GLauben buddhisten an Glück?

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8 Antworten

Na klar, Glück ist doch der ursprüngliche Zustand von uns, Erleuchtung ist Glück ohne Ende... Nur die Wege dahin sind verschieden, reichen innerhab des Buddhismus (von "harter Arbeit" wie hier schon gesagt) von Entsagung über Verwandlung bis zu Nicht_Handeln als Befreiungswege... Und Glück in diesem "normalen" Leben hier? Da finden Buddhisten wohl eher, dass es meistens "vergiftet" ist, weil man das, worüber man glücklich ist, am Ende wieder verlieren wird, Besitz, Gesundheit, geliebte Menschen, Erfolg etc. Glücklich-sein darüber kann man natürlich trotzdem, aber mit dem Bewußtsein der Vergänglichkeit und dem Wissen darum, dass wir diese Dinge letztlich niemals wirklich dauerhaft "besitzen". Das gibt Freiheit von vielen Zwängen und schafft eine andere Art von tieferem Glück, auch schon in diesem Leben

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Von welcher Art von Glück sprichst du? Von Glück im Sinne von Erfülltheit und einem schönen Gefühl? Oder von Glück im Sinne von Zufall?

Glück im Sinn von Zufall gibt es nicht. Alles hat einen Ursache-Wirkungszusammenhang. Selbst ein Münzwurf oder eine Losziehung hat nichts mit Glück zu tun. Es mag sein, dass der Gewinner gerne davon spricht, dass er "Glück" gehabt hat, aber es musste irgendjemand gezogen werden und Kopf oder Zahl musste gewinnen. Dass speziell diese Person gewonnen hat, ist irrelevant und hat nichts mit Glück zu tun. Es gibt einen Gewinner, wer das ist ist egal. Wenn man nur den winzigen Blickwinkel des Gewinners betrachtet, dann kann man den Begriff "Glück" dafür nutzen, aber wenn man die Komplette Ziehung betrachtet bzw den Münzwurf, dann war es vorherbestimmt, dass jemand gewinnt und der Rest verliert.

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Kommentar von pinkuniiicorn
29.12.2015, 23:24

Meine Frage war auf das allgemeine Glück bezogen. Speziell jetzt das Glück im sinne von erfüllheit und einem schönen Gefühl , wie du es zu sagen pflegst, beeinflusst man, meiner Meinung nach, selbst.

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Eine interessante Frage! Das Nirwana dürfte wohl von den Buddhisten nicht als Glückserfüllung angesehen werden, denn Eingang ins Nichts – ist das etwas Gutes, Glückliches? Eher sehe ich in der folgenden Konstruktion des
Buddhismus eine Möglichkeit der Glückserfüllung (ähnlich auch
beim Hinduismus und beim Jainismus). Es kommt bei den Buddhisten
darauf an, gutes Karma zu sammeln. Dann haben sie die Chance, bei der
nächsten Reinkarnation ein gutes bzw. besseres Leben zu führen. Der
Buddhist kann dann - ähnlich wie Aristoteles die Glückserfüllung
beschreibt (s. Nikomachische Ethik) – durch die besseren Umstände seiner zweiten, dritten oder vierten Reinkarnation seine Talente derart zur Entfaltung
bringen, dass er allgemeines Ansehen genießt und in einer guten
Familie eine Geborgenheit findet. Dabei muss er auch weiter ein
tugendhaftes Leben führen, andernfalls wird er in der nächsten
Reinkarnation seinen guten Lebensstandard wieder einbüßen und also
im Unglück landen. Derjenige Buddhist allerdings, der seine
Erfüllung im Erreichen des Nirwanas findet, wird auf keinen Fall
glücklich sein können, denn er muss durch Erfüllung der 4 edlen
Wahrheiten und durch Begehen des achtfachen Pfades ungeheure
Entbehrungen auf sich nehmen, er muss schließlich zur Erleuchtung
gelangen, indem er die Sinnlosigkeit und den leeren Schein der Welt erkennt
und verinnerlicht.

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Das Glück aller Wesen ist das Ziel des Buddhismus.

So wie andere beten: "Vater unser..." so beten Buddhisten nicht zu einem Gott sondern z. B. "Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen sie leben ohne Leid, ohne Anhaftung und Ablehnung..."

Anhaftung und Ablehnung sind die Ursachen des Leids, wie z. B. an einem geliebten Menschen zu hängen, dann ist es schmerzlich, wenn man ihn verliert. Das Glück was im Buddhismus angestrebt wird ist nicht das Glück welches dadurch kommt, dass man irgendetwas "hat".

 Leicht zu verstehen, schwer zu realisieren.

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glück in unserem sinne kennen die nicht

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Sie glauben an HARTE Arbeit. Ihre Logik “Wer was erreichen will muss etwas dafür tun.” Aber eigentlich glauben die meisten schon dran.

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Kommentar von Haldor
30.12.2015, 14:24

Jawohl! Siehe Glücksbegriff des Aristoteles. Neben harter Arbeit muss (nach Aristoteles) noch folgendes hinzukommen: Talent (das zur höchsten Entfaltung gebracht wird), Gesundheit, ein gewisses Vermögen, gute Beziehungen und angenehmes Äußere (jedenfalls kann der Hässliche nur sehr schwer glücklich werden). Diese "realistische" Auffassung des Aristoteles mag hart klingen, aber sie dürfte zutreffen.

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Im Alter von 29 Jahren wurde Siddhartha Gautama bewusst, dass Reichtum und Luxus nicht die Grundlage für Glück sind. Er erkannte, dass Leid wie Altern, Krankheit, Tod und Schmerz untrennbar mit dem Leben verbunden ist, und brach auf, um verschiedene Religionslehren und Philosophien zu erkunden, um die wahre Natur menschlichen Glücks zu finden.

Grundlage der buddhistischen Praxis und Theorie sind die Vier Edlen Wahrheiten: Die Erste Edle Wahrheit, dass das Leben in der Regel vom Leid (dukkha) über Geburt, Alter, Krankheit und Tod geprägt ist; die Zweite Edle Wahrheit, dass dieses Leid durch die Drei Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung verursacht wird; die Dritte Edle Wahrheit, dass zukünftiges Leid durch die Vermeidung dieser Ursachen nicht entstehen kann bzw. aus dieser Vermeidung Glück entsteht und die Vierte Edle Wahrheit, dass die Mittel zur Vermeidung von Leid, und damit zur Entstehung von Glück, in der Praxis der Übungen des Edlen Achtfachen Pfades zu finden sind. 

Auf diesem Weg werden Leid und Unvollkommenheit überwunden und durch Erleuchtung (Erwachen) der Zustand des Nirwana, der Leidlosigkeit bzw. der Zustand des Glücks realisiert.

Zwei der vier edlen Wahrheiten sprechen explizit von Glück und wie man dieses erreicht, dh es besteht kein Zweifel daran, dass Buddhisten an Glück glauben. Es scheint sogar eines der wichtigsten Ziele der "Religion" zu sein.


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von mensch zu mensch unterschiedlich...

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Kommentar von pinkuniiicorn
29.12.2015, 22:49

Das heißt nicht alle glauben an das Glück im Buddhismus?

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Kommentar von biggestbrain
29.12.2015, 23:00

naja glauben alle im christentum an glück? wahrscheinlich nur einige im buddhismus wahrscheinlich das gleiche...

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