Gibt es wirklich sympatrische Artbildung?

2 Antworten

Stimmt - warum eigentlich nicht?

Sympatrische Artbildung ist selten, weil man dazu ja eine Trennung von Gruppen einer Art innerhalb desselben Lebensraums benötigt, und das über einen längeren Zeitraum.

Mit einer Mutation, die z. B. die Vitalität bei niedrigeren Temperaturen erhöht und bei hohen erniedrigt, kann es sein, dass die Mutanten eher in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind und die "normalen" Individuen mittags, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass sich die beiden Gruppen kreuzen, deutlich geringer ist als die Wahrscheinlichkeit, dass Paarungen innerhalb einer Gruppe stattfinden. Das soll bei bestimmten Schmetterlingen passiert sein. (Ich weiß nicht mehr, welche - vielleicht Kohlweißling und Zitronenfalter?)

Wenn Tiere v. a. mit Individuen ähnlicher Körperfärbung Gruppen bilden, kann/wird auch eine Farbmutation zu einer nicht-strengen Trennung führen.

Solche nicht-strengen Gruppentrennungen müssen ziemlich lange aufrechterhalten werden, damit die Trennung überhaupt schärfer werden kann.

Ein Beispiel aus der schwedischen Wikipedia ist das Paar Auerhuhn (tjäder) + Birkhuhn (orre). Beide kommen in Schweden vor, in ähnlichen Lebensräumen.

Optisch kann man die Hähne ganz gut unterscheiden (der Birkhahn hat einen deutlich sichtbaren roten Fleck auf dem Kopf). Was die genaue Ursache für die Trennung war, steht da nicht.

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