Gläubigerforderung bei Pfändungsankündigung detaillieren?

6 Antworten

Halloratlosratsam,

bei einer anwaltlichen Kontopfändungsankündigung muss ja ein Schriftverkehr mit Mahnungen bereits vorausgegangen sein und du musst informiert sein, um was es sich handelt.

Ist das nicht der Fall, da du ja "angeblich" schreibst, und du weißt gar nicht, um was es geht, dann stellst du erst mal fest:

Ist das ein Schreiben an deine Adresse per Post - sofort regieren und Unterlagen anfordern, gleichzeitig das eigene Konto als P-Konto einrichten lassen, damit über einen bestimmten Betrag hinaus nichts gepfändet werden kann.

Wenn du meinst, dass die Forderung unberechtigt ist, dann google mal unter dem Begriff "Negative Feststellungsklage". Da gibt es Hinweise, wie man sich gegenüber Inkasso-Büros verhalten kann.

Ist das eine E-Mail von einem Anwaltsbüro, das eine Zahlung verlangt oder eine Pfändung androht, dann musst du mit einem Betrugsversuch rechnen: Nichts öffnen, nichts anklicken, alles löschen.

Negative Feststellungsklage klingt sehr gut.

0

Es muss halt einen Titel geben. Zusätzliche Mahnungen bedarf es dabei nicht bzw. es kann auch ewig alt sein, um was es hier geht.

Negative Feststellungsklage ist für das Argument "Bereits gezahlt" falsch. Wenn überhaupt, wäre so etwas eine Vollstreckungsabwehrklage. Dazu muss man sich aber sicher sein, dass man richtig liegt.


0
@mepeisen

Hallo mepeisen,

Negative Feststellungsklage ist ausdrücklich für den Fall gedacht, dass da ein Inkassobüro mit einer Forderung kommt, die man für unberechtigt hält. Und dazu muss man sich aber sicher sein, dass man richtig liegt.

0
@Nadelwald75

Negative Feststellungsklage ist ausdrücklich für den Fall gedacht, dass da ein Inkassobüro mit einer Forderung kommt, die man für unberechtigt hält.

Es gibt hier keine unberechtigte Forderung mehr. Es gibt einen Titel. Für materielle Einwände (bereits bezahlt) gegen Titelforderungen sieht die ZPO nun mal die Vollstreckungsabwehrklage vor.

Was anderes wäre es, wenn das Inkasso völlig neue Forderungen erhebt.

0
@mepeisen

Hallo mepeisen,

in Ordnung! Und das war genau bei der Fragestellung unklar, ob es sich hier um alte Forderungen handelt, für die ein Titel besteht, oder um neue Forderungen, die nicht belegt sind.

0
@Nadelwald75

Ich will mal so sagen: Jeder halbwegs seriöse Vertreter der Zunft wird nicht so bescheuert sein, Pfändungen anzukündigen, wenn er keinen Titel hat. Deswegen wird da was dran sein. Die wichtige Frage wäre: Ist es Post oder Mail? Ist bei einer Mail der Absender gefälscht oder nicht?

Ja. Klar, es gibt eine Restchance, dass es frei erfunden ist. Dann dürfte sich aber die Staatsanwaltschaft interessieren und denen ganz schnell die Zulassung/Lizenz entziehen.

Bei so etwas empfehle ich immer davon auszugehen, dass Substanz hinter der Forderung ist und deswegen vernünftige Sachaufklärung zu betreiben, statt es erst mal stur zu ignorieren, weil man von Betrügereien ausgeht.

Selbst wenn es "nur" eine Personenverwechslung ist, selbst dann empfiehlt es sich, das wenigstens aufzuklären.

Über der Klage steht am Ende sowieso nur ein Name. Ob nun negative Feststellungsklage oder Vollstreckungsabwehrklage, macht keinen signifikanten Unterschied. Zudem: Wenn man die Klage als Partei selbst ohne Anwalt führt, vor einem Amtsgericht, dann wird das Amtsgericht üblicherweise immer auf Bedenken hinsichtlich der Klage hinweisen und die Chance geben, dass man manche Dinge nochmal klar stellt bzw. umformuliert. Google-Stichwort "Richterlicher Hinweis".

0

Du kannst eine Aufstellung nach § 367 BGB anfordern.

Wenn die Forderung aus 2013 oder älter ist und du weder Schuldanerkenntnis unterschrieben hast noch diese gerichtlich festgestellt wurde, dann solltest du dich auf Einrede der Verjährung berufen.

Du hast die wichtige Frage hier noch nicht geklärt:

Ist Dir der "angebliche" Zahlungsrückstand bekannt und gab es darüber (auch schon länger zurück liegenden) Schriftverkehr bzw. einen vollstreckbaren Titel oder ist Dir darüber nichts bekannt?

Siehe @Nadelwald75

bei einer anwaltlichen Kontopfändungsankündigung muss ja ein
Schriftverkehr mit Mahnungen bereits vorausgegangen sein und du musst
informiert sein, um was es sich handelt.

und

Ist das eine E-Mail von einem Anwaltsbüro, das eine Zahlung
verlangt oder eine Pfändung androht, dann musst du mit einem
Betrugsversuch rechnen: Nichts öffnen, nichts anklicken, alles löschen.

Siehe @Nadelwald75

Leider liegt er im Detail etwas falsch. Ob dem irgendein größerer Schriftverkehr vorausgegangen ist oder nicht, ist irrelevant.

Die relevante Frage ist: Ist ein Titel in der Welt und ist dieser bekannt? Denn Pfändungen kann ein Gläubiger nur mit Titel veranlassen.

Titel sind im Zivilrecht:

* notarielles Schuldanerkenntnis

* Vollstreckungsbescheid (aus dem Mahnverfahren)

* Urteil bzw. entsprechende Kostenfestsetzungsbeschlüsse

Bei eMails kann man ggf. von Betrugsvermutungen ausgehen. Wenn man aber halbwegs weiß, dass man Schulden hat oder hatte und es halbwegs zuordnen kann, sollte man sich an Sachaufklärung bemühen statt einfach zu löschen. Denn wenn gepfändet wird und da ist dann doch was dran, wird es unnötig teuer.

0
@mepeisen

Das ist dann wohl auch von mir etwas missverständlich ausgedrückt.

Ich meinte nicht, dass einer "Kontopfändungsankündigung" , sondern einem zivilrechtlichen Titel (als Voraussetzung für eine Kontopfändung) ein längerer Schriftverkehr vorausgegangen sein müsste, so dass der Fragesteller dann nicht von einem "angeblichen" Zahlungsrückstand sprechen könnte, dessen Ursprung er nicht mehr nachvollziehen kann.

Wenn da eine "alte Sache" verdrängt wurde und die Unterlagen inzwischen im Papierkorb sind, wäre dem Fragesteller sowieso schwer zu helfen.

Allerdings sieht es schon merkwürdig aus, eine "Kontopfändungsankündigung" warum sollte ein Anwalt so etwas tun, damit der Schuldner noch rechtzeitig ein P-Konto einrichten bzw. sein Geld in Sicherheit bringen kann? Macht doch keinen Sinn.

Es scheint mir eher nach einem Betrugsversuch auszusehen, daher meine Nachfrage.

0

Was möchtest Du wissen?