Gibt es wissenschaftliche Beweise für Darwinsche Evolution?

16 Antworten

Selbstverständlich gibt es Beweise, andernfalls wäre es keine wissenschaftliche Theorie, sondern lediglich eine Hypothese oder ein Gedankenspiel.

Die Evolution ist niemals abgeschlossen - auch wir Menschen entwickeln uns ständig weiter. Frage dich mal, warum du z.B. einen für eine Menschen völlig sinnlosen rudimentären Schwanzfortsatz hast. Ich meine natürlich das Steißbein, nicht vorne ;-)

Da selbst die katholische Kirche die Evolutionstheorie nicht mehr leugnen kann, ohne sich lächerlich zu machen, versucht, sie, diese irgendwie mit der biblischen Schöpfungsgeschichte in Einklang zu bringen.

Wenn dich dieses Video überzeugt, hast du die Evolution nicht verstanden. Gehe lieber in ein Museum zur Stammesgeschichte - z.B. das in Jena. Dort findest du eine einmalige zoologisch-paläontologische Sammlung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich meine natürlich das Steißbein, nicht vorne ;-)

:)))

Danke lieber Okieh, aber zum Steißbein habe ich einen Einwand, denn es ist nicht richtig zu sagen, er wäre nutzlos.

Der Steisswirbel ist ein überaus wichtiger Ausgangspunkt zur Anfügung für Sähnen, Bänder und Muskeln.

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@777MeisterKai

Wenn du dir jemals das Steißbein geprellt hast, wirst du deine Meinung ändern ;-)

Du hast zwar recht, aber das Steißbein besteht aus mehreren, zusammengeschmolzenen Wirbeln, ein Rudiment des ehemaligen Schwanzes von Wirbeltieren, der sich evolutionär zurückgebildet hat.

Dasselbe ist mit den Zähnen passiert, die 3er haben die tiefsten Wurzeln, weil sie früher als Reißzähne dienten. Auch der Wurmfortsatz des Blinddarms ist ein Rudiment aus vergangenen Zeiten, in denen der Darm eine größere Speicherungsfähigkeit hatte.

Ich kenne sogar einige Mitbürger, bei denen man noch gut erkennen kann, dass wir bis zu 4% Neandertaler-Gene in uns haben, andere sind noch immer fast so behaart wie unsere Vorfahren. Sie könnten als Anschauungsobjekte für den Biologieunterricht dienen ;-)

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Ich habe mir jetzt nur ein paar kurze Ausschnitte gegeben, weil ich so viel Unsinn nicht aushalte. Mein Eindruck:

Dieser Film ist extrem manipulativ. Fast alle Interviewpartner haben recht mit dem, was sie sagen - bloß werden die Aussagen und Widersprüche so billig abgefragt und zusammengeschustert, dass der Eindruck entsteht, eine der Grundlagen der modernen Biologie sein einfach mal so widerlegt. Dieses Werk behandelt noch nicht einmal naturwissenschaftliche Fragen, sondern eher philosophische, und leitet so rhetorisch geschickt direkt auf Gott als Schöpfer hin.

Frag dich mal, warum sich alle Kreationisten ausgerechnet auf Darwin und nicht etwa Heisenberg einschießen. Ganz einfach: er stellt ihren Glauben - eine fast wörtliche Auslegung der Bibel und einen Schöpfer - größtenteils infrage. Rein methodologisch hat er natürlich recht und nicht ein beliebiges Stille-Post-Märchenbuch aus Nahost.

Die ursprüngliche Darwinsche Theorie wurde mittlerweile durch Biologie, Genetik, Paläontologie, Geologie und Physik so oft bestätigt und ausgebaut, dass sie ein anerkannter Zweig der Biologie ist.

Selbst wenn in der Evolution irgendeine unsichtbare Macht beweisbar wäre, belegt das nicht, dass dies die hochwidersprüchliche Gottheit Jahwe ist. Diese "Beweise" dann noch direkt in Kontext mit der Bibel zu bringen, halte ich für eine Frechheit.

