Glaube und Gott?


25.01.2021, 09:14

Was können Menschen, die an einen Gott glauben, gewinnen im vergleich zu Menschen, die nicht an einen Gott glauben?

23 Antworten

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Was können Menschen, die an einen Gott glauben, verlieren?

Viel wertvolle Lebenszeit, und auch einige Interessante Erfahrungen.

Das liegt ja eigentlich auf der Hand. Angenommen jemanden glaubt an einen Gott der nicht existiert, dann kann man grundsätzlich argumentieren das alle Zeit die dieser Mensch mit der Verehrung dieses Gottes verbracht hat verschwendet ist, zudem schränken sich ja viele Gläubige auch ein, zb. besonders im Islam gibt es ja viele recht einschränkende Regeln.

Hier würde ich aber auch sagen das dies nur bei Leuten der Fall ist deren Hauptmotivation zum religiösen Glauben ist, das sie davon ausgehen das Ihr Glaube ihnen irgendein Paradies eröffnet das ihnen ohne diesen Verschlossen bleiben würde.

Was können Menschen, die nicht an einen Gott glauben, gewinnen im vergleich zu Menschen, die nicht an einen Gott glauben?

Ich lasse ein etwaiges Paradies mal außen, da ganz objektiv selbst wenn irgend ein Gott und ein Paradies existieren würden, die Chancen für Gläubige dahin zu gelangen wären nicht wirklich höher als die von Atheisten.

Ein religiöser Glaube kann aber auch andere Vorteile, er bittet eine vorgefertigtes moralisches Gerüst, das dass Leben vielleicht nicht zwangsläufig besser aber auf jedenfalls Einfache macht.

Er kann Leuten auch ein wenig die Angst vor dem Tod nehmen, da viele Gläubige ja davon ausgehen das mit dem Tod das Leben erst richtig anfängt.

Was gläubige gewinnen:

Sie gewinnen ein einfaches weltbild. In vielen dingen reicht es auch schlichtweg einfach das heilige buch zu lesen, oder den nächsten priester zu fragen. Man muss hier weniger selber nachdenken weil man alles imgrunde vorgekaut bekommt.

Sie gewinnen trost. Glaube ist ein durchaus effektives mittel in schweren zeiten. So wie glaube im negativen menschen dazu bringt schlimme sachen zu tun. Kann er aber auch menschen helfen schlimme sachen zu ertragen. Angst vorm tod, schlimme krankheiten etc etc. Glaube kann in diesen fällen enorm helfen.

Sie gewinnen führung. Liegt nahe bei trost ist denke ich aber nocheinmal etwas anderes. Wenn man als gläubiger nicht mehr weiter weiss dann gibt es das heilige buch und die Priester als imgrund eständig vorhandene ansprechpartner. Aber durchaus auch das wesen selbst an das geglaubt wird. So kann man über kommunikation mit diesem mehr über sich selbst herausfinden.

Sie gewinnen gemeinschaft. Gläubige die an das gleiche glauben haben schonmal eine grosse gemeinsamkeit. Glaubensgemeinschaften gibt es wie sand am meer und gepart mit der gemeinsamkeit ist es auch einfacher dort aufgenommen zu werden etc.

Mehr fällt mir auch anhieb nicht ein.

Es sei angemeerkt das nicht gläubigen diese sachen fehlen. Es ist aber so das man eben selbst wesentlich mehr verantwortung in diesen bereichen trägt und hilfen entsprechend weniger leicht zu finden sind. Auch haben die genannten vorteilen eben auch ihre nachteile.

Nachteile des Glaubens:

Zum weltbild: Religiöse weltbilder sind starrer als nicht religiöse und gläubige haben es schwerer ihr eigenes weltbild zu ändern wenn es gegen den glauben selbst geht. Nicht gläubige sind in der hinsicht freier.

