Gläubiger anschreiben - Schuldenberatung auf eigene Faust wie am besten angehen?

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4 Antworten

Du kannst es versuchen, aber es wird vermutlich nicht viel bringen.

Zunächst schaue erstmal wieviele Gläubiger es überhaupt sind und ob bereits Vollstreckungsbescheide vorliegen.

Du schreibst daß es sich um Deine Freundin handelt, somit kann sie Dich als dritte unbeteiligte Person bei ebentuellen Vergleichsangeboten einbringen, dazu muß aber ein nicht unwesentlicher Bargeldbestand vorliegen. Daß jemand auf die Forderung verzichtet vergiß einfach, allenfalls wird einer nichts unternehmen und die Sache verjähren lassen. Erfahrungsgemäß reagieren Gläubiger auf Schreiben des Schuldners nicht sehr einsichtig. Versuche die Schreiben so abzufassen daß man zwischen den Zeilen deutlich die Insolvenzdrohung herauslesen kann.

Errechne nun wie hoch der Betrag ist der eventuell gepfändet werden kann und rechne das auf 6 Jahre hoch. Von diesem Betrag biete 50 % als einmaligen Vergleich an. der Gläubiger wird damit meist nicht einverstanden sein und seinerseits ein Forderung stellen. Bei 70 - 80 % der Schuldsumme solltet ihr zuschlagen, sofern das Geld vorhanden ist. Laß Deine Freundin in ihrem Brief schreiben daß ein Verwandter bereit wäre ihr diese Summe zu leihen. So gest Du erstmal die Gläubiger an die VBs haben. Wenn es noch keine VBs gibt nimm die mit den höchsten Beträgen zuerst.

Das ganze kann funktionieren meist jedoch nicht, vor allem wenn Inkassobuden dabei sind, was meistens der Fall ist. Aber eventuell kann man die Sache einigermaßen ruhig halten bis ein Termin bei der Schuldnerberatung da ist. Dort wird man sich alles ansehen und raten was zu tun ist. Sollte es auf eine Insolvenz hinauslaufen, solltet ihr diesen Weg gehen. Hier liest man immer wieder als Einwang gegen eine Inso daß die Schufa dadurch schlecht ist. Das ist aber, wenn die Schuldnerberatung zur Inso rät ohnehin schon der Fall.

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Niemand wird Forderungen kürzen oder streichen, außer du kommst mit Peter Zwegert, einem Fernsehteam und einer dramatischen Story weshalb die Schulden entstanden sind...schwere Krankheit, tragischer Unfall etc pp.

Du kannst dir die offenen Forderungen auf einen Haufen legen und sehen was das dringlichste davon ist und versuchen stückchenweise einiges zu zahlen. Ratenzahlungsvereinbarungen machen. Oder bei der Höhe eine Umschuldung, das bedeutet man geht zur Hausbank und versucht einen Kredit zu bekommen, alle Gläubiger werden bedient damit nicht noch höhere Kosten entstehen, und der Kredit wird monatlich getilgt. Dafür sollte sie aber eine Arbeitsstelle haben. Wenn sie nicht kreditwürdig ist, kommt irgendwann der Gerichtsvollzieher, kuckt was er pfänden kann, und sie unterschreibt eine eidesstattliche Versicherung. Wenn sie dann irgendwann mal Geld hat muss sie es abführen in Schuldentilgung. Insolvenz wird bei der geringen Summe noch nicht gehen.

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Kommentar von Kathyli88
19.05.2017, 15:24

Nachtrag: ich hatte schon 3 Partner mit schlimmeren finanziellen Problemen und arbeitete selbst in der Buchhaltung und Mahnabteilung eines Unternehmens. Mit Sachkenntnis und diplomatischem Geschick...ich habe alles versucht, niemand erlässt Schulden. Das einzige was sie heute machen ist so schnell als möglich Gebühren und Mahnkosten draufrechnen. Seit es Inkassos gibt ist das noch schlimmer geworden. Ich habe erst kürzlich die GEZ 1 Tag zu spät bezahlt, das bedeutet das Geld war genau 1 Tag nach der Frist auf deren Konto, und zack musste ich 8€ Säumniszuschlag bezahlen. Bei einer Versicherung ebenfalls 1 Tag das Geld zu spät auf deren Konto, 9 Tage danach hatte ich einen Mahnbescheid, erstellt an dem Tag als das Geld bei denen einging, und 38€ extra Kosten oben drauf. So entstehen heutzutage Schulden.

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Kommentar von Kathyli88
19.05.2017, 21:40

Na klar, ich glaub eine frühere Insolvenz steht sogar lebenslang drin (bin mir aber nicht sicher). Man kriegt jedenfalls keinen Kredit mehr und nichts mehr auf Rechnung. Aber für manche gibt es auch keinen anderen Weg mehr schuldenfrei zu werden. Wegen 10.000€ sollte man sich allerdings überlegen ob man eine Insolvenz eröffnet. Ich glaub dafür ist es auch zu wenig. Sagen wirs mal so, wenn sie als Frau durchschnittlich 1200€ netto verdient und jeden Monat 250€ an einem Gesamtkredit abzahlt wäre sie mit Zinsen ungefähr nach 4 Jahren wieder schuldenfrei. Das würde ja noch gehen. Die monatliche Belastung ist nicht zu hoch und man kann noch einigermaßen leben. Darf halt nicht noch mehr dazukommen und eine Schwangerschaft sollte in der Zeit auch nicht unbedingt passieren, weil Elternzeit, Verdienstausfall etc.

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Bringt nur dann was, wenn deine Freundin regelmäßig einen bestimmten Betrag ab sofort zahlen kann.

Wenn sie nicht arbeitet, hat sie eh Pech gehabt.

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In klaren Wochen den "Fall" schildern. Um Verständnis oder Bereitschaft zum Entgegenkommen bitten, ehrlich sein und die Reaktion abwarten.

Mit einem Standardformular lockst du keine Hunde hiterm Ofen vor. Das bleibt dann eher den Juristen überlassen.

Viel Erfolg!

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