GKV Nachzahlung vermeiden durch wechseln in die PKV?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Bloss weil deine Umsätze steigen, heißt das noch lange nicht, dass dein Einkommen gestiegen ist. Umsatz ist eben kein Einkommen.

Auch wenn du eventuell einmalig eine satte Nachzahlung leisten müsstest, besteht kein Grund, in eine PKV zu wechseln. Die Nachzahlung müsstest du auch bei einem Wechsel leisten, da es die GKV nicht interessiert, ob du zur PKV wechseln willst oder nicht! Sie stellt aufgrund deiner Einkommensverhältnisse fest, dass du eben jetzt Beiträge bezahlen müsstest.

Zu den Nachteilen der PKV:

Weisst du, wie sich deine Einkünfte – speziell im Alter als Rentner – entwickeln werden? Bei der GKV werden sie auch im Alter die derzeit gesetzlichen 14% … 16% von deiner gesetzlichen Rente nicht überschreiten! Kannst du garantieren, ob du weiterhin gut verdienen wirst?

Aufgrund der gestiegenen Umsätze bist du jetzt selbst beitragspflichtig geworden. Ob du bei der GKV ca. 15 % abdrückst oder in der PKV späterhin sogar deutlich mehr Beitrag, das wird dir keine PKV vorhersagen und von Garantien kann keine Rede sein. Wenn du erst einmal in deren Fängen bist, werden sie dich früher oder später enttäuschen, weil ein Teil ihrer Versprechen so nicht stimmt, wie es die Werbetexte versprechen.

Derzeit bist du noch bei deiner Frau mitversichert. Durch deine gestiegenen Umsätze könntest du auch deine Frau entlasten, sodass mit einem Beitrag deinerseits auch ihre KV-Kosten abgedeckt wären. Bei einer PKV müsste sie extra versichert werden. Das gilt natürlich auch für Kinder. Dann sind die billigen Versicherungen plötzlich gar nicht mehr so billig.

Auch wenn ein Komfort-Tarif die meisten Kosten abdeckt, weisst du nie, ob auch alle Kosten gedeckt sind. Früher oder später musst du Anfragen, ob die Kosten für dies oder jenes gedeckt werden.

Tarifanpassungen (Ist das nicht nett geschrieben für Beitragssteigerung?) erfolgen einseitig, wobei du dich nicht wehren kannst, wenn dann ausgerechnet in deinem Fall mal 20 % mehr verlangt werden.

Apothekenrechnungen musst du immer sofort auslegen, wobei auch Komfort-Tarife nicht garantieren, dass die Kosten für Medikamente alle ersetzt werden.

Auch bei Arztrechnungen werden nicht alle Forderungen eines Arztes ersetzt. Du hast primär einen Vertrag mit dem Arzt, der dir die Rechnung ausstellt. Es ist dein Problem, wenn bestimmte Rechnungspositionen seitens deiner PKV nicht anerkannt werden.

Auch das Einreichen der Rechnungen wird dir früher oder später auf den Nerv gehen. Insbesondere wenn man nicht weiss, ob der Brief eingegangen ist, wann er bearbeitet wird, ob alles bezahlt wird … :-)

Auch wenn die Leistungen der GKV in den letzten Jahren schrumpften, sind dies wirklich Leistungen, die zur Heilung der Patienten notwendig sind.

Die Werbung für die PKV sieht eben netter aus als deren effektive Leistungen! PkV dürfen sogar Antragsteller ablehnen (z.B. wenn schon eine Krebserkrankung oder MS vorliegen) bzw. entsprechende Leistungen ausschließen! GKV müssen auch die Kosten für „teure“ Patienten bezahlen.

Eine PKV lohnt sich eigentlich nur für Millionäre.

Über Zusatzversicherungen für speziellere Zahnbehandlungen, Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus könnte man nachdenken. Die sind häufig sehr preiswert. Allerdings muss man da ggf. Wartezeiten einhalten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von pfirsich81
10.10.2016, 07:12

Wen ich der GKV die Einkommensverhältnisse nicht mehr zukommen lasse und sage, dass ich jetzt bei der privaten bin wie soll die GKV heruaskriegen wie meine Einkommensverhältnisse sind? 

0

Du bist freiwillig bei Deiner GKV versichert, wirst die Beiträge nachzahlen müssen und kannst Deine freiwillige GKV mit 2 Monaten zum Monatsende kündigen. Diese Kündigung wird wirksam wenn Du dann eine entsprechende Weiterversicherung (PKV) nachweisen kannst.

Du wirst keine PKV finden die Dich rückwirkend versichert. Im Übrigen müsstest Du dort ja auch die Beiträge nachzahlen.

Zum Thema Wechsel in die PKV: "Das ist in meinem Fall sinnvoller, weil ich bei der gesetzlichen Versicherung höhere Monatsbeiträge hätte."