Manipulierbarkeit: Durch die oft in Religionen gegebenen Strukturen und vorallem den machtenspruch des jeweiligen gottes können gläubige leichter manipulationen zum opfer fallen in dem ihnen falsche dinge erzählt wird. Für beispiele muss man blos einen blick auf die verschiedenen sekten der menscheitsgeschichte werfen um zu sehen wie glauben dort ausgenutzt werden kann.

Selbstäuschung: Glaube ist im endeffekt immer eine form selbstäuschung. Diese kann positiv aber auch negativ sein. Probleme entstehen immer dann wenn glaube mit der realität zusammenprallt. Was im schlimmsten falle über einer kompletten erschütterung des weltbildes zum verlust diesen führen kann.

Abhängikeit: Auch wenn es ist einfach in passende glaubensgemeinschaften zu kommen. Gibt es genügend gemeinschaften die eben nicht mehr so freundlich sind wenn man selbst nicht mehr so gut hinein passt. z.b. in dem man falsche dinge hinterfragt. Was entsprechend zu einem grossen verlust in seinem Sozialen umfeld führen kann. Auch hier wieder sind sekten besonders hervorzuheben die diese sachen bewusst ausnutzen in dem z.b. untersagt wird mit aussenseitern tiefe bindungen einzugehen oder gerade gefprdert wird sich von andersdenkenden zu distanzieren.

Zeitinvestition: Je nach glaube und glaubensgemeinschaft kann es zur investition von einiges an zeit und ressourcen kommen. Die man anderweitig frei zur verfügung hätte wenn man nicht diesen glauben hätte.

Gott ist in mir

Ich denke, viele machen sich nicht die Mühe, bei sich selbst nachzuforschen, was das mit mir macht, an Gott zu glauben. Klar wenn man noch Schulkind ist, hilft das schon ein wenig, zu sehen dass es da noch etwas anderes gibt, als nur deine Eltern, die dir immer sagen was gut für dich ist, bzw. sein soll. Heute gibt es Ethikunterricht, früher hieß das Religionsunterricht. Mir hat das Fach sehr gefallen, völlig andere Thematik und was fürs Leben: man kann es sofort ausprobieren, wie das Zwiegespräch funktioniert!! Diejenigen die uns in diesem Fach unterrichteten, gaben sich die größte Mühe, daß wir Kinder auch daran Spass haben, oder den auch finden werden. Wir mussten nicht viel Bibelkäse lernen, vieles wurde künstlerisch verarbeitet (Malen, Theater spielen, eigene Beispielprojekte erstellen etc. ). Es wurden Beispiele verwendet, die im wirklichen Leben auch so stattfinden. Mein Eindruck als Kind war der, dass wenn man betet, bekommt man auch eine Art von Antwort, die man im Bauch spürt. Wenn auch nicht immer gleich und sofort, aber das Bauchgefühl ist plötzlich da. Der innere Dialog mit Gott (?) beginnt. Ein untrüglicher Bezugspunkt, immer geöffnet, praktisch eine innere Chatplattform. Schöne Erfahrung, die bis heute Gültigkeit für mich hat. Die Sache mit der Religion sehe ich persönlich als etwas anderes an, so in Richtung Rituale und Gemeinschaftsgefühl, was ja vielen fehlt, auch wenn sie in einer großen Familie aufwachsen. Viele brauchen das, in allen Religionen. Für meine Entwicklung hat der Religionsunterricht nur gute Seiten gezeigt, wenn auch an der Volksschule nur bis zur 4.Klasse gelehrt. Es war, als hätte man mir sozusagen einen "geistigen" Weg gezeigt, der nur mir gehört. Die Erfahrung die ich damit sammelte, musste ich, wenn ich es nicht wollte, mit niemandem teilen. Das gehörte nur mir allein. Sobald man sich in eine Glaubensgemeinschaft einfügt, die so funktioniert, dass du überall dabei sein musst, dann kommt das dem Zwang ( Unfreiheit ) sehr nahe. Stichwort: Vereinsmeierei.Ich denke, viele Erfinder bedienten sich dieser Verwendung des Glaubens und der Kommunikation mit dem Höheren, obwohl sie nicht in die Kirche gegangen sind. Sie kannten und kennen noch das Gefühl des "Abgehobenseins". Komisches Wort, stimmt, aber es ist so.Für mich jedenfalls. Der Mensch hat unzählige Werkzeuge zu seiner Vervollkommnung zur freien Verfügung, auswählen und benutzen muss er sie schon selber. Sind wir nicht dazu auf die Welt gekommen um Gutes zu tun, um uns zu verbessern, zu verfeinern und glücklich zu sein? Würde jeder Mensch das beherzigen, dann hätten wir schon längst das Paradies auf Erden. Das macht für mich u.a. der Sinn des Lebens aus. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich Böses denke und tue, werden diese Dinge immer wieder auf mich projiziert. Umgekehrt geschieht das gleiche mit den guten Dingen. So betrachtet könnte das ewige Leben schon tolle Aussichten bieten. Nur wer vollkommen ist sollte ewiges Leben geniessen dürfen, oder? Unmenschlichkeit und Verbrechen an der Natur geht gar nicht, da muss diese Seele noch viiiiiel lernen und immer wieder auf die Erde zurückkehren. Das erinnert mich an den Begriff: "Die ewige Wiederkehr" von E.Kant.

