Gilt eine Reha als Fortsetzung einer Krankheit im Sinne des Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)?

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2 Antworten

Hallo Matsch12,

Sie schreiben unter anderem:

Gilt eine Reha als Fortsetzung einer Krankheit im Sinne des Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)?

Antwort:

https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a164-entgeltfortzahlung-bei-krankheit-und-an-feiertagen.pdf?__blob=publicationFile

Auszug Seite 24:

E. Entgeltfortzahlungspflicht bei Kuren

Arbeitnehmer haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis zur
Dauer von sechs Wochen, die sie in einer Rehabilitations- bzw.
Vorsorgeklinik verbringen. 

Voraussetzung ist jedoch, dass die Aufenthalte medizinisch notwendig sind und von einem Träger der Sozialversicherung oder einem sonstigen Sozialleistungsträger bewilligt werden.

Ist der Arbeitnehmer nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse
oder nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung
versichert, besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei
Vorliegen einer ärztlichen Verordnung und stationärer
Durchführung. 

Im Anschluss an eine Kur besteht nur dann
Entgeltfortzahlungsanspruch, wenn der Arbeitnehmer noch
arbeitsunfähig ist. 

Ärztlich verordnete Schonungszeiten – ohne Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit – wurden mit dem Entgeltfortzahlungsgesetz 1994 gestrichen.

Regelmäßig besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung, unabhängig
davon, ob die medizinische Rehabilitationsleistung stationär oder ambulant erbracht wird.

Meine Frage daher, kann der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung verweigern und behaupten, die Reha sei nur die Fortsetzung der gleichen Krankheit? Schließlich dürfte er dann alle Fehlzeiten aufaddieren und nur die gesetzlich geforderten 6 Wochen bezahlen.

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Antwort:

https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a164-entgeltfortzahlung-bei-krankheit-und-an-feiertagen.pdf?__blob=publicationFile

Auszug ab Seite 22: 

D. Die Rechte des Arbeitgebers bei Zweifeln an der
Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers

1. Überprüfung durch den Medizinischen Dienst
Bestehen Zweifel an der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit, so
kann der Arbeitgeber verlangen, dass ein Gutachten des
Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung erstellt wird.
Die Krankenkassen sind zur Beseitigung von Zweifeln der
Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich verpflichtet.
Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit bestehen besonders, wenn
der Arbeitnehmer auffallend häufig oder besonders oft nur für
kurze Dauer arbeitsunfähig ist oder der Beginn der Arbeitsunfähigkeit
regelmäßig auf einen Arbeitstag am Beginn oder
Ende der Woche fällt.

2. Verweigerung der Entgeltfortzahlung
Der Arbeitgeber kann die Fortzahlung im Krankheitsfall dann
verweigern, wenn er trotz Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
begründete Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit
hat. Der Arbeitgeber muss diese Zweifel an der
Erkrankung des Arbeitnehmers vor Gericht belegen bzw.
beweisen !

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Wie würdet ihr die Übergangszeit bis zur Reha überbrücken? Weiter Krank melden oder Halbtagsarbeit. Ehrlich gesagt fühle ich mich nicht in der Lage voll zu arbeiten, habe aber Angst Ärger zu bekommen bzw. deutliche finanzielle Nachteile schlucken zu müssen.

Antwort:

Die Krankenkasse kann an Hand Ihrer Krankenakte(Ihren Arbeitsunfähigkeitsnachweisen) eindeutig nachvollziehen, auf Grund welcher Krankheiten Sie arbeitsunfähig waren und wie lange!

Daraus wird dann abgeleitet, ob der Arbeitgeber in der Pflicht ist, oder die KK!

Wie Sie die Übergangszeit bis zur REHA überbrücken, das müßen Sie mit Ihrem Hausarzt klären!

Angst ist ein sehr schlechter Ratgeber!

Finanzielle Nachteile sind die eine Sache, Ihre gesundheitliche Situation ist die andere Sache!

Niemand kann Ihnen hierzu sagen, was besser ist, das müßen Sie schon selbst wissen/entscheiden, denn jeder Einzelfall ist grundsätzlich anders!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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welche Erkrankungen zusammengerechnet werden, entscheidet nicht der Arbeitgeber, sondern die Krankenkasse. und die wird alle Krankmeldungen, die bei der Kasse vorliegen auf Zusammenhang prüfen.

gleiches gilt für die Reha. diese wird definitiv auf die Psycho-Krankmeldungen angerechnet. da gibt es auch keine Möglichkeiten das irgendwie zu drehen.

damit gibt es keine volle 6 Wochen Lohnfortzahlung mehr.

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