Gladiatoren training

1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In Spielfilmen kommen ein wenig Szenen vor, die so etwas veranschaulicht darstellen. Der Film Gladiator (2004) ist aber, auch wenn er etwas von der Faszination des römischen Publikums für Gladiatorenkämpfe vermittelt, mit besonderer Vorsicht zu betrachten, weil unter dem Gesichtspunkt historischer Authentizität allgemein viel fehlerhaft ist. Die Spartacus-Filme (1960 und 2004) zeigen auch Szenen, wobei allerdings auch hier die grundsätzlichen Einschränkungen gegenüber der Gattung historischer Spielfilm gelten.

Zuverlässige Informationen bieten eher Dokumentation wie:

Das Römer Experiment Folge 4: Wie wird man Gladiator? (2011)

Ausbildung und Training der Gladiatoren geschahen an einer von einem Gladiatorenunternehmer/-meister (lanista) geleiteten privaten Gladiatorenschule (ludus gladiatorius) oder einer von einem hohem Beamten (procurator) geleiteten staatlichen Gladiatorenschule.

Gladiatoren leisteten dem Leiter der Gladiatorenschule einen Eid, sich den Anordnungen zu unterwerfen, sich sogar brennen, in Ketten legen, mit Peitschen schlagen und mit dem Eisen töten zu lassen.

Neulinge wurden wohl an eine harte Disziplin gewöhnt. Kriegsgefangene und verurteilte Verbrecher wurden auch danach streng beaufsichtigt. Freiwillige und Freigelassene hatten nach einer Anfangszeit wohl zumindest in der römischen Kaiserzeit mehr Bewegungsspielraum, konnten die Gladiatorenschule nach Dienstende verlassen, viele hatten eine Familie und haben vermutlich auch öfters außerhalb der Kasernenunterkunft gewohnt.

Die Gebäude der Gladiatoren waren kasernenartig. Die Gladiatoren schliefen in kleinen, oft fensterlosen Zellen. Verpflegung gab es in einer großen Garküche. Bohnenbrei und Gerstenschleim wurden in besonderen Ausmaß dargereicht. Außerdem sind Brot, Schafskäse, Schweine- und Rindfleisch als Gladiatorennahrung belegt. Wie antike Sportler allgemeine betrieben Gladiatoren Körperpflege durch Baden, Einölen und Massieren.

Es gab im Bedarfsfall medizinische Versorgung durch Ärzte (medici; Singular: medicus). Einsalber/Bader/Masseure (unctores; Singular: unctor) kümmerten sich um kleinere Krankheiten und Verletzungen sowie um die Körperpflege, um die Gladiatoren in guter Verfassung zu halten.

Wahrscheinlich gab es für alle Gladiatoren eine gleiche Grundausbildung mit körperlicher Ertüchtigung, z. B. Dauerläufe und Kraftübungen. Die Gladiatoren wurden nach körperlicher Eignung (Statur, Beobachtung der Fähigkeiten, Ausprobieren des Kämpfens mit unterschiedlicher Bewaffnung als Test) einer Spezialisierung auf eine Waffengattung (armatura) zugeteilt, die nur in seltenen Fällen später noch geändert wurde. Solche Waffengatungen (armaturae) waren z. B. thraex (Thraker), murmillo, retiarius (Netzkämpfer), secutor (Verfolger).

Die Ausbilder (doctores oder magistri genannt; Singular: doctor oder magister) waren Waffengattungen als Spezialisten zugeordnet. Bekannte Namen sind oft typisch für Sklaven. Dies deutet auf Männer, die früher als Gladiatoren tätig waren. Sie leiteten das Training in einer kleinen Arena.

Das körperliche Training war intensiv. Viele bestattete Gladiatoren weisen deutliche Zeichen von Überlastung auf.

Die Gladiatoren trainierten und kämpften hauptsächlich barfuß.

Für die Ausbildung wurde ein Übungspfahl (palus) verwendet, der für den Gegner stand. Gladiatoren bekamen Hinweise, wo auf dem Körper sie wie treffen konnten und wie sie ihre Waffen einsetzen konnten (z. B. eher zustechen als schlagen). Sie trainieren mit hölzernen Waffen in Zweikämpfen.

Die Ausbildung eines Neulings, bis er erstmals vor Publikum einen Gladiatorenkampf bestritt, dauerte mehrere Monate, in der Regel ein halbes Jahr.

Bücher enthalten Informationen, z. B.:

Marcus Junkelmann, Gladiatoren : Kämpfer der Arena. Nürnberg : Tessloff, 2005 ( Was ist was ; Band 82), S. 19 - 23

Marcus Junkelmann, Gladiatoren : das Spiel mit dem Tod. Mainz am Rhein : von Zabern, 2008, vor allem S. 101 und S. 175 - 177

Thomas Wiedemann, Kaiser und Gladiatoren : die Macht der Spiele im antiken Rom. Aus dem Englischen von Nicole Albrecht. Darmstadt: Primus-Verlag 2001, S. 109, S. 113 – 114, S. 119 – 120 und S. 123 - 125

Die Antwort ist zwar schon 3 Jahre her, aber danke! Ich schreibe muss nämlich etwas dazu schreiben und die Quellenangaben sind echt hilfreich. Falls du das hier liest: Wieso hast du die ganzen Informationen? Ich schätze du hattest dich schon vorher mit dem Thema befasst oder?