Niemand ist dein Feind, niemand ist dein Freund, jeder ist dein Lehrer -Konfuzius-

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Sie können Trost gewinnen, aber den Glauben verlieren. Das kann Atheisten nicht passieren. Die haben dafür mehr Angst vor dem Tod. So hat alles Vor- und Nachteile.

Ob gläubige Menschen wirklich nur deshalb Gutes tun, weil sie Angst vor der Hölle haben, weiß ich nicht, aber falls dem so dem so ist, dann haben sie ihre Gewissen durch ihre Religion ersetzt und haben schon etwas verloren.

Atheisten haben mehr Angst vor dem Tod? Das halte ich für ein Gerücht.

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@kaffeemahler

Würde aber Sinn ergeben. Ich hätte weniger Angst davor, wenn ich wüsste, dass es gar nicht das Ende ist.

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@Kokossnoss

Womöglich ist es ein Fehler, von einer Person auf alle Atheisten zu schließen?! Auch kann man auch als Atheist an ein Leben nach dem Tod glauben, bzw. an Reinkarnation. Auch der Gedanke an ein unvorstellbar schönes "Danach" ist bei völliger Abwesenheit eines Gottes denkbar. Wo also läge da noch en Vorteil beim Glaube? Def. fehlt dem Atheisten jegliche Höllenangst u.ä. oder auch nur Angst vor einer göttlichen Prüfung.

Als Atheist Angst vor dem Tod zu haben, erscheint mir wie "nicht zu Ende gedacht". Was soll denn passieren? Es ist doch kein Gott und kein Teufel da, der mit Dir Schlitten fahren würde ....

1,6 Mrd Muslime haben Angst vor dem Tod, weil sie mit der Hölle rechnen müssen gemäß ihrer religiösen Überzeugung. Die Selbstmordattentate gibt es nicht zufällig so oft; diese Muslime glauben, dass sie als Märtyrer SICHER ins Paradies gelangen.

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@kaffeemahler

Ich würde einen Reinkarnationsgläubigen nicht in die Schublade "Atheist" stecken, da Reinkarnation die Existenz einer "Seele" voraussetzt, also muss zumindest an ein beseeltes Universum geglaubt werden. Das würde meine Definition eines wie auch immer gearteten Gottes erfüllen. Solche Leute würde ich als Agnostiker bezeichnen, falls sie nicht Buddhisten oder ähnliches sind. Buddhisten sind ja auch keine Atheisten, obwohl die meisten keine Götter anbeten.

