Gilt das Beichtgeheimnis nur im Katholizismus?

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7 Antworten

Das Beichtgeheimnis ist eine kirchliche Vorschrift.

Rechtlich gültig ist der Par. 53 Abs. 1 Nr.1  StPO. Danach ist der Geistliche Zeugnisverweigerungsberechtigt uber das, was ihm in seiner  Eigenschaft als Geistlicher anvertraut wurde. Auf eine Beichte kommt es nicht an; auch nicht, welcher Religion der "Beichtende " angehört. 

Geistlich in dem Kontext sind nur Geistliche der christlichen Kirchen.

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Kommentar von SebRmR
19.11.2015, 09:48

Ergänzend die Vorschrift in ZPO § 383, Abs. 1 Nr. 4.

1

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 139 Straflosigkeit der Nichtanzeige geplanter Straftaten

(2) Ein Geistlicher ist nicht verpflichtet anzuzeigen, was ihm in seiner Eigenschaft als Seelsorger anvertraut worden ist.

"Sowohl im deutschen Zivil- als im Strafprozess sind Geistliche in Ansehung desjenigen, was ihnen bei Ausübung der Seelsorge anvertraut ist, zur Verweigerung des Zeugnisses berechtigt.

Wer Geistlicher in diesem Sinne ist, bestimmt sich nicht nach einem bestimmten Status (Priesterweihe, Ordination), sondern nach der Funktion, zur Seelsorge berufen zu sein. Auch Pastoralreferenten, nicht-ordinierte Seelsorger, Gemeindediakone usw. kommen deshalb als Inhaber von Zeugnisverweigerungsrechten in Frage."

https://de.wikipedia.org/wiki/Beichtgeheimnis


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Du musst unterscheiden: das Beichtgeheimnis ist Teil des (katholischen) kirchlichen Rechts und besagt recht eindeutig, dass aus der Beichte nichts und unter keinen Umständen weitererzählt werden darf. - Das das katholische Kirchenrecht nur für den Bereich der kath. Kirche Gültigkeit hat, gilt es nur für Katholiken, und da hier nur Priester und Bischöfe Beichtvollmacht haben, gilt es nur für diesen Personenkreis.

Der Staat räumt verschiedenen Berufsgruppen ein Zeugnisverweigerungsrecht ein: u. a. Ärzten, Rechtsanwälten und Seelsorgern, d.h. nicht nur kath. Priestern, sondern auch Angestellten in der Seelsorge, egal ob katholisch oder einer anderen Konfession angehörig.

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Ich würde mal behaupten, dass ein Gericht zurecht anzweifeln würde, wenn sich ein Nichtkatholik auf irgendein Beichtgeheimnis berufen würde!

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Neben dem Beichtgeheimnis gibt es in diversen Berufsgruppen auch die Schweigepflicht. Diese Schweigepflicht betrifft z.B.

  • Rechtsanwälte
  • Ärzte

Beichten kann man in allen Konfessionen. Neben dem Katholizismus wird auch in der orthodoxen Kirche gebeichtet. Dies nur mal so als Beispiel.

In dem von Dir aufgeführten Fall muss Rücksprache mit der jeweiligen Gemeinde geführt werden. Auch wenn es sich um eine andere Konfession handelt, und der Betroffene nur Laienprediger oder Seelsorger ist, kann und darf er nicht mit seinem Wissen hausieren gehen. Hierzu sollte vielleicht auch ein entsprechendes Schreiben der Gemeinde zur Vorlage bei Gericht formuliert werden.

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Das Beichtgeheimnis ist eine "Domäne" der kath. Kirche, schon weil sie einzeln und intern erfolgt, während die Beichte bei den Protestanten allgemein gehalten ist, daher ein Beichtgeheimnis entfällt.

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Nein auch bei den Evangelien was du dem Pastor erzählst bleibt auch da und so ist es auch beim Rabbi usw...

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