Gilt ein eingetragenes Vorkaufsrecht auf Grundstücke auch bei Teilungsversteigerung ?

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1 Antwort

Hallo Jagder,

das Vorkaufsrecht spielt bei der Teilungsversteigerung selbst zunächst keine Rolle. Es ist kein Anordnungshindernis. Die Teilungsversteigerung kann also ganz normal durchgezogen werden. Es kann auch ein Zuschlag an den Meistbietenden erteilt werden.

Weitere Details zur Teilungsversteigerung finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Das Vorkaufsrecht fällt jedoch als bestehen bleibendes Recht in das geringste Gebot, d.h. das Vorkaufsrecht besteht auch nach erfolgter Teilungsversteigerung weiter. Welche Wirkung es dann hat, hängt davon ab, wie es bestellt wurde:

1. Wenn es nur für den ersten Verkaufsfall bestellt wurde, dann ist es jetzt wirkungslos geworden, kann also nicht mehr ausgeübt werden (weil der erste Verkaufsfall durch die Teilungsversteigerung bereits stattgefunden hat).

2. Wenn es hingegen für den ersten Vorkaufsfall (nicht verwechseln mit Verkaufsfall) bestellt wurde, oder aber für mehrere oder alle Verkaufsfälle, dann kann es jetzt nach erfolgter Teilungsversteigerung gegenüber dem Meistbietenden, dem der Zuschlag erteilt wurde, ausgeübt werden. Sie könnten dann also nach erfolgter Versteigerung, also außerhalb des Versteigerungsverfahrens, gegenüber dem Meistbietenden – innerhalb der gesetzlichen Frist – Ihr Vorkaufsrecht ausüben. Das bedeutet, der Meistbietende würde sein – vormerkungswidrig – erworbenes Eigentum sofort wieder an Sie verlieren.

Viele Grüße

Klaus Dreyer

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