Angst vor dem Nichts haben fast alle Menschen. Einzusehen, dass danach eben einfach das Licht ausgeht, ist kein angenehmer Gedanke. Die meisten meiner Angehörigen und Freunde sind Atheisten und die meisten haben Angst vor dem Tod und geben das auch zu. Sicher mag es Ausnahmen geben, irgendeine Art von Selbstbetrug hat sich fast jeder zurecht gezimmert, um überhaupt lebensfähig zu sein, da bin ich keine Ausnahme.

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@Kokossnoss

Nee die Angst der Atheisten besteht Minuten vor ihrem Ableben im Schlachthof-Syndrom.. Sie wissen dass die anderen auf die Weide gefahren werden..

Sie aber ausgesucht wurden zur Fleischverwertung

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@SupremKurt

In der Regel macht man sich da nicht erst ein paar Minuten vorher Gedanken.

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@Kokossnoss

Lach.. Sagt mein Bruder - der Krankenpfleger ist was anderes.. Wie die Schisse haben.. Händchen halten wollen und vor nem halben Jahr noch über Gott gespottet

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@SupremKurt

Ach, mir wäre es auch lieber, wenn jemand die Hand hält, vielleicht tut es ja weh?

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@Kokossnoss

Deine Definitionen von Atheismus und Agnostizismus sind allerdings Deine ganz privaten Definitionen.

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@kaffeemahler

Nein. Kein Buddhist würde sich als Atheisten bezeichnen, nur weil kein Gott angebetet wird. Man sucht eine transzendente Entität in sich selbst. Die Reinkarnationslehre kann man außerdem nicht losgelöst von ihren Ursprungsreligionen betrachten. Wenn ein Atheist an Reinkarnation glaubt, ist er ein Agnostiker, da der Agnostizismus transzendente Wesen (wie Gott) oder transzendente Prinzipien (wie Reinkarnation) für möglich hält. Solche Wesen wie auch Prinzipien lehnt der Atheismus ab. Sämtliche transzendente Entitäten existieren für den Atheisten nicht. Eine Unterscheidung in Wesen und Prinzipien ergäbe keinen Sinn, da die genaue Beschaffenheit transzendenter Entitäten für den Agnostiker eine unlösbare Frage ist und aus atheistischer Sicht erübrigt sich die Frage sowieso, da die Beschaffenheit nicht existenter Entitäten nicht existiert.

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@Kokossnoss
Wenn ein Atheist an Reinkarnation glaubt, ist er ein Agnostiker, da der Agnostizismus transzendente Wesen (wie Gott) oder transzendente Prinzipien (wie Reinkarnation) für möglich hält.

Das ist Unsinn. Aber Du darfst gerne weiter daran glauben.

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@kaffeemahler

Das ist kein Unsinn, sondern die Definition. Du darfst natürlich gern deine eigenen Definitionen haben und deine Kaffeetasse Zuckerdose nennen, aber dann beleidige wenigstens nicht andere Menschen mit dieser unverfrorenen Wortwahl.

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@Kokossnoss

Komm mal wieder runter! "Unsinn" ist beileibe noch keine UNVERFRORENE Wortwahl.

Und nochmal nein, wer an Reinkarnation glaubt, der ist noch lange nicht automatisch ein Agnostiker. Der Glaube an Reinkarnation kann bei völliger Abwesenheit jeglichen Gottesglaubens und auch bei völliger Ablehnung einer Gott-Existenz vorkommen.

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Also ehrlich gesagt, ich habe weniger Angst vor dem Tod, seit ich Atheist bin. Das Damoklesschwert des fürchterlichen "Endgerichtes" ist weg.

Natürlich wäre es schön, ewig zu leben und all seine Lieben wiederzusehen. Aber solange nicht geklärt ist, unter welchen Umständen.... nee.

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@Zicke52

Darüber habe ich nie nachgedacht, die Idee eines Endgerichts und damit verbundene Ängste kenne ich ja nicht. Ich sollte mich vielleicht mehr mit Christen unterhalten, auf mich wirken die immer so gechillt.

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Viel, aber Glaube ist für jeden etwas. Aber es kann sich nicht jeder darauf einlassen. Was in Ordnung ist.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

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