Glas zum schmelzen bringen

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4 Antworten

Die Glasschmelze besteht aus verschiedenen Phasen: Den Beginn macht die Rauhschmelze mit dem Erschmelzen des Gemenges. Dieses umfasst die Rauhschmelze und die Homogenisierung. Nach dem Erschmelzen der festen Bestandteile kommt die Läuterung, in der die Gase in der Schmelze ausgetrieben werden. Daran schließt sich das Abstehen des Glases an, in der das Material zur weiteren Formgebung abgekühlt wird.

Bei chargenweise arbeitenden Tageswannen und Hafenöfen geschehen alle diese Schritte nacheinander in demselben Becken. Dieses historische Produktionsverfahren findet heute nur noch bei kunsthandwerklicher Produktion und speziellen, optischen Gläsern in geringen Mengen statt. Im industriellen Maßstab finden ausschließlich kontinuierlich arbeitende Öfen Verwendung. Hier ist die Abfolge obiger Schritte nicht zeitlich, sondern räumlich getrennt. Die Menge der Glasentnahme entspricht der des zugeführten Gemenges.

Das Gemenge wird mit einer Einlegemaschine der Schmelzwanne aufgegeben. Bei Temperaturen von ca. 1480 °C schmelzen die verschiedenen Bestandteile langsam. Die Bewegung der Konvektion im Glasbad erzeugt Homogenität. Diese kann durch ein Bubbling, der Eindüsung von Luft oder Gasen in die Schmelze, unterstützt werden.

Im Läuterbereich, der dem Schmelzbereich unmittelbar folgt und häufiger auch durch einen Wall in der Schmelze von diesem getrennt ist, werden in der Schmelze verbliebene Blasen ausgetrieben. Durch die hohe Zähigkeit der Schmelze geschieht dieses nur sehr allmählich, und es sind ebenso hohe Temperaturen erforderlich wie im Schmelzbereich. Da die Läuterung bestimmend für die Glasqualität ist, gibt es vielfältige Maßnahmen, um diese zu unterstützen.

Dem Läuterbereich schließt sich die baulich klar getrennte Arbeitswanne an. Da für die Formgebung niedrigere Temperaturen als zur Schmelze und Läuterung nötig sind, muss das Glas vorher abstehen. Daher spricht man auch von Abstehwanne. Der Kanal, der Schmelzwanne und Arbeitswanne verbindet, heißt Durchfluss und arbeitet nach dem Siphonprinzip. Bei Flachglaswannen sind Schmelz- und Arbeitswanne nur durch eine Einschnürung getrennt, da ein Durchfluss eine optische Unruhe im Fertigprodukt entstehen ließe.

Von der Arbeitswanne fließt das Glas weiter zum Punkt der Entnahme. Bei der Produktion von Hohlglas sind dieses die Speiser oder Feeder. Hier werden Tropfen in darunter stehende Glasmaschinen geleitet. Bei Flachglas fließt das Glas über die Lippe in das Floatbad.

Filburt 01.05.2008, 21:38

© Glaserei Heinz Kraus ;)

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angelela 01.05.2008, 21:41
@Filburt

nööööö von hier.. http://iq.lycos.de/qa/show/723374/Welche+Temperatur+ist+der+Schmelzpunkt+f%C3%BCr+Glas%3F/ NEIN, natürlich habe ich das so gewusst und schnell hin getippt.. ;-)

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je "weicher" das Glas, desto schneller wird es schmelzen...

Auch wenn es absurd klingt, Glas ist von Haus aus flüssig und wird mit der Höhe der Temperatur nur "flüssiger".

Das heißt bei höheren Temperaturen, so ab 500-600 °C lockern sich die Glasatome, so dass es nicht mehr zerbricht.

Die Höhe der benötigten Temperatur hängt davon ab, was man mit dem Glas "anstellen" möchte.

Will man es nur dauerhaft verformen, genügen etwa 600°C. Ab etwas 1400°C wird es so flüssig, dass man es gießen kann.

Die Temperatur (für kleine Mengen) kann man mit einer Gaskartusche und aufgesetztem Brenner aus dem Baumarkt erreichen.

Das hängt von der Glas-Sorte ab. Mit einem Bunsenbrenner / Lötbrenner bringt man die meisten Gläser zum Schmelzen (650 bis 800 Grad).

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