Glauben Christen wirklich nicht an die Bibel?

 - (Schule, Religion, Philosophie und Gesellschaft)

Das Ergebnis basiert auf 37 Abstimmungen

Christen glauben an Christus und an die Bibel 62%
Das ist jedem Christ selbst überlassen 14%
Christen glauben an Christus, nicht an die Bibel 8%
Anderes:... 8%
Verschiedene Gruppen und Sekten glauben nur manche Teile 8%
Christen glauben an Christus und nur ans Neue Testament 0%
Christen glauben an die Bibelauslegungen 0%

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Das ist jedem Christ selbst überlassen

Kommt drauf an.

Es gibt Bibel-fundamentalistische Christen, die aufgrund irgend einer Prägung (Erziehung/Indoktrinierung) glauben, das die Bibel in ihrer Gesammtheit Gottes Wort sei und jedes Wort darin ungeprüft wahr ist.

Wer diesem Buch also diese Autorität gibt, hat als geistige Führung nicht selten das Interesse es aus eigenen Machtinteresse per Lehrvorgaben und willkürlichen Auslegungen zu missbrauchen.

Aufgeklärte Christen dagegen wissen um der Entstehung der Bibel und nehmen jedes Bibelbuch so wie es in ihrem Ursprung war - ein individuelles Schreiben eines gläubigen Menschen. Jedes für sich. Für die meisten von denen ist Gottes Wort allein Jesus, gleich wie das Wirken des Geistes Gottes.

Wie auch immer: Es gibt keine Pflicht jedes Wort darin für wahr zu halten. Im Gegenteil: Man sollte alles prüfen und das was man für sich mitnehmen kann auch nur annehmen, getreu dem biblischen Motto: "Prüfet alles, das gute behaltet."

Im Umkehrschluss bedeutet dies, was ich nicht prüfen kann oder selbst in Verbindung mit Gottes Geist nicht Glauben kann, das muss ich auch nicht glauben, denn wenn ich etwas glauben muss was ich nicht glauben kann, dann bin ich nicht frei in der Wahrheit. Allein Gottes Geist sollte hier Lehrer sein, in der Frage was und wie ein Menschen glauben kann, was er glauben sollte und was nicht.

So hat mir Das Allmächtige geholfen, mich von Religion zu befreien.

1
Das ist jedem Christ selbst überlassen

Mir schien immer, je besser jemand die Bibel kennt, desto mehr sehe er sie als von Menschen geschriebenes, historisch gewachsenes Buch. Die Theologen, mit denen ich darüber sprach, interpretierten sie fast ausschliesslich so. Die Theologiestudenten waren etwas naiver. Und die naivsten waren die Schäfchen, meine Mitschüler/innen, die sich als Gläubig bezeichneten.

Danke! Du bist ein guter Beobachter!

1
Christen glauben an Christus, nicht an die Bibel

Die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen.

Das Christentum ist - im Gegensatz zum Islam - keine Buchreligion.

Was in der Bibel steht, kann zum Wort Gottes werden.

Alles, was man aufschreibt, wird automatisch konserviert und damit tot.

Für die Christen ist die viva vox evangelii wichtig, also die lebendige Stimme des Evangeliums.

Das Evangelium muss immer wieder neu in eine konkrete neue Situation gesprochen werden, damit es lebendig bleibt.

Daher macht das sola-scriptura-Prinzip des Herrn Dr. Martin Luther auch nicht viel Sinn. Zumal die ganze Bibel kein Wort über die Pflicht zum sola-scriptura-Prinzip sagt. Es ist noch nicht mal diese Idee darin. Erst im 16. Jh. kam ein Theologe darauf, und nun glaubt die Hälfte der Christen, dass das sola-scriptura-Prinzip absolut genommen werden muss.

Wenn man sich mit der Entstehung der Bibel beschäftigt, erfährt man jedoch, dass die Bibel schon immer im Werden war: erst mündlich tradiert, dann Einzelnes aufgeschrieben, danach handschriftlich kopiert und in den Gemeinden herumgegeben, schließlich Favoriten-Listen von verschiedenen Kirchenvätern, welche Schriftrollen wichtig seien für die ganze Kirche, später die Zusammenstellung eines fixen Kanons, der allerdings bis heute nicht einheitlich in der ganzen Kirche ist. Und währenddessen immer die aktuell lebenden Gläubigen, welche die Schrift für ihre eigene Zeit auslegten und viele Gedanken und Offenbarungen weiterdachten und vertieften.

Wer ist denn darauf gekommen, dass Gott früher SPRACH, aber ab dem 5. Jh. dann auf einmal geschwiegen hätte?

Die Bibel ist ein Glaubenszeugnis. Das Zeugnis kann für die Leser und Hörer glaubwürdig sein. Aber der Glaube selber hat nur GOTT zum Inhalt. Von einem Buch erwarten Christen kein Heil. Daher im Credo: "Ich glaube an Gott, den Vater ... und an Jesus Christus...und an den Heiligen Geist."

Daher macht das sola-scriptura-Prinzip des Herrn Dr. Martin Luther auch nicht viel Sinn.

Wobei dein Ansatz des viva vox evangelii von Luther stammt:
"Die Forderung des „sola scriptura“ sollte dabei keineswegs zum Ausdruck bringen, dass nur der genaue Wortlaut der Heiligen Schrift für das Leben eines Christen ausschlaggebend sei, wie dies in der Neuzeit als Programm des christlichen Fundamentalismus formuliert wurde. Vielmehr ging es um die Frage, wer die Schrift recht auslegt. Nach der Vorstellung Luthers konnte dies nur durch die Schrift selbst geschehen, da sie „durch sich selbst glaubwürdig, deutlich und ihr eigener Ausleger“ („per se certissima, apertissima, sui ipsius interpres“) sei.[3] Auch sollte nicht das Schriftstück Bibel sakralisiert werden, sondern das in ihm enthaltene Wort Gottes ständig neu zur Sprache kommen (viva vox werden)." Quelle

1
Christen glauben an Christus und an die Bibel

Für Christen dürfte gelten:

  • "Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet" (2. Timotheus 3,16-17).
Timotheus

was verstand dieser unter "Schrift"? einen Bibelkanon?

2
@wilmaed

Für mich ist damit der gesamte Bibelkanon gemeint.

Ich zitiere mal die MacArthur-Studienbibel:

  • "Alle Schrift. Grammatisch ähnliche gr. Konstruktionen (Röm 7,12; 2Kor 10,10; 1Tim 1,15; 2,3; 4,4) überzeugen, dass die Übersetzung »die ganze Schrift ist eingegeben« richtig ist. Dazu gehören sowohl die Schriften des ATs als auch des NTs (s. Anm. zu 2Pt 3,15.16; diese Verse identifizieren die ntl. Schriften als »die Schrift«)."
0
@chrisbyrd
als auch des NTs

wusste Timotheus/Paulus, dass es mal ein NT geben? und welche Bücher es enthalten wird?

2
@wilmaed

Gott wusste es...

Entscheidend ist, dass die biblischen Autoren beim Schreiben vom Heiligen Geist inspiriert wurden. Sie hätten dies also auch aufschreiben können, ohne genau zu wissen, welche 66 Bücher einmal den biblischen Kanon bilden würden.

0

Nun ja,

manche glauben "unserem Heiland" (Mt.1,21; Joh.15,14)

und andere wiederum nicht (Joh.14,6).

Aber wer "Gottes Wort" (Joh.17,17) nicht kennt,

weiß auch darüber (Offb.17,1-4) nicht Bescheid (Offb.12,9).

Was möchtest Du wissen?