Glass?schon jemand geguckt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das große und psychologisch herausfordernde Finale oder das Ende der Eastrail 177 Trilogie.

Mit dem letzten Teil von M. Night Shyamalans groß angelegter sowie eiskalt an der Realität bewegender und damit auch wiedersprüchlichen Superhelden Trilogie eröffnet uns der Regisseur mit einem letzten großen Tusch, das als Episodenfilm verpackte Werk das zunehmend zu einer Einheit verschmelzt und damit auch eine große filmische Verneigung an das Comic Universum darstellt und darüber hinaus auch vor einer schockierenden gesellschaftskritischen Erkenntnis nicht zurück schreckt.

Genial an der Inszenierung ist hier vor allem das Aufeinandertreffen der Figuren aus den bereits bekannten Filmen Unbreakable und Split.

Das auch hier schauspielerisch vor allem James McAvory überzeugt, liegt vor allem daran dass er mit seiner Rolle mittlerweile stets vertraut ist und ihm im Vergleich zu Split, noch eine überzeugendere Verkörperung gelungen ist. Bruce Willis spielt seine Rolle da anatürlich nicht schlechter, denn er erreicht schon mit Blicken und Gestiken eine gewisse darstellerische Brillanz die seines gleichen sucht, doch ist hier dann einfach das Augenmerk mehr auf McAvoy gerichtet.

Das der Film aber leider auch viel zu lang geraten ist, verdeutlicht dieses Werk genauso und gibt dem Film so zum Schluss einen etwas ungeschliffenen Gesamteindruck. Denn zu Beginn braucht der Film vor allem deutlich zu lange um den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Auch wirkt der Streifen gerade in den ersten Einstellungen durch einen gewissen eigensinnigen Humor vermehrt wie eine Parodie der beiden Vorgänger und so entstehen leider auch unfreiwillig komische Szenen.

Diese Defizite verblassen aber auch, da es der Film im Verlauf seiner Handlung trotzdem noch schafft den Zuschauer in die Tiefe des Geschehens zu ziehen.

Gerade die für Shyamalan typischen langen Kamerafahrten und verlangsamten Schnitte kommen auch hier wieder perfekt zum Einsatz. Diese schaffen es gekonnt eine gelungene und andersartige Form der ansonsten schnell geschnitten Blockbuster zu erreichen und dokumentieren auf perfektionistische Weise die hohe Schauspielkunst der Darsteller, allen voran die von McAvoy, dessen Wahnsinn sich sogar abgrundtief in seinen Augen spiegelt. Hier schafft es Shyamalan mal wieder die Spannung bis ins Unermessliche zu steigern und erst wenn der Zuschauer dem Leid selbst spürbar ausgeliefert ist und im hohen Grad der fesselnden Anspannung entgegen fiebert, fällt ein Schnitt und der Film wechselt die Kulisse.

Shyamalan wäre aber nicht Shyamalan wenn er nicht doch noch ein filmisches Ass im Ärmel trägt. So beendet er seinen Film zwar mit einem viel zu lang geratenen Finale, das sich auch danach noch nicht mit dem Abspann zufrieden gibt, verblüfft aber eben auch noch mit einer realitätsnahen und vielleicht auch gesellschaftskritschen sowie traurig gestimmten Erkenntnis die alle vorhergehenden Marvel Superheldenfilme in den Schatten stellt und mit einem Was wäre wenn Gedankengang die Vorhänge für immer fallen lässt. Denn die Gesellschaft akzeptiert keine Götter, aber finden sie sich wenigstens damit ab, dass sie mit ihrer Theorie immer Recht hatten. So spielt der Film letztendlich mit dem Gedanken dass Superhelden laut der Gesellschaft vielleicht doch nur kranke Menschen mit einer wahnhaften Weltanschauung sind und deren Glaube an sich selbst deren eigenen Berge versetzt.

Fazit: Ein Film der die Kraft der eigenen Überzeugungen aber auch das vorkommen von Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten auf schockierende Art und Weise verdeutlicht aber auch in Frage stellt und ein kontroverses Werk das vielleicht zu seinem Vorteil Kritiker und Zuschauer spaltet, da die Gesellschaft im Film alles außergewöhnliche versucht auf menschlich nachvollziehbare Gründe herunter zu brechen und deshalb übernormalen Mächten keine Chance zum überleben lässt. Trotz der Längen also ein grandioses Werk, das sich nicht auf die Seite seiner Zuschauer stellt, sondern versucht seine Überzeugungen als universelle Kritik ans Publikum zu richten.

Also von meiner Seite kann ich daher auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen.

Mit filmischen Grüßen,

SANY3000

Woher ich das weiß:Hobby – Durch meine cineastischen Vorlieben

Vielen Dank.

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Ich fand den Film klasse und sehr interessant. Es hat ein Überraschendes Ende. Wenn man Unbreakable & Split toll fand wird den Film auch mögen!

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