Glaube im Zwiespalt

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

"Wer hing schon genauso in der Zwickmühle und wo finde ich Antworten???"

Das kommt ganz darauf an, was Du suchst.

Willst Du Deinen Glauben an einen lieben und gütigen Gott verteidigen, dann wirst Du vermutlich sehr schnell dahin kommen, die Bibel metaphorisch zu sehen, die schlimmen Stellen wegzudiskutieren, zu sagen "Das war nicht so gemeint, sondern so und so", "Man muß alles im Kontext sehen", "Du verstehst das falsch" etc.

Willst Du die Bibel verteidigen, wirst Du vermutlich Fundamentalist und erzählst dann solche Sachen wie "Gott hat das Recht dazu", "Wenn Gott das tut, dann ist es richtig"- die Begriffe Liebe, Güte etc. werden dann zu einer Karikatur ihrer selbst.

Willst Du die Wahrheit, hilft es, die Bibel zuzuschlagen.

Wozu brauchst Du den Glauben an einen Gott? Warum glaubst Du an diesen und keinen anderen der 30000 Götter? Wie sähe die Welt ohne "ihn" aus? Ändert Dein Glaube irgendetwas an der Realität?

Für mich persönlich ist der Glaube an irgendwelche Götter inkompatibel mit Wahrheit, Ehrlichkeit und Realität. Insofern habe ich dieses Problem nicht, einen gütigen Gott annehmen zu wollen, dessen Beweis ein Buch sein möchte, in dem von ihm so ziemlich alle Greueltaten begangen oder gutgeheißen werden, die man sich vorstellen kann.

Deine Antwort mußt Du am Ende aber für Dich selbst finden.

 

Der gerechte Gott hat uns das Leben gegeben und hat aufgrund unseres Ungehorsames das Recht unser Leben wieder zu nehmen, welches Recht Du schon bemerkt hast.

An keiner Stelle der Bibel tötet Gott einen unschuldigen Menschen, sonsern es sind ungehorsame Menschen, die die Todesstrafe bekommen.


Eine schneller erfolgende Todesstrafe betrifft nur Menschen, die einen engeren Bund mit Gott geschlossen haben und gegen diesen Bund bewusst verstoßen haben, z.B. Volk Israel, manche Propheten, manche Jünger Jesu...

Eine lange verzögerte Todestrafe erhalten die Heiden (Gottlosen), sie werden erst lange gewarnt vor dem Strafgericht, z.B. mit den heidnischen Völker Kanaans hatte Gott Geduld über 400Jahre, erst dann erlaubte er seinem Volk Israel aus Ägypten zu kommen und nach längerer Wüstenwanderung nach Kanaan zu gehen und das Land ihrer Feinde einzunehmen.


Zunächst wollte Gott die Ungehorsamen, bzw. die Feinde des Gottesvolkes, selbst töten. z.B. Sintflut, Sodoms Untergang, Plagen Ägyptens, Erdbeben Jerichos, der kanaanitischen Grenzstadt, usw., aber bei genauer Betrachtung wollten die Israeliten zunehmend die Machtausübung der Heiden selbst in die Hand nehmen, so wollten sie einen König (Saul), wie die Heiden. Gott gab gegen seinen Willen ihrem Begehren nach. Der König war, wie auch die Richter, fortan für die Todesstrafe zuständig.

 Von Atheisten beliebt zitiertes "Greuel" ist in Folge unter König Saul die Vernichtung der Amalekiter: Aber die gottlosen Amalekiter waren die greuelhaften Massenmörder, welche sogar Schwangeren die Bäuche aufschlitzten. Der heidnische Glaube ist grausam, da auch Kinder vielen der heidnischen "3000" Göttern geopfert wurden.

Im klaren Gegensatz ist der unvergleichbare christliche Gott der Liebe, der sich selbst für uns opferte.  

