glauben christen an Reinkarnation?

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18 Antworten

Hallo scherazade1,

kurz gesagt, schließen sich Reinkarnation und christlicher Glaube aus, da gem. der Bibel der Mensch keine Seele besitzt, die in irgendeiner Form weiterexistieren könnte. Innerhalb der Christenheit ist zwar die Vorstellung von einer unsterblichen Seele weit verbreitet, doch die Bibel, auf die sich ein Christ ja berufen sollte, lehrt etwas anderes.

Es stimmt, auch in der Bibel ist das Wort "Seele" zu finden und zwar als Übersetzung des hebräischen Wortes "néphesch" und griechisch "psyché". Wörtlich stehen diese Begriffe für "atmendes Geschöpf" bzw. "Lebewesen". Mit Seele ist somit das gesamte lebende Geschöpf gemeint und nicht ein Teil von ihm. Durch folgenden Bibeltext wird dies bestätigt: "Da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele" (1. Mose 2:7 Elberfelder Bibel). Beachte bitte, dass es hier heißt, dass der Mensch eine Seele wurde und nicht, dass er eine Seele bekam. Oder denke z. B. auch an folgende Aussage: "Was irgendeine Seele betrifft, die an ebendiesem Tag Arbeit von irgendwelcher Art tun wird, diese Seele muss ich aus den Reihen ihres Volkes vernichten." (3. Mose 23:30) Aus diesem Text geht klar hervor, dass mit Seele die ganze Person gemeint ist. Die Bibel lehrt also keine Zweiteilung von Körper und Seele.

Die Seele ist auch nicht unsterblich, wie viele denken. Deswegen steht in Hesekiel 18:4: "Siehe! Alle Seelen — mir gehören sie. Wie die Seele des Vaters, ebenso die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben." Mehrmals ist in der Bibel auch zu lesen, dass eine Seele unter bestimmten Umständen "vom Volk [Israel] abgeschnitten" werden soll (siehe 3. Mose 7:20, 21; 3. Mose 19:8). Hiermit ist gemeint, dass eine schwere Sünde mit dem Tod bestraft werden sollte. Das Wort "Seele" wird in der Bibel nicht immer nur auf die Person als Ganzes angewandt, sondern steht manchmal als Synonym für das Leben. So heißt es beispielsweise im Buch Hiob, Kapitel 33, Vers 22: "Und seine Seele nähert sich der Grube Und sein Leben denen, die den Tod zufügen." (Andere Beispiele sind in 2. Mose 4:19 und Richter 9:17 zu finden).

Was aber geschieht dann mit dem Menschen, wenn er stirbt? Nun, auch dazu gibt die Bibel eine eindeutige Antwort. Sie erklärt, dass der Tod nicht der Übergang zu einem anderen Leben ist, sondern ein Zustand der Nichtexistenz. So kann man darin z.B. folgendes lesen: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst... Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl, dem Ort, wohin du gehst" (Prediger 9:5,10). Der Begriff "Scheol" (aus dem Hebräischen), der hier erscheint, bedeutet nichts weiter als der symbolische Aufenthaltsort der Toten oder einfach das Grab der Menschheit.

Nach dieser Erklärung ist also der Tod ein Zustand völliger Bewusstlosigkeit, wie gesagt, ein Zustand der Nichtexistenz. Das bedeutet allerdings nicht, dass jemand, der verstorben ist, keine Hoffnung auf eine Wiederkehr zum Leben hätte. Gott kann sich an alle Menschen erinnern, die jemals gelebt haben und sie wieder zum Leben bringen. Die Bibel spricht von einer Auferstehung der Toten.

Jesus Christus verglich deswegen den Tod mit einem Schlaf, aus dem es durch die Auferstehung ein Erwachen gibt. Die Bibel beschreibt diese Auferstehung als ein in der Zukunft liegendes Ereignis, für das Gott einen Zeitpunkt festgelegt hat. Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern: "Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören  und herauskommen werden" (Johannes 5:29,29). Ja, es wird einen "Tag" der Auferstehung geben! Wie Du also siehst, lassen sich Reinkarnation und christlicher Glaube nicht miteinander vereinbaren.

LG Philipp

noch nicht, obwohl es in der bibel dafür beispiele gibt

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Mt 17,12
Ich sage euch aber, daß Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden[a]. a) Kap. 16,20.21
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---in der griechichen kulturperiode wurde die menschliche seele eng an das wirken des physischen körpers gebunden, damit der mensch seine gefühle durch irdische taten befriedigen konnte.
---starb der physische körper bekam der entsprechende mensch große angst, das die seele mitsterben könnte und daß er deshalb nicht mehr existieren würde.
---deshalb sagte sich der damalige grieche: "lieber eine bettler in der oberwelt, als ein könig im reich der schatten."
---durch die auferstehung des christus im christentum wurde den menschen dargestellt, daß die seele nicht mitstirbt, sondern daß sie weiterlebt.
---deshalb ist die auferstehung im christentum das zentralste ereignis

Die Reinkarnation gehört nicht zu den zentralen Lehren des Christentums.

2000 Jahre nach dem Neuen Testament sehen aber viele Christen die transzendenten Dinge nicht mehr so einfach und festgefügt wie die ersten Christen, denn schon darüber, was "wirklich" ist, sowie darüber, was "Zeit" und "Raum" ist, kann man diskutieren und spekulieren.

Geht man davon aus, dass Gott außerhalb von Zeit und Raum steht, ist er auch nicht an die Realität des Vergangenen gebunden und kann daher Dinge ungeschehen machen. Daher ist es denkbar, dass Menschen nach ihrem Tod auf eigenen Wunsch die Möglichkeit erhalten, Versagen in ihrem früheren irdischen Leben zu korrigieren, indem sie die Situation noch einmal durchleben und es diesmal besser machen. Das ist dann die neue "wirkliche Vergangenheit".

Eine _zwangsweise_ Reinkarnation als "Vergeltung" oder "Strafe" passt nicht zum Bild eines liebenden Gottes.

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