Fazit: nicht ernstzunehmender Propagandafilm. Die amerikanischen Fundikirchen sind auf dem Gebiet leider besonders aktiv.

Suche die Beweise, und du findest sie. Als Enstieg taugt die Wikipedia ganz gut.

Ich verstehe nicht, was der Vergleich mit Heisenberg soll. Heidelberg hatte doch nichts mit Evolution zu tun oder?

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@HugoDeutsch

Genau. Alles was der Vergleich zeigen sollte, ist, dass Kreationisten nicht wissenschaftlich handeln, sondern nur ihr Weltbild behalten wollen. Heisenberg hat bis auf die Dekohärenz den Mythen der Bibel nicht wirklich widersprochen. Die Evolutionstheorie und Darwin haben ihr jedoch offensichtlich komplett widersprochen. Da geht man doch lieber auf die Evolutionstheorie und Darwin los, was zeigt, dass die Behauptungen der Kreationisten nicht wissenschaftlicher Natur sind.

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@HugoDeutsch

Ich bezog mich nur darauf, warum ausgerechnet Darwin von Kreationisten so gehasst wird. Und nicht etwa andere Naturwissenschaftler. Obwohl er auch ohne Bibel auskommt.

Gibt da nebenbei ein nettes Zitat - angeblich von ihm, aber höchstwahrscheinlich eine Fälschung von Kreationisten:

"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
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@Salatkoch

Natürlich greifen Kreationisten v.a. die Wissenschaftler an, die ihrer Ideologie widersprechen. So wie Darwinisten v.a. die Christen angreifen, die ihrer Ideologie widersprechen. Das ist doch völlig normal.

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Das Beispiel im Video mit den Finken ist schon richtig und zeigt den Übergang von Arten. Wenn der Kreationist im Video etwas dagegen hat, "das es ja noch immer ein Vogel ist", dann soll er das Artenkonzept kritisieren, aber nicht die Evolutionstheorie. Mittlerweile gibt es gut dokumentiert 14 Arten der Finken, welche sich deutlich unterscheiden. Veränderungen über einen langen Zeitraum können wir auch bei Fossilien sehen. Schau dir mal die ganzen paläontologischen und morphologischen Stufenreihen der Fossilberichte an, welche immer genauso passen, wie es die Evolutionstheorie vorraussagt.

Angemerkt finde ich es auch ziemlich lächerlich, wenn man die Arbeiten von Peter and Rosemary Grant in den Dreck zieht, um seine kreationistische Ideologie verbreiten zu können. Die beiden untersuchen nicht umsonst schon 40 Jahre, also eigentlich ihr ganzes Leben lang diese Finken auf den Galapagosinseln und haben uns so unglaubliche Beweise gegeben!

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Der erste Fehler des Interviewers ist, dass er nach einem Beweis für Darwins Theorie fragt. Der Punkt ist: Es gibt Abertausende Belege, aber keinen mathematischen Beweis. Die gefragten Personen versuchen auch bereitwillig, dem Interviewer Belege aufzuzählen. Aber der klemmt sie immer schon ab, bevor sie einen einzigen nennen können. Bei dieser Frage geht es aber nicht um mathematische Beweisbarkeit, sondern um einen Indizienprozess. Da kannst du nicht verlangen, dass ein einziges Indiz bereits überzeugend ist. Abertausende sind es sehr wohl, vor allem wenn kein einziges Indiz der Theorie widerspricht.

Der zweite Fehler ist, dass er bemerkenswerterweise nicht weiss, was eine Art ist. Immer wieder fragt er nach einem Beispiel, in dem eine neue Art entstanden ist. Er kriegt darauf verschiedene gute Antworten. Aber er entgegnet denen: "Das ist immer noch ein Vogel, also keine neue Art", "Das ist immer noch ein Fisch, also keine neue Art" oder "Das ist immer noch eine Bakterie, also keine neue Art." Es gibt aber verschiedene Vogelarten, verschiedene Fischarten und verschiedene Bakterienarten. Ob es sich um zwei verschiedene Arten handelt, erkennt man daran, dass sie nicht mehr gekreuzt werden können.