 

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@santoberger

Liest Du mit, greet? Da haben wir ein Beispiel für Nummer 2, den Fundamentalisten. Mit der Bibel in der Hand wird der Begriff der Liebe mißbraucht und vergewaltigt, um Menschenverachtung und Tyrannei zu rechtfertigen:

Da hat Gott das Recht, uns das Leben zu nehmen, wenn wir ungehorsam sind, ein echter Tyrann eben, da erlaubt er seinem Volk, Krieg zu führen und andere Stämme aus dem Land zu vertreiben oder auszurotten, da hetzt er seinen Gegnern eine Plage nach der anderen auf den Hals und am Ende läßt er seinen Sohn, der er selbst ist, qualvoll und blutig am Kreuze sterben, um UNS von unseren vermeintlichen Sünden zu erlösen, die es ohne ihn und ohne jemanden, der uns solche Schuldkomplexe einreden will, gar nicht gäbe. Aber wenn man das alles nicht anerkennt und Jesus nicht als Retter verehrt, landet man für ewige Zeit in der Hölle. Und das nennt sich dann Liebe. :)

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@Noire

 

Dein pazifistisches (gewaltloses) Ideal ist in unserer ungehorsamen (lieblosen) Welt unrealistisch, daher wird das Eingreifen Gottes sogar gefordert, welches er zu wenig tue, sei sogar eine Meinung vieler (mit dem Gegenteil Deiner Ansicht). Ein egozentischer Mensch ist eben immer unzufrieden mit Gott, entweder sei er nicht barmherzig genug, oder er sei zu wenig gerecht, das erscheint zunächst als "Zwickmühle". 

Gerechtigkeit erfordert das Gesetz der Liebe (zwischen allen Wesen). "Ungehorsam" ist folgend definiert: Wer "ungehorsam" diesen Gesetzesbund bricht, ist somit lieblos (hassend) gegenüber Gott oder einem Menschen. Infolgedessen ist eine Strafe unausweichlich, wobei noch geduldige Mahnungen erfolgen, bevor Gott den Menschen dem Tod überlassen würde.

 

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@santoberger

Schon am Anfang der Bibel kann man außer Gottes Gerechtigkeit, gleichzeitig auch seine Gnade feststellen:

  • Eva und Adam bekamen von Gott alle Pflanzen zum Ernten, außer einen Baum, um ihre freiwillige Liebe zu prüfen und warnte sie davor mit Todesdrohung. Sie glaubten ihm nicht, sondern der Schlange (Teufel), der sagte ihr könnt so selber Gott werden (egozentrisch) und sie aßen. Der gerechte Gott gab Ihnen aber in seiner Gnade nur einen Verweis aus seinem Paradiesgarten, ließ sie ca.900 Jahre leben und eines natürlichen Todes sterben (von wegen Tyrann). In seiner liebevollen Gnade versprach er schon ihnen den Menschensohn Christus, der, den Teufel und Tod besiegen wird.
  • Kain wurde von Gott persönlich gewarnt, "bitte" Abel nicht zu töten, welches dieser dann trotzdem tat. Danach hatte er Angst von einem anderen Menschen aus Rache getötet zu werden, so dass Gott ihn sogar durch ein Zeichen schützte. Gott hatte sogar mit diesem Mörder noch Geduld, der später mit seinem Sohn noch eine Stadt aufbaute.
  • Lamech, Kains Nachkomme, brüstete sich soger damit, ein Massenmörder zu sein. Die Lieblosigkeit der Menschen nahm immer mehr zu bis zur Sintflut.
  • Noah prophezeite (so schreibt Petrus) allen Menschen die Sintflut als gerechte Strafe. Wer Gott glaube, konnte in das Schiff der Arche, so wie Noahs Familie.
  • ... ich könnte jede Geschichte der Bibel genauer analysieren, immer ist Gott gerecht und gnädig...
  • Die ägyptischen Plagen beginnen erst mit vielen harmlosen Tierplagen... erst gehen also Mahnungen voraus, selst für die lieblosen Ägypter, welche die Erstgeborenen der Israeliten ermordet hatten und letztere als Sklaven unterdrücketen... (Gott ist viel geduldiger als wir Menschen, ich persönlich hätte Ägypten bei der ersten Plage bereits zerstört vor allem ihre Pyramiden ;-)
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@santoberger

