Gilt der Kündigungsschutz bei Schwangerschaft auch schon in der Probezeit?

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10 Antworten

Hallo, Ich habe eine Frage, ich bin in der 5.Woche Schwanger und habe jetzt Angst es meinem Chef zu sagen da ich noch in der Probezeit bin (unbefriesteter vertrag Leiharbeiterfirma =(). Ich weiß das er mich nicht aus dem Grund entlassen kann aber in der Probezeit braucht man ja keinen Grund zum Kündigen. Ich weiß nicht weiter können Sie mir helfen

soweit mir bekannt, greift der kündigungsschutz, weil sie schwanger ist - also meiner kenntnis nach nicht zu kündigen. aber da kann ihr das arbeitsamt sicherlich eine exakte auskunft geben oder evtl. auch die krankenkasse.

Besonderen Kündigungsschutz genießen auch Frauen, die zum Zeitpunkt der Kündigung schwanger sind. § 9 Abs. 1 S. 1 MuSchG ist die Kündigung einer Frau während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von 4 Monaten nach der Entbindung unzulässig, wenn der Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung von der Schwangerschaft bzw. der Entbindung wusste oder ihm dies innerhalb von 2 Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wurde.

Hierbei ist es völlig egal ob Probezeit oder nicht! Der Arbeitgeber muss sofort mit bekanntwerden der Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt werden!

nein,der arbeitgeber SOLLTE informiert werden - müssen muss man nicht.nicht mal beim ersten gerichtstermin wg. kündigung muss der mutterpass vorliegen.dies erwähnt man nebenbei und schon schindet man zeit bis zur nächsten verhandlung.sollte man dann doch nicht schwanger sein - macht nichts , kann ja passieren.

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So weit mir bekannt, ändert das nichts am Status der Probezeit und damit an den besonderen Kündigungsfristen in dieser Zeit

Für Arbeitnehmerinnen, die innerhalb der Probezeit schwanger werden, gelten die besonderen Regelungen des Mutterschutzgesetzes. Während der Dauer einer Schwangerschaft ist die Arbeitnehmerin vor dem Verlust des Arbeitsplatzes geschützt auch in der Probezeit. Nach § 9 Mutterschutzgesetz darf der Arbeitgeber während der gesamten Dauer der Schwangerschaft und bis zu vier Monaten nach der Entbindung nicht kündigen.

Dieses Kündigungsverbot greift dann, wenn der Arbeitgeber vom Vorliegen der Schwangerschaft weiß oder Sie ihm innerhalb von zwei Wochen nach Ausspruch der Kündigung mitteilen.

Ausnahme:

Der Kündigungsschutz während der Schwangerschaft kommt immer nur dann zum Tragen, wenn das Arbeitsverhältnis tatsächlich durch eine Kündigung beendet werden soll.

Wenn im Arbeitsvertrag vereinbart ist, dass die Probezeit zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet ist und zur Fortführung des Arbeitsverhältnisses ein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen werden müsste, dann kann eine Kündigung zum Ende der Probezeit zulässig sein (sogenannte "endbefristete Probearbeitsverhältnisse").

Ist beispielsweise für die Dauer der Probezeit im Arbeitsvertrag vereinbart worden, dass das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Probezeit automatisch endet, so besteht kein Kündigungsschutz, auch nicht nach dem Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitsvertrag wird ungeachtet der Schwangerschaft aufgrund der Befristung beendet.

Wenn eine Kündigung erforderlich wäre, um das Arbeitsverhältnis zu beenden - auch während der Probezeit (14-tägige Kündigungsfrist) -, dann muss von einem unbefristeten Arbeitsverhältnis ausgegangen werden, d.h. dass eine Kündigung während der Schwangerschaft unzulässig wäre (d.h. wegen der Schwangerschaft darf nicht gekündigt werden; wenn eine Kündigung aus einem anderen Grund erfolgen soll, ist eine solche nur nach Zustimmung durch das Gewerbeaufsichtsamt zulässig).

Insoweit besteht für Sie ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Jedoch sollten Sie die dreijährige Elternzeit mit dem Arbeitgeber abstimmen bzw. diese beantragen.

Ich hoffe Ihnen mit meinem Ausführungen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Die entscheidende Frage ist hier, ob es sich um ein Probearbeitsverhältnis handelt, das "normalerweise" von selbst ausläuft, wenn nicht ausdrücklich anschliessend eine Weiterarbeit verabredet wird oder um eine "echte" Probezeit im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses.

Nur im zweiten Fall ist eine Schwangere gegen Kündigung geschützt.

Im ersten Fall läuft das Probearbeitsverhältnis nach den sechs Monaten "automatisch", also ohne Kündigung aus.

Dumm gelaufen! Ein Arbeitsverhältnis über die Probezeit hinaus wird nicht zustande kommen und wahrscheinlich wird der Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis mit Kenntnisnahme von der Schwangerschaft sofort beenden. Sorry!

Bei einer "normalen" Probezeit ist das nicht richtig!

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Wenn du schon einen Arbeitsvertrag in der hand hast, der unbefristet ist, kann man dich bei einer bestehnenden Schwangerschaft auch in der Probezeit nicht kündigen.

Es gibt bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis in der Regel die Probezeit von 6 Monaten. Innerhalb dieser Zeit kann mit einer Frist von 2 Wochen das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen zum Ende der Probezeit gekündigt werden. Deshalb schützt in diesem Fall die Schwangerschaft nicht vor Kündigung.

OK - habe nochmal nachgelesen: es stimmt. Bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis kann Frau sich durch Schwangerschaft vor Kündigung in der Probezeit retten, aber 4 Monate nach der Entbindung kann ihr doch gekündigt werden. Manchmal hilft das aber wirklich weiter; nämlich dann, wenn man bzw. Frau das eine Jahr voll kriegen muss, um wieder Ansprch auf ALG I zu haben...

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Eine Schwangerschaft führt immer zu besonderen Kündigungsschutz, hilft aber nicht vor dem Ablauf einer Befristung im Arbeitsverhältnis. Guck mal die Hompage unter aktuelles Urteile www.kanzlei-kuhlmann.de

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