tun. Der Astrologe oder Kartenleger, ist manchmal auch nichts anderes, als der Seelentröster, der sich dem Kummer eines Menschen annimmt. Er berät ihn und hilft ihn, über Motivation, Mutzusprechen oder Aufklärung, Ängste zu überwinden und sich wieder den wichtigen Aufgaben des Lebens stellen zu können.

 

Nein

Nein !

das ist doch alles nichts weiter als Mumpitz, Firlefanz, Klimbim, Kappes und Kokolores !

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