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@NoNameMaster

Ich hatte mich schon mit dem Thema beschäftigt und habe auch Informationen aus den genannten Büchern verwendet.

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@Albrecht

Hättest du weiter Tipps, für mehr Input? Ich schreibe eine 7-9 Seitige Facharbeit zur Ausbildung von Gladiatoren :-/ Ich wäre über jede Info froh!

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@NoNameMaster

1) Nützlich ist es, Bücher zum Thema in einer Bibliothek zu benutzen oder auszuleihen.

Von den genannten Büchern steht etwas zur Kampftechnik, auch der einzelnen Waffengattungen (was ja zumindest ein Stück weit zur Ausbildung gehört, auch wenn praktische Erfahrung im Ernstfall hinzukommt) bei:

Marcus Junkelmann, Gladiatoren : das Spiel mit dem Tod. Mainz am Rhein : von Zabern, 2008. ISBN 978-3-8053-3797-7

weitere Bücher zum Thema Gladiatoren:

Alan Baker, Gladiatoren : Kampfspiele auf Leben und Tod. Aus dem Englischen von Franca Fritz und Heinrich Koop. Hamburg : Nikol, 2004. ISBN 3-933203-90-2

Egon Flaig, Gladiator. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 4: Epo - Gro. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1998, Spalte 1076 - 1078

Christian Mann, Die Gladiatoren. Originalausgabe. München : Beck, 2013 (Beck'sche Reihe ; 2772 : C. H. Beck Wissen). ISBN 978-3-406-64608-9

Christian Mann, „Um keinen Kranz, um das Leben kämpfen wir!" : Gladiatoren im Osten des Römischen Reiches und die Frage der Romanisierung. Berlin : VA, Verlag Antike, 2011 (Studien zur alten Geschichte ; Band 14). ISBN 978-3-938032-45-9

Philip Matyszak, Gladiator : der ultimative Karriereführer. Aus dem Englischen von Jörg Fündling. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2012. ISBN 978-3-534-24811-7

Fik Meijer, Die Gladiatoren. Aus dem Niederländischen von Wolfgang Himmelberg. Düsseldorf : Albatros, 2007. ISBN 978-3-491-96209-5

Fabrizio Paolucci, Gladiatoren : Leben für Triumph und Tod. Aus dem Italienischen von Katja Richter. Berlin : Parthas, 2007. ISBN 978-3-86601-602-6

Karl Schneider, Gladiatores. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft : RE Supplementband III. Aachen bis ad Iuglandem. Stuttgart : Druckenmüller, 1918, Spalte 760 - 784

Stephan Wisdom/Nic Fields, Gladiatoren. Illustrationen von Angus McBride/Steve Noon. Deutsche Übersetzung: Christoph Birnbaum. Bonn : Lempertz, 2009. ISBN 978-3-939908-93-7

2) Wenn in den Büchern irgendwo antike Texte als Quellen angegeben sind, kann eventuell ein Durchlesen besonders aussagekräftiger Texte selbst noch weiterführen (allerdings sind die Textquellen wohl nicht sehr umfangreich).

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@NoNameMaster

Philip Matyszak, Gladiator : der ultimative Karriereführer. Aus dem Englischen von Jörg Fündling. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2012, S, 81 – 88 könnte nützlich ein (für eine längere Darstellung auch noch die folgenden Seiten wie jemand zum prococator bzw. zum retiarius wird).

Phase1: Der antreffende Neuling wird von erprobten Gutachtern sachbezogen beurteilt/eingeschätzt.

Phase 2: Gladiator, der Helm und Schwert (schwerer als Standardmodell) trägt, hackt/haut Stunde um Stunde auf den Übungspfahl/ein den Boden gerammten Holzpflock (palus) ein.

Hauptziele:
1) Unterricht in den wichtigsten Attacken und Paraden
2) Muskelaufbau

Phase 3: Es geschieht eine Einteilung für das Spezialtraining.

Der Ausbilder teilt nach einer Beurteilung, wofür jemand am besten geeignet ist, in eine Gladiatorengattung ein.

zur Nützlichkeit sorgfältigen Trainings am Übungspfahl (der beim Üben wie ein Gegner angegriffen wird) für Soldaten und Gladiatoren : Vegetius, Epitoma rei militaris 1, 11

Gaius Iulius Caesar ließ für eine geplante Veranstaltung Gladiatoren nicht in einer Gladiatorenschule und durch Gladiatorenunternehmer ausbilden, sondern durch waffenkundige römische Ritter und Senatoren in Häusern (Sueton, Divus Iulius 26, 3).

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