Beim dritten Fehler stellt er zuerst fest, dass er ja mit intelligenten Menschen spricht, und zeigt dann, dass diese keine Rose designen könnten. Daraus schliesst er abenteuerlicherweise, dass eine Rose von einem intelligenten Designer gemacht worden sei. Die korrekte Schlussfolgerung ist natürlich, dass die Schaffung einer Rose eben gerade nicht intelligentes Design ist, sondern etwas, was intelligente Designer nicht können.

Ab 26’ beginnt der Interviewer ziemlich wirr mit der Hölle zu drohen. Er stellt eine Reihe abstruser religiöser Behauptungen als Fakten dar, lässt seine Interviewpartner aber klugerweise nicht mehr darauf antworten. Vielmehr schneidet er Ausschnitte ihrer Mimik so zusammen, dass es den Eindruck erweckt, die Vollgequasselten seien davon beeindruckt. Hier ist der vierte Fehler: Selbst wenn Darwins Theorie falsch wäre, würde dies noch lange nicht bedeuten, dass ein allmächtiger Gott seinen Sohn kreuzigen liess, um so die Sünden der Menschen zu vergeben. Es bedeutet auch nicht, dass es eine Hölle gibt. Und auch nicht, dass ausgerechnet die Atheisten in die Hölle kommen.

1.) In den Naturwissenschaften sprechen wir nicht von Beweisen (diese gibt es vor Gericht und in der Mathematik) sondern von Belegen.

2.) Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftliche Theorie. Also ein belegbares und BELEGTES Model zur Erklärung eines natürlichen Phänomens. Die Evolutionstheorie ist über jeden seriösen Zweifel hinaus und auf jeder Ebene belegt.

Belege dafür gibt es auf Ebene der ausführlichen Fossilienfunde, deren Datierung und Vergleich es uns erlaubt die Entwicklung von Spezies nachzuvollziehen:

https://www.nature.com/scitable/knowledge/library/dating-rocks-and-fossils-using-geologic-methods-107924044/

Es gibt sie auf Ebene der Genetik, wo Vergleiche zwischen den Genomen der heute lebender Tiere es uns erlauben nachzuvollziehen welche Mutationen zur Divergenz dieser Arten geführt haben und wann dies passiert ist:

https://www.nature.com/scitable/topicpage/the-molecular-clock-and-estimating-species-divergence-41971/

Zudem finden sich in unserem Genom auch noch die inaktiven Relikte unserer Vorfahren, beispielsweise der genetische Bauplan für Zähne in Vögeln welche diese verloren haben:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982206000649

Weiters belegt auch die Entwicklungsbiologie die Evolution: Sei es die Entstehung von Kiemenbögen bei Menschen, die Entstehung von Gliedmaßenknospen bei Schlangen, oder embryonalen Zähne bei Bartwalen: Alle Spezies tragen die Spuren ihrer evolutionären Entwicklung in sich:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK10049/

Auf Ebene der Entwicklungsbiologie können wie Beispielsweise auch erfahren wie Fische Gliedmaßen entwickelt haben.

https://advances.sciencemag.org/content/6/34/eabc3510

Und natürlich ist die Evolutionäre Entwicklung von Spezies auch auf Ebene der Anatomie klar ersichtlich. Sie ist beispielsweise der Grund warum Wale immer noch rudimentäre Hintergliedmaßen haben und wir ein Steißbein.

In Summe: Die Entstehung aller heute lebender Arten aus anderen Arten ist über jeden seriösen Zweifel hinaus belegt. Was hingegen über jeden Zweifel hinaus WIDERlegt ist, ist das biblischen Schöpfungsmärchen.

Woher ich das weiß:Beruf – Wissenschaftler/Molekularbiologe

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