 

  • Dass die Israeliten selber die Herrschaftsgewalt Gottes ausüben wollten, auch Todesstrafe, z.B. in ihrer Richterdynastie und Königsherrschaft, habe ich im 1.Kommentar erklärt. Aber auch König David führte zu viel Kriege und hatte zuviel "Blut an seinen Händen", deshalb verbot ihm Gott seinen Tempel zu bauen, welchen erst baute sein Sohn Salomo, der Weise und Friedfertige.

 

 

Gott ist kein Tyrann, denn er bestraft erst, wenn Gewalt das letzte Mittel ist. Er freut sich über jeden Sünder der Buße tut und gibt die Vergebung kostenlos durch sein eigenes Sündopfer. Gott hat viel Geduld, vor allem mit den Gottlosen, denen er viele Prediger und Propheten sendet, welche meistens aber abgelehnt und gehasst werden von den egozentrischen Menschen, einige werden sogar ermordert, so auch Gottes Sohn Jesus sebst, der ein Leben führte in aufopfernder Liebe für alle Menschen, der von ihnen ermordet wurde, trotzdem sprach er: "Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Diese Liebe ist unwiderlegbar!

 

Noire, die "ewige" Hölle hat die Römisch-Katholische Kirche nur missbraucht um Macht über die Menschen auszuüben gegen Gottes Willen. Das griechische Wort für "ewig" kann mit "endgültig" übersetzt werden. Der Tod der Gottlosen (Lieblosen) ist also endgültig aber ein Nichtszustand ("Nirwana"). Im vorletzten Kapitel der Bibel heisst es, dass nämlich kein Leid mehr sein wird. Die "liebevollen" Menschen leben für immer zusammen in Gottes "Paradies", so wie es am Anfang schon gadacht war, denn Gott will für uns das Beste, auch für Dich, greet :-) 

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@santoberger

oha, wieso führen wir nicht einfach krieg?die wo den richtigen glauben haben werden schon gewinnen und wenn nicht sind sie eh im himmel ...

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Die Welt brauch nicht "Kopf zu stehen", denn Jahwe ist ein liebender Vater, tötet aber auch bei Ungehorsam (5.Mose 32,39).

Er kann allerdings wieder "lebendig" machen, was ein Mensch nicht kann.

Zum Unterschied des 6.Gebotes, das "morden" verbietet (siehe 3.Mose 11), werden die Toten in Gottes Reich wieder zum Leben kommen und meinen, sie haben nur "geschlafen" (1.Thess.4,15). 

Hey,

ich würde gerne einigen Schreibern hier vehement widersprechen und sagen, dass in der Bibel sehr wohl logische Zusammenhänge zu finden sind und es noch einige andere Christen außer "Kuschelchristen" und Fundamentalisten gibt. Aber leider weiß ich nicht die passenden Argumente auswendig und möchte nicht das Klischee des unaufgeklärten Christen erfüllen und zudem die Finger wundschreiben, deshalb empfehle ich dir einfach mal die (Sach-)Bücher von C.S.Lewis (ehemaliger Atheist und schließlich Christ). Die habe ich nämlich vor einigen Monaten gelesen und ich fand sie einfach total erhellend und sehr klug. Lewis beschäftigt sich darin eben auch mit diesen "scheinbaren" Widersprüchen des Glaubens wie bei deinem Beispiel.

Wenn du richtig gute und ausführliche Antworten finden willst, dann helfen dir solche Bücher bestimmt mehr als spontane Antworten von uns Usern.

Letzendlich müssen wir uns damit abfinden, dass wir Gott nie ganz verstehen werden - sonst wären wir selbst göttlich.

Achja, betrachtet meine Aussagen automatisch als relativiert und nicht für absolut erklärt. Um gewissen Kommentaren vorweg zu kommen.

Welche Beweise gibt es dafür das die Bibel göttlich Inspiriert wurde?

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