Das ist nun garantiert der schlechteste und unvernünftigste Grund, in die PKV zu wechseln. Eine PKV muss man sich leisten können und wollen, nicht nur mit 35 sondern auch später, und erst Recht im Alter. Inkl. KTG wirst Du einen vernünftigen PKV-Tarif nicht unter 550 bis 600 Euro finden (SB gegengerechnet).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von pfirsich81
09.10.2016, 16:33

"Du wirst keine PKV finden die Dich rückwirkend versichert"

Warum muss eine PKV mich rückwirkend versichern, wenn ich bis zu diesem Zeitpunkt mit meiner Frau Familienversichert bin? Im Prinzip ist es einfach Versicherungswechsel.

1

HAllo,

keine Chance, die Nachzahlung wird bis zu dem tag sein, bei dem du in die pKV wechseln kannst.

Beste Grüße

Dickie59

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der Umsatz ist vollkommen irrelevant, Grundlage für den Beitrag ist dein zu versteuerndes Einkommen. Das bedeutet das vom Umsatz alle Kosten abgezogen werden müssen die erforderlich sind/waren um das Geschäft zu betreiben.

Hast du keinen Steuerberater oder versierten Unternehmensberater (mit entsprechenden Nachweis über eine bestehende vermogensschaden Haftpflichtversicherung! ! !)

Der ist in deinem Fall scheinbar unumgänglich.  investiere lieber ein paar Euro in fachkundige Hilfe,  als dein Unternehmen auf Grund Unwissenheit gegen die Wand zu fahren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von pfirsich81
09.10.2016, 16:09

Danke für die Erklärung. Der Gewinn ist auch über 4050 €, somit wird der Betrag auch auf jeden Fall hoch sein. Deswegen ist leider ist meine Frage noch nicht beantwortet.

0

Der Wechsel von der GKV in die PKV sollte nicht nur am Beitrag festgemacht werden.

Wenn dir Leistungen wichtig sind, dann kannst du die GKV vergessen. 

In der GKV darfst du nur bleiben wenn du bei jeder Beitragsüberweisung Betrogen werden willst.

Den Beweis findest du direkt beim GKV-Spitzenverband unter folgendem Link:

https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/agenturmeldung?id=gkv-agenturmeldungen-4784

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

mal abgesehen von der schwierigen Lage eine PKV zu finden, die einen rückwirkend aufnimmt, würde ein Wechsel bedeuten, dass du einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stellen musst.

ich möchte dir dazu gerne den §10 SGB V zitieren, für den Fall, dass es mit deiner Selbständigkeit mal wieder schlecht läuft und du in die Familienversicherung deiner Frau zurück möchtest.

Versichert ist der Ehegatte, wenn der u.a. nicht versicherungsfrei oder nicht von der Versicherungspflicht befreit ist.

wenn du nun aber dich befreien lässt und in die PKV wechseln würdest, müsstest du dort bleiben, wenn du weiterhin selbständig wärest, aber kaum Einkommen hättest.

zudem kann ein privatversicherter Ehegatte in bestimmten Fällen negative Konsequenzen haben. Kinder müssten ggf. ebenso in die PKV oder selbstzahlend in der GKV versichert werden, was nochmal extra Beiträge kostet. zudem würde bei in der GKV verbliebenen Ehegatten, die nicht arbeiten und Selbstzahler sind, das Einkommen des PKVler angerechnet werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MiaMaraLara
09.10.2016, 19:28

Wieso sollte man sich hier Befreien lassen müssen? hauptberuflich Selbstständige sind sowieso frei.

0
Kommentar von SweetSecret86
10.10.2016, 03:27

Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Mindestbeitrag eine bodenlose Unverschämtheit ist.

0

Deine Familienversicherung wird rückwirkend beendet werden müssen und ab diesem Ende musst Du der GKV nachweisen, dass Du anderweitig krankenversichert bist. Soll heißen, wenn Du eine private Versicherung findest, die Dich rückwirkend ab diesem FV-End-Datum versicherst, kommst Du um die GKV-Nachzahlungen drumrum.

ABER: die Beiträge für die rückwirkend anglegte Versicherung der PKV müssen auch bezahlt werden.

Wobei ich nicht weiß, ob die PKV Dich überhaupt rückwirkend versichern kann bzw. darf. Zahlen aber musst Du in jeden Fall die rückwirkenden Beiträge.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von pfirsich81
09.10.2016, 16:25

Danke für Ihren Kommentar. 

Warum müsste ich die Familienversicherung rückwirkend beenden, wenn ich sie jetzt kündigen werde bevor ich zur privaten wechseln werden? Könnten Sie mir das bitte näher erklären?

0

Was möchtest